Gegen die deutsche Schulpflicht
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Kerstines
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Re: Gegen die deutsche Schulpflicht
Ich hab jetzt den Panorama-Beitrag keine 10 Minuten geschafft anzusehen und bin eigentlich bedient und gleichzeitig froh, daß meine beiden Jungs (beileibe keine Musterkinder und keine Musterschüler) die Schule 2001 abgeschlossen haben.
Und ja, ich bin froh, daß sie größtenteils noch Lehrer mit DDR-Ausbildung hatten. LEHRER (beider hatten Männer als Klassenlehrer).
Zucht und Ordnung (oh Gott, ich klinge wie meine eigene Oma, dabei bin ich Jahrgang 1961), ist das wirklich so verkehrt?
Bin selbst in einer strengen Familie aufgewachsen, einer Sekten-Familie, mit Bestrafung, wenn nötig, auch körperliche.
Das fand ich als Kind auch nicht gut, habs bei meinen Söhnen vermieden (bis auf 1 oder 2mal, wo es -denk ich bis heute- berechtigt war).
Im Film fiel mir auf:
Ein großes Klassenzimmer mit Platz - soviel Platz gabs bei uns in der Schule nicht.
Die einzelnen Grüppchen - wir hatten Frontal?unterricht, gelernt haben wir mit Sicherheit mehr.
Für Lernschwache gabs Lernpaten (die guten Schüler), zählte auch gleich als gesellschaftliche Tätigkeit.
Außerdem hats Spaß gemacht, ich selber hab eine Schülerin jahrelang betreut und ihr bei den Hausaufgaben geholfen (und selber dabei viel gelernt).
20 (?) Schüler nur? Wir waren 36, ok. andere Zeiten.
Und: Lehrer waren Respektpersonen, da waren sich ALLE unsere Eltern einig.
Eltern sollten m.M. nach auch Respektpersonen bleiben und nicht Kumpel der Kinder, unsere Jungs sind wirklich beim Erwachsenwerden großzügig begleitet (weniger erzogen) worden, aber sie wußten genau, wo die Grenzen waren.
Und es gibt Situationen im Leben, da verlange ich, daß ein Kind gehorcht, ohne erst eine Diskussion mit mir anzufangen.
Bsp. Fußgänger im Straßenverkehr - gefährliche Situatiuon - Erwachsener ruft STOP - Kind hat zu gehorchen, ohne erst zu diskutieren.
Diese Beispiel habe ICH als Kind mal zufällig mitgehört, aber es beschreibt genau meine Einstellung.
So und nun schnell duck und weg
Kerstines
Und ja, ich bin froh, daß sie größtenteils noch Lehrer mit DDR-Ausbildung hatten. LEHRER (beider hatten Männer als Klassenlehrer).
Zucht und Ordnung (oh Gott, ich klinge wie meine eigene Oma, dabei bin ich Jahrgang 1961), ist das wirklich so verkehrt?
Bin selbst in einer strengen Familie aufgewachsen, einer Sekten-Familie, mit Bestrafung, wenn nötig, auch körperliche.
Das fand ich als Kind auch nicht gut, habs bei meinen Söhnen vermieden (bis auf 1 oder 2mal, wo es -denk ich bis heute- berechtigt war).
Im Film fiel mir auf:
Ein großes Klassenzimmer mit Platz - soviel Platz gabs bei uns in der Schule nicht.
Die einzelnen Grüppchen - wir hatten Frontal?unterricht, gelernt haben wir mit Sicherheit mehr.
Für Lernschwache gabs Lernpaten (die guten Schüler), zählte auch gleich als gesellschaftliche Tätigkeit.
Außerdem hats Spaß gemacht, ich selber hab eine Schülerin jahrelang betreut und ihr bei den Hausaufgaben geholfen (und selber dabei viel gelernt).
20 (?) Schüler nur? Wir waren 36, ok. andere Zeiten.
Und: Lehrer waren Respektpersonen, da waren sich ALLE unsere Eltern einig.
Eltern sollten m.M. nach auch Respektpersonen bleiben und nicht Kumpel der Kinder, unsere Jungs sind wirklich beim Erwachsenwerden großzügig begleitet (weniger erzogen) worden, aber sie wußten genau, wo die Grenzen waren.
Und es gibt Situationen im Leben, da verlange ich, daß ein Kind gehorcht, ohne erst eine Diskussion mit mir anzufangen.
Bsp. Fußgänger im Straßenverkehr - gefährliche Situatiuon - Erwachsener ruft STOP - Kind hat zu gehorchen, ohne erst zu diskutieren.
Diese Beispiel habe ICH als Kind mal zufällig mitgehört, aber es beschreibt genau meine Einstellung.
So und nun schnell duck und weg
Kerstines
"Es sind die Fantasten, die die Welt in Atem halten. Nicht die Erbsenzähler." Erich von Däniken
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Manfred
Re: Gegen die deutsche Schulpflicht
Ich hab auch gerade den Panorama-Beitrag angesehen.
Wo kommt das her? Hamburg?
Bin ich froh, dass ich in Bayern in die Schule gegangen bin...
Das sind ja katastrophale Zustände. Das Potential der besseren Schüler wird völlig vergeudet und die schlechten erhalten nicht annähern die Förderung, die sie bräuchten. Die Lehrer bemühen sich redlich. Aber wie soll eine einzelne Lehrkraft den einzelnen Kindern bei so einer Klassenzusammenstellung gerecht werden? Da bräuchte man ja mind. 3 oder 4 Lehrer und dazu noch einen Sozialhelfer, der die Probleme daheim klärt...
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Olaf
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Re: Gegen die deutsche Schulpflicht
Ich versteh Dich allzu gut. Und, obwohl ich eigentlich nicht dazu neige, den Osten zu glorifizieren, unser Schulsystem war dem jetzigen weit überlegen. Und insofern kann ich nur über dieses hoffnungslose, verzweifelte Rumgedocktere, die immer wieder aufkommenden Entsetzensschreie nach jeder Pisa- oder sonst was Studie nur noch müde lächeln.So und nun schnell duck und weg
Kerstines
MIr hats eigentlich schon gereicht, als ich mal kurz nach der Wende ein paar Monate als Gerüstbauer gearbeitet habe und wir eine Schule in Westberlin eingerüstet habe. Erst hab ich mich gewundert, wie lange die Pause haben. Irgendwann hab ich begriffen, DAS war der Unterricht! Mit irgendwelchen Eckchen, wo man sich zurückziehen konnte, wenn man keine Lust mehr hatte, es wurde sich unterhalten, gegessen, getrunken.
Zum Glück hat in den Schulen hier ringsum, mags am Dorf + Osten liegen, diese völlige Verwahrlosung noch nicht in dem Maße eingesetzt.
Dann diese Schulbuchpolitik, dies katastophalen Bücher, die man auch als Erwachsener nicht versteht ... ach was solls, ich könnte mich endlos aufgeilen, aber wozu.
Die Aufhebung der Schulpflicht ist für mich aber keine Lösung, sie fördert eine kleine Elite, während die andern erst recht im Dreck stecken bleiben...
Olaf
Eigentlich bin ich ein netter Kerl.
Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.
Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.
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Manfred
Re: Gegen die deutsche Schulpflicht
Hatte mehrere Mathelehrer, die gerne auf DDR-Bücher zurückgegriffen haben, weil die noch besser waren als unsere damaligen Schulbücher.
Wenn ich den Mist an Schulbüchern ansehe, den meine Neffen heute teilweise verwenden müssen...
Teilweise völlig unverständliches Übungswirrwarr, in das man sich als Erwachsener mit 1er Physikstudium erst mal einarbeiten muss, um den Kindern in der 3. und 4 Klasse bei den Hausaufgaben helfen zu können und dann auch noch strotzend vor einfachsten Fehlern.
Dass man die 4 Grundrechenarten und ihr Erlernen derart verkomplizieren kann, hätte ich vorher nicht geglaubt...
Wenn ich den Mist an Schulbüchern ansehe, den meine Neffen heute teilweise verwenden müssen...
Teilweise völlig unverständliches Übungswirrwarr, in das man sich als Erwachsener mit 1er Physikstudium erst mal einarbeiten muss, um den Kindern in der 3. und 4 Klasse bei den Hausaufgaben helfen zu können und dann auch noch strotzend vor einfachsten Fehlern.
Dass man die 4 Grundrechenarten und ihr Erlernen derart verkomplizieren kann, hätte ich vorher nicht geglaubt...
Re: Gegen die deutsche Schulpflicht
Ich kenn zufällig Kinder, die in solche Schulen gegangen sind, wo man sich in eine Ecke zurückziehen konnte, usw. - also eine, die alle Klischees erfüllt, die hier bemüht werden.
Das eine Mädchen war später in der höheren staatlichen Regelschule Einserschülerin, dann Einserstundentin, jetzt in der Uni angestellt und auf dem Weg zum Doktor der Chemie.
Das andere Mädchen, auch eine gute Schülerin, heuer maturiert, geht jetzt für ein Jahr nach London in einen universitären Designerlergang - hat auch eine entsprechende technische höhere Schule besucht. Kann so nebenbei textile Maschinen programmieren und bedienen und ist selbstverständlich schon in dem Alter fit in allen gängigen prodessionellen Grafikprogrammen.
Sowas von verwahrlost aber auch!
Es gab übrigens vor ein paar Jahren in der "Zeit" eine Serie über Bildung und Schulen, wo sehr differenziert mehrere Schulen mit sehr guten Erfolgen in mehreren Ländern vorgestellt wurden. Ganz traditionelle, strenge, ganz antiautoritäre etc. Sie scheinen alle zu funktionieren. ich denke, das ist deshalb so, weil es bei allen eine Schulidee gibt, der die Beteiligten - Eltern, Lehrer, Schüler - mehr oder weniger anhängen, die trotz unterschiedlicher Ansätze immer das Ziel hat, das bestmögliche aus dein Schülern zu machen.
Das ist schon mal ein krasser Gegensatz zu der weit verbreiteten Attitüde des Aufbewahrens und Zurichtens der Kinder und Jugendlchen, wobei Hirnschmalz höchstens dazu benutzt wird, arbeitsintensive Schüler woandershin abzuschieben.
Das eine Mädchen war später in der höheren staatlichen Regelschule Einserschülerin, dann Einserstundentin, jetzt in der Uni angestellt und auf dem Weg zum Doktor der Chemie.
Das andere Mädchen, auch eine gute Schülerin, heuer maturiert, geht jetzt für ein Jahr nach London in einen universitären Designerlergang - hat auch eine entsprechende technische höhere Schule besucht. Kann so nebenbei textile Maschinen programmieren und bedienen und ist selbstverständlich schon in dem Alter fit in allen gängigen prodessionellen Grafikprogrammen.
Sowas von verwahrlost aber auch!
Es gab übrigens vor ein paar Jahren in der "Zeit" eine Serie über Bildung und Schulen, wo sehr differenziert mehrere Schulen mit sehr guten Erfolgen in mehreren Ländern vorgestellt wurden. Ganz traditionelle, strenge, ganz antiautoritäre etc. Sie scheinen alle zu funktionieren. ich denke, das ist deshalb so, weil es bei allen eine Schulidee gibt, der die Beteiligten - Eltern, Lehrer, Schüler - mehr oder weniger anhängen, die trotz unterschiedlicher Ansätze immer das Ziel hat, das bestmögliche aus dein Schülern zu machen.
Das ist schon mal ein krasser Gegensatz zu der weit verbreiteten Attitüde des Aufbewahrens und Zurichtens der Kinder und Jugendlchen, wobei Hirnschmalz höchstens dazu benutzt wird, arbeitsintensive Schüler woandershin abzuschieben.
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Olaf
- Beiträge: 12098
- Registriert: Mi 4. Aug 2010, 14:25
- Familienstand: glücklich verheiratet
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Re: Gegen die deutsche Schulpflicht
die kommt aber bestimmt nicht aus der Schule, die ich da gesehen habe....wo man sich in eine Ecke zurückziehen konnte, usw. - also eine
Eigentlich bin ich ein netter Kerl.
Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.
Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.
Re: Gegen die deutsche Schulpflicht
Ich weiß ja nicht, wie die Schule, die du gesehen hast, von den Resultaten her funktioniert hat - manche machen außer alternativ sein gar nichts mit den Kindern, so wie andere außer traditionell sein mit den Kindern nichts machen. Beides ist Aufbewahrung mit etwas Lerneffekt, wenn man Glück hat.Olaf hat geschrieben:die kommt aber bestimmt nicht aus der Schule, die ich da gesehen habe....wo man sich in eine Ecke zurückziehen konnte, usw. - also eine
Alternativer Unterricht, der den Namen verdient, ist sehr herausfordernd für die Lehrer, aber auch sehr effizient. Konventionelle Methoden können auch sehr gut funktionieren, wenn die Lehrerin mit Herz und Hirn dabei ist.
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Manfred
Re: Gegen die deutsche Schulpflicht
Ja. Wenn man die richtigen Lehrer mit den richtigen Schülern zusammenbringt und ihnen etwas Gestaltungsfreiheit gibt, kann eigentlich nichts Schlechtes bei raus kommen.Adjua hat geschrieben:Ich weiß ja nicht, wie die Schule, die du gesehen hast, von den Resultaten her funktioniert hat - manche machen außer alternativ sein gar nichts mit den Kindern, so wie andere außer traditionell sein mit den Kindern nichts machen. Beides ist Aufbewahrung mit etwas Lerneffekt, wenn man Glück hat.
Alternativer Unterricht, der den Namen verdient, ist sehr herausfordernd für die Lehrer, aber auch sehr effizient. Konventionelle Methoden können auch sehr gut funktionieren, wenn die Lehrerin mit Herz und Hirn dabei ist.
Aber was ist mit dem großen Rest? Den Praxisfernen Entscheidungstreffern in den Ministerien und Parlamenten? Den durchschnittlichen und schlechten Lehrern? Denen, die durch die Schulleitung oder die Schulbehörden gefesselt sind? Den schwer zu motivierenden Schülern oder denen, die mit unserer Art von Lehre einfach nicht zurecht kommen und bei anderen Methoden evtl. Aufblühen würden?
Ich fand das Buch von Manfred Spitzer "Medizin für die Bildung" neulich recht lesenswert. Er zeigt auf, dass Entscheidungen über das Schulwesen nach wie vor überwiegend auf Basis von Meinung und Ideologie der gerade Mächtigen getroffen werden, statt Bildungsreformen endlich auf wissenschaftliche Beine zu stellen und die direkt Betroffenen, also die Schüler und ihre Lehrer, stärker einzubeziehen.
Und wenn jemand Ahnung von Lernvorgängen hat, dann ja wohl einer, der sich fast sein ganzes Leben lang wissenschaftlich mit dem Werden und Funktionieren unseres grauen Denkorgans und der Vermittlung des erlangten Wissens beschäftigt hat. Außerdem ist er seit 2004 Chef des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen an der psychatrischen Uniklinik Ulm, welches er extra gegründet hat, um den Entscheidern fundierte Grundlagen aufzubereiten.
Ich finde jedenfalls nicht, dass Seehofer und Aiwanger z.B. den Streit über G8 und G9 in Bayern unter sich ausmachen dürfen. Sie sollten die Ohren ganz weit aufsperren, was die Wissenschaftler zu sagen haben. Und dann sollten entsprechende Schulen eingerichtet werden, an denen diese Vorschläge in der Praxis geprüft und weiter verbessert werden können. Nur was sich dort als erfolgreich beweist, sollte in die Fläche gebracht werden. Auch sollte man Schulen deren Lehrerstäbe dies möchten, mehr Gestaltungsfreiheit geben.
Re: Gegen die deutsche Schulpflicht
Ich saß einmal eine Weile im Kuratorium des Wifi in Österreich, das ist eine der größten Erwachsenenbildungsinstitute hier. Anlässlich eines Vortrags lernte ich einen Bildungsexperten kennen, der seit Jahren die Ministerin berät - nur landen seine wissenschaftlichen Konzepte in der Schublade. Er ist nicht der einzige. An wissenschaftlicher Forschung fehlt es nicht - ihre Ergebnisse interessieren nur die breite Öffentlichkeit wenig, und bringen somit bei den Wahlen keine Vorteile für den Politiker - der sich dann lieber mit den Interessensgruppen arrangiert, auch wenn er selber was anderes glaubt.
Bei uns ist die Lehrergewerkschaft das Hindernis - sie verhindert alle Reformen seit Jahren zuverlässig. Mit der Behörde kann man reden, ich weiß nicht, wie das bei euch ist.
Ein großes Problem aus meiner Sicht ist die mangelnde Evaluierung der Leistungen der Lehrer - weiß auch nicht, wie das in .de ist. Soll jeder Lehrer - in einem gewissen Rahmen, z.B. gewaltfrei und so - tun wie er glaubt, solange er die Klasse voranbringt. Das ginge aber nur, wenn am Anfang des Jahres evaluiert würde, wo eine Klasse steht und am Ende des Jahres, wo sie angekommen ist. Dann wüsste man, welche Lehrer erfolgreich sind und welche - zum Beispiel in den für Weiterbildung gedachten Ferien - noch gezielt an sich arbeiten müssen.
Im jetzigen Zustand, was ist der Anreiz für einen Lehrer, sich zu verbessern? Außer purem Idealismus sehe ich keinen. Wie sieht der Lehrer, ob er gut ist und wo wr Schwächen hat? Objektiv gar nicht. So ein System kann nur mit einem überproportionalen Idealisten-Anteil halbwegs gut funktionieren, sprich, die Lehrer müssten heiliger sein als der Rest der Menschheit. Sind sie natürlich nicht, daher funktionierts nicht wirklich gut.
Und das liegt nicht mal an den Behörden oder den Politikern - ich finde, keine Organisation der Welt kann funktionieren, wenn die Handelnden ihre Leistungen selbst bewerten, die Kunden dabei de facto nichts zu reden haben und schlechte Leistungen genauso unbeachtet bleiben wie gute.
Bei uns ist die Lehrergewerkschaft das Hindernis - sie verhindert alle Reformen seit Jahren zuverlässig. Mit der Behörde kann man reden, ich weiß nicht, wie das bei euch ist.
Ein großes Problem aus meiner Sicht ist die mangelnde Evaluierung der Leistungen der Lehrer - weiß auch nicht, wie das in .de ist. Soll jeder Lehrer - in einem gewissen Rahmen, z.B. gewaltfrei und so - tun wie er glaubt, solange er die Klasse voranbringt. Das ginge aber nur, wenn am Anfang des Jahres evaluiert würde, wo eine Klasse steht und am Ende des Jahres, wo sie angekommen ist. Dann wüsste man, welche Lehrer erfolgreich sind und welche - zum Beispiel in den für Weiterbildung gedachten Ferien - noch gezielt an sich arbeiten müssen.
Im jetzigen Zustand, was ist der Anreiz für einen Lehrer, sich zu verbessern? Außer purem Idealismus sehe ich keinen. Wie sieht der Lehrer, ob er gut ist und wo wr Schwächen hat? Objektiv gar nicht. So ein System kann nur mit einem überproportionalen Idealisten-Anteil halbwegs gut funktionieren, sprich, die Lehrer müssten heiliger sein als der Rest der Menschheit. Sind sie natürlich nicht, daher funktionierts nicht wirklich gut.
Und das liegt nicht mal an den Behörden oder den Politikern - ich finde, keine Organisation der Welt kann funktionieren, wenn die Handelnden ihre Leistungen selbst bewerten, die Kunden dabei de facto nichts zu reden haben und schlechte Leistungen genauso unbeachtet bleiben wie gute.
