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Re: Wölfe

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 10:23
von Benutzer 72 gelöscht
Diese Anzeige wurde wohl verlinkt, um dem Image der Tierschützer zu schaden? :hmm:

Rati hat es eh schon mehrfach erwähnt - das größte Problem dabei ist, dass der Wolf eben lernt.
Und dieser eine Wolf müsste dann geschossen werden.

Solange aber immer nur "die anderen" an allem schuld sind und "meine Seite" alles richtig macht, wird es da wohl keine einvernehmliche Lösung geben...

Ich hatte im ersten Moment wirklich gedacht, ein vernünftiger Mensch hätte das gemacht: eben um den Lerneffekt beim Wolf zu verhindern, soll der Schäfer gezwungen werden, seine Tiere gut einzuzäunen.... :nudel:

Re: Wölfe

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 10:24
von Rohana
Weil der Schäfer ja sonst keine Motivation hat seine Tiere einzuzäunen oder was? :dreh:

Re: Wölfe

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 10:43
von Benutzer 146 gelöscht
Rohana hat geschrieben:Anonyme Anzeige gegen Schäfer, weil der Zaun nicht 100% wolfssicher war...
https://www.agrarheute.com/land-leben/s ... igt-549670
Du hast die eigentliche Pointe nicht zitiert, dass die Anzeige wegen "Tierquälerei" erfolgte. :eek:

Aber aus dieser Anzeige wird die dahinter stehende Forderung deutlich, dass der Wolf als ein "naturgegebenes Risiko" zu betrachten sei, gegen das Tierhalter ihre Tiere zu schützen haben, wie gegen Endoparasiten oder zu viel Regen oder Sonne ohne Unterstellmöglichkeit.
Die in dem Artikel erwähnte, angebliche Parallele zu Anzeigen gegen Tierhalter, deren Ställe inkl. Tiere abgebrannt sind, ist da allerdings nicht so schlüssig, wenn's nicht offensichtlich um Brandstiftung geht.
Wenn in einem Mietshaus Bewohner durch einen Brand um's Leben kommen, wird auch überprüft, ob der Hausbesitzer die Regeln des Brandschutzes beachtet hat, und wenn's schlecht für ihn läuft, ist er wegen fahrlässiger Tötung 'dran.

Re: Wölfe

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 18:42
von Mara1
Interessane Übersicht (Wolfsmonitoring) über die Wolfrisse. Hier in meinem Umkreis haben wir 174 Risse (Stand 30.10.18). Und alle Risse werden nicht einmal gemeldet (woher ich das weiss? Weil ein Bekannter 2 Jungrinder verloren hat, und wegen der ganzen Bürokratie nicht gemacht hat. Und ich denke, er ist nicht der einzige. Also die Dunkelziffer wird höher sein.

Das finde ich sehr viel! Früher bin ich hier regelmässig im dunkeln durch die Pampa mit dem Rad gefahren (Liegerad). Jetzt nicht mehr. Und die Wölfe waren hier schon im Vorgarten und werden auch öfters in der Gegend gesehen.

Ich sage ganz klar: Wölfe und dicht besiedeltes Gebiet passen nicht zusammen! Und da sie komplett geschützt sind, werden sie immer "frecher". Die beiden Jungrinder wurden direkt hinter dem Haus gerissen!

Re: Wölfe

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 19:19
von strega
vielleicht werd ich jetzt gesteinigt,
naja was solls,
ich stell mir grad vor was hierzulande los wär wenn Wölfe
Schafe reissen würden, deren es überall doch sehr viele gibt

ich bin überzeugt,
dass hierzulande die Leut, die eh aufm Land alle irgendwelche Waffen zur Hand haben in Sachen Wildschwein-Jagdsaison im Winter
da nicht so lang fackeln würden

wenn Wolf irgendwo leben will in Koexistenz, dann isses ja prima
aber wenn Wolf Nutztiere jagt und reisst, dann gibts Krieg

so wird hier gedacht
und Schafe die über Nacht draussen sind haben eh immer Hunde dabei

gibt auch streunende Hunde, die aber keine Probleme machen in dieser Hinsicht, die sind eher auf Müll der Touristen gepolt, nicht auf Schafsrisse

von daher frag ich mich schon was passieren muss im Norden
damit Förster und Tierhalter
- allein zum Selbstschutz, nicht zum Ausrotten um des Ausrottens willen, das wär dann richtig Scheisse meiner Meinung nach und so richtig pseudo-neuzeit-germanisch... - !!!! -
irgendwann zur Flinte greifen
wenn die Zeit reif wäre

glaub weiterhin dass es einfach sein könnte
wenn die Betroffenen es für wahr halten würden und sich weniger um Bürokratie scheren würden
was freilich eine eher nördliche Angelegenheit ist, so generell :ohm:

Re: Wölfe

Verfasst: Di 20. Nov 2018, 23:17
von woidler
Zu Zeiten der Germanen bestand ein allgemeines Jagdrecht der freien Bauern. Erst mit dem Hochmittelalter wurde
diese freie Jagd durch die Privilegien des Adels zurückgedrängt und dann schließlich in der Praxis gänzlich eingeschränkt.
Wäre die radikale Forderung jetzt nicht die nach der Abschaffung des Jagdrechts als solches und freie Ausübung des
Jagdrechts durch die jeweiligen Grundstückseigentümer und deren Bevollmächtigten , zB Pächter und eine damit verbundene Liberalisierung des Waffenrechts ?

Bin mir nicht sicher, ob es im deutschen Jagdrecht eine Regelung gibt , wonach die Jagdgenossenschaften oder die Jäger
auch für von Raubtieren verursachten Schäden durch getötetes Nutzvieh haften, ähnlich wie bei Flur- oder Verbissschäden, wenn die Jäger das Wild nicht in Grenzen halten.


woidler

Re: Wölfe

Verfasst: Mi 21. Nov 2018, 09:15
von ohne_Furcht_und_Adel
Der Wolf ist als seltene, geschützte Art eben ein anderer Fall als Fuchs, Steinmarder oder Dachs. Es müßte zunächst der Status im Jagdrecht geändert werden, damit die Jäger in der Verantwortung wären.

Re: Wölfe

Verfasst: Mi 21. Nov 2018, 09:40
von Rohana
Und ob die Jäger Bock haben, für den politisch gewollten Wolf den Hals hinzuhalten wenn der eben nicht macht was die Politiker und Bürger gern hätten, daran wage ich stark zu zweifeln...

Re: Wölfe

Verfasst: Mi 21. Nov 2018, 10:40
von Rati
strega hat geschrieben: gibt auch streunende Hunde, die aber keine Probleme machen in dieser Hinsicht, die sind eher auf Müll der Touristen gepolt, nicht auf Schafsrisse
na ja, ich denke eher die Hunde (Wölfe habt ihr da ja nicht) folgen dem gleichen Gesetz wie die Wölfe, leichte Beutegründe gehen vor gefährlichen Beutegründen:
strega hat geschrieben: und Schafe die über Nacht draussen sind haben eh immer Hunde dabei..
Präventivmaßnahme erfolgreich umgesetzt. :)
Mara1 hat geschrieben:Interessane Übersicht (Wolfsmonitoring) über die Wolfrisse. Hier in meinem Umkreis haben wir 174 Risse (Stand 30.10.18).
definiere bitte "Umkreis" in km² und den Zeitraum der Zählung, sonst hat die Zahl leider keine brauchbare Aussage. :aeh:
frodo hat geschrieben:Aber aus dieser Anzeige wird die dahinter stehende Forderung deutlich, dass der Wolf als ein "naturgegebenes Risiko" zu betrachten sei, gegen das Tierhalter ihre Tiere zu schützen haben, wie gegen Endoparasiten oder zu viel Regen oder Sonne ohne Unterstellmöglichkeit.
:daumen:

Grüße Rati

Re: Wölfe

Verfasst: Mi 21. Nov 2018, 13:09
von Rohana
Mit dem Unterschied, dass der Wolf halt nicht naturgegeben ist, sondern politisch eingeladen und geschützt. "Natürlicherweise" würde sich Mensch nämlich gegen dieses Risiko wehren (dürfen), und zwar nicht nur im Ausnahmefall mit Gummigeschossen.