alte Rezepte

sybille
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Re: alte Rezepte

#121

Beitrag von sybille »

Ich war heute beim Einkaufen, da ist mir beim Durchgehen der Gemüseabteilung aufgefallen, eigentlich merkt man es heute gar nicht mehr, dass Winter ist, es gab grünen Salat und Eissalat, Salatherzen, Gurken, Zuccini, Tomaten und was das Herz begehrt, die Auswahl an Gemüse ist im Winter eigentlich nicht anders als im Sommer.
Das musste ich auch immer wieder feststellen. Zeitweise bin ich viele km weit bis zu einem Gemüsestand gefahren um mal wieder das einkaufen zu können das es gerade saisonbedingt gibt. Beim Supermarkt hatte ich immer das Gefühl keine richtige Auswahl zu haben obwohl es so viel gibt. Von daher ist das schon sehr schön das saisionale Gemüse von der SoLaWi zu bekommen.
Aber Endivie oder Zuckerhut mag man nicht, weil zu bitter,
Das Bittere ist aber doch gerade das Schöne daran.
Feldsalat schon, aber das ist zu viel Arbeit zum putzen. (Sprich, wenn ich ihn tafelfertig abliefern würde, dann würde man ihn natürlich schon nehmen....)
Wenn man es so sieht ist es immer "viel Arbeit" wenn man frischen Salat oder Gemüse zubereitet :hmm: Aber es schmeckt eben auch ganz anders.
Aus Endivien kann so ein leckeren Eintopf machen. Einfach Kartoffeln kochen, aus dem Endivien einen ganz normalen Salat bereiten , wenn die Kartoffeln gar sind kommt der Salat dazu und der wird untergemengt. Dazu kann man entweder Speck auslassen oder Blutwurst in Scheiben schneiden und braten.
Das kenne ich von früher auch noch, esse es aber nicht so gerne weil es mir nach dem Unterheben des Endiviensalats nicht mehr heiß genug ist.
Dieses Gericht kann ich nur schwer machen weil die Endivien für mich einfach zu groß sind und auch teuer. Ich habe dann auch mal einen anderen Salatkopf genommen, weiß aber nicht mehr was für einer. Der sollte etwas bitter sein.
Probiere es mal mit Chicoree statt Endivien. Wenn es guter Chicoree ist, ist er auch leicht bitter.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.
Doris L.
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Re: alte Rezepte

#122

Beitrag von Doris L. »

Ich glaub, Chicoree ist nicht ganz das richtige. Ich habe heute Chicoree gebraten, das mag ich auch. Zucker in Butter karamelisieren lassen und halbierten Salat einlegen. Schmoren lassen, auch zwischendurch wenden.
Sehr bitter ist Chicoree heutzutage auch nicht mehr, genauso wie Endivien. Früher mochte ich diese Salate deswegen nicht. Oder der Geschmack hat sich geändert :lol: .
sybille
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Re: alte Rezepte

#123

Beitrag von sybille »

Ich glaub, Chicoree ist nicht ganz das richtige
Vielleicht weil er heutzutage nicht mehr bitter genug ist.
Sehr bitter ist Chicoree heutzutage auch nicht mehr, genauso wie Endivien. ... Oder der Geschmack hat sich geändert :lol: .
Ich hatte einige Jahre einen Selbstversorgerhof und weiß auch noch aus der Kindheit (Landwirtschaft mit großem Selbstversorgergarten) wie etwas schmecken sollte.
Das Bittere wurde eben aus dem Grunde weil es kaum noch jemand mag herausgezüchtet.
Seit ich meine Gemüse und Salate von der SoLaWi bekomme schmeckt es mir wieder so wie es schmecken sollte. Bittergemüse sollte bitter schmecken und Kohl kohlig.
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hobbygaertnerin
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Re: alte Rezepte

#124

Beitrag von hobbygaertnerin »

Endivien kann man auch bleichen, dann ist er nicht mehr so bitter. Zuckerhutsalat lauwarm gewaschen verliert auch dadurch einen Teil seiner Bitterkeit.
Ich mag Endivien- oder Zuckerhutsalat unter warmen Kartoffelsalat gemischt, ebenso auch Portulak oder Feldsalat als Druntermischsalat unter den Kartoffelsalat.
Ja es stimmt schon, die grosse Fangemeinde haben die Wintergemüse nicht mehr-
z.b. lauwarmer Krautsalat schmeckt wunderbar, aber einfach nur so hobeln, da wird das nichts.
Blaukrautsalat schmeckt auch sehr gut, aber er braucht eben ein bisschen Zeit zum Ziehen.
Vor ein paar Tagen war der Inhalt der Verzehrsstudie in der Zeitung- das Essen soll gut schmecken, gesund sein und schnell gehen beim Kochen.
Ich hab zwar auch nicht unbegrenzt Zeit zum Kochen, aber manches braucht eben ein bisschen - z.B. Kartoffeln muss man eben noch kochen, kann mir einfach nicht vorstellen, dass man die bereits fertig gegart im Glas kauft. Allerdings kann man heute auch mit Schnellkochtopf in kurzer Zeit gekochte Kartoffeln haben. Selbst der Slow Cooker mit seiner Langsamkeit ist ein grosse Hilfe, der simmert für sich selbst dahin, man kann darin sehr schmackthafte Gerichte kochen.


Es war früher sicher in manchen gehobenen gesellschaftlichen Schichten eine Köchin für das Kochen zuständig, aber bei der normalen Bevölkerung musste trotz vieler Arbeit ein vernünftiges Essen auf den Tisch, dass nicht Unmengen an Zeit brauchte. Und kosten durfte es auch kein Vermögen.
Heute gibts Dank Technik Hilfe bei der Küchenarbeit, Küchenmaschine, Handmixer......... praktische Elektro oder Gasherde und keine rusenden schwarzen Feuerstellen mehr- man muss keine Kupferkessel mehr polieren, .......
es gibt auch eine sehr grosse Auswahl an Lebensmitteln, aber der Genuss bleibt heute auf der Strecke.
Kohl wird in vielen Küchen grundsätzlich nicht mehr verwendet, weil da könnten Gerüche in der Wohnung auftreten, Fleisch wird immer mehr als Filet oder Kurzgebratenes gekauft, wer macht noch ein ganz langsam dahinsimmerndes Gericht- wundere mich auch, dass z.B. ein Slwo Cooker in keinem Haushaltswarengeschäft angeboten wird, auch in keinem Elektrofachgeschäft. Wird angeblich nicht nachgefragt.

Heute gibt es das ganze Jahr keinen Unterschied mehr, selbst Heidelbeeren oder Erdbeeren im Winter.
Der Anteil der vorgefertigten oder fertigen Sachen wird immer mehr.
Aber ich hab nicht das Gefühl, das man damit um soviel schneller kocht. Z.B. eine Packung pasta muss 8-10 Minuten kochen, die fertige Pasta aus dem Tiefkühlbereich braucht ohne Micro auch 20 Minuten.
Wenn ich meine Nudeln selbst mache, dann sind in der Zeit, bis das Wasser kocht, die Nudeln zum Kochen, brauchen nur ein paar Minuten, Tomatensosse aus dem Vorratsschrank geholt, in spätestens einer viertel Stunde ist das Essen fertig.
In 15 bis 20 Minuten ist ein schnelles selbstgemachtes Essen auf den Tisch- auch ganz altmodisch aus selbstgekochten Sachen.
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Re: alte Rezepte

#125

Beitrag von Rohana »

Ich hab gestern zum ersten Mal die schlesischen Klösse nach "Rezept" meiner Oma gemacht. Hat gut geklappt, mein Freund ist begeistert, ich darf's dann auch mal an seiner Familie testen... die ewigen bayrischen Knödel aus rohen Kartoffeln gehen mir nämlich so langsam auf die Geschmacksnerven. Das einzige Problem an Omas Rezepten sind die Mengenangaben. "Kind, ich hab das immer nach Gefühl gemacht, so'n Kilo Kartoffeln, ein Ei und n bisschen Mehl halt, bis der Teig sich richtig anfühlt..." Internet hat da ein paar Rezepte mit Mengenangaben auspespuckt, ich hab mich nicht ganz an eins gehalten sondern auch ein bisschen "gefühlt", passt :engel:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Re: alte Rezepte

#126

Beitrag von Doris L. »

Schon wieder habe ich was gefunden. Rezepte von 1819 , alles über Kartoffeln. Mir scheint das es alles einfach zu machende Rezepte sind. http://gutenberg.spiegel.de/buch/ueber- ... n--2020/14 hier sind Klösse.
Mich wundert das der Mann die Zeit hatte um alles aufzuschreiben, bei den Berufen und vielen Kindern.
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Re: alte Rezepte

#127

Beitrag von Maisi »

Semmelknödel sind auch ne gute Alternative zu Kartoffelknödel :) (mag die auch nicht, obwohl ich sonst Kartoffeln in jeglicher Zubereitungsart mag).
Rohana hat geschrieben:Das einzige Problem an Omas Rezepten sind die Mengenangaben. "Kind, ich hab das immer nach Gefühl gemacht, so'n Kilo Kartoffeln, ein Ei und n bisschen Mehl halt, bis der Teig sich richtig anfühlt..."
Genauso mach ich Schupfnudeln :lol: Ich mußte als Kind meiner Oma immer dabei helfen, wir haben dann für die ganze Familie gemacht, da mußte man da schon nen ganzen Berg voll machen und war ganz schön lange beschäftigt. Heute mach ich für meine Mutter Schupfnudeln mit, wenn ich mir welche mache (ihr ist es zuviel Arbeit, sie kauft sich lieber fertige und ich motz dann regelmäßig :hhe: ); sie hat mich mal nach Mengen/Rezept gefragt, da mußt ich auch sagen: ach, ein Dämpfer voll Kartoffeln, Ei und soviel Mehl, bis es halt sich so anfühlt, wie es sich anfühlen muß :holy:
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Re: alte Rezepte

#128

Beitrag von Maisi »

hobbygaertnerin hat geschrieben: es gibt auch eine sehr grosse Auswahl an Lebensmitteln, aber der Genuss bleibt heute auf der Strecke.
Kohl wird in vielen Küchen grundsätzlich nicht mehr verwendet, weil da könnten Gerüche in der Wohnung auftreten......
In vielen Neubauten ist ja eine abgetrennte Küche gar nicht mehr vorhanden, sondern alles offen. Würde ich nie wollen. Aber ich bin ja eh so altmodisch :lol:
hobbygaertnerin hat geschrieben: Aber ich hab nicht das Gefühl, das man damit um soviel schneller kocht. Z.B. eine Packung pasta muss 8-10 Minuten kochen, die fertige Pasta aus dem Tiefkühlbereich braucht ohne Micro auch 20 Minuten.
Wenn ich meine Nudeln selbst mache, dann sind in der Zeit, bis das Wasser kocht, die Nudeln zum Kochen, brauchen nur ein paar Minuten, Tomatensosse aus dem Vorratsschrank geholt, in spätestens einer viertel Stunde ist das Essen fertig.
In 15 bis 20 Minuten ist ein schnelles selbstgemachtes Essen auf den Tisch- auch ganz altmodisch aus selbstgekochten Sachen.
Glaub ich auch nicht, daß sowas schneller geht. Um beim Beispiel der Nudeln mit Tomatensauce zu bleiben: in der Zeit, wo die Nudeln kochen, kann man parallel ne Sauce aus einer Dose stückiger Tomaten machen, die mit Sicherheit genauso gut wird wie die fertig gekaufte (wenn jetzt jemand nichts selber einkocht und auf Vorräte zurückgreifen kann).
Aber man unterschätze nicht die Macht der Werbung, die dem Verbraucher genau suggeriert, wie schnell er dann ohne Arbeit ein Essen auf dem Tisch hat. Und je weniger man selbst in der Küche macht, umso weniger ist man vermutlich auch in der Lage, ein paar Sachen gleichzeitig zu tun. :hmm:
Foodblogs boomen, ständig erscheinen neue Kochbücher, die "richtige" Ernährung wird für manch einen zur Ersatzreligion. Nur selbst am Herd stehen tun tatsächlich immer weniger. Komische Welt. Was würden wohl unsere Vorfahren sagen, wenn sie uns mittels Zeitmaschine aus der Vergangenheit heute besuchen könnten?
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Re: alte Rezepte

#129

Beitrag von Rohana »

Maisi hat geschrieben:Aber man unterschätze nicht die Macht der Werbung, die dem Verbraucher genau suggeriert, wie schnell er dann ohne Arbeit ein Essen auf dem Tisch hat. Und je weniger man selbst in der Küche macht, umso weniger ist man vermutlich auch in der Lage, ein paar Sachen gleichzeitig zu tun. :hmm:
Würd ich gar nicht mal sagen, umso weniger ist man aber in der Lage, einzuschätzen was wie lange dauert. Wie einfach eben eine Tomatensauce aus stückigen Tomaten gehen kann (ob nun selbstgemacht oder selbstgekauft), wenn man entsprechende Gewürze, Zutaten und "Fähigkeiten" hat...
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Re: alte Rezepte

#130

Beitrag von hobbygaertnerin »

@Doris,
du bist ein Schätzchen, da hab ich heute Abend was zum Lesen. Ersatunlich, um diese Zeit schon so viele Kartoffelgerichte-
vermute mal, dass das auch mit der damaligen Zeit zusammenhing, durch den Ausbruch des Tambora gabs ein Jahr ohne Sommer und entsprechend knapp war Getreide, aber ob damals die Kartoffeln noch gewachsen sind?
@Maisi
so eine offene Küche würde ich aus den verschiedensten Gründen nicht wollen, sind halt derzeit ganz gross in Mode.

Musste lächeln, früher hab ich auch immer bei erfahrenen Hausfrauen diese ungenauen Mengenangaben und so nach dem Bauchgefühl - innerlich bemängelt, heute stelle ich an mir fest, dass ich inzwischen auch aus dem Bauch heraus koche.
Was mir allerdings auch auffällt- bei den Milliarden an Rezepten, die kann sich doch niemand mehr merken.
Da greif ich lieber auf die bewährten und bekannten Gerichte zu, durch Übung gehen mir die viel schneller von der Hand und ich weiß in der Regel, dass das auch ankommt und kein Genöle am Tisch gibt.
Und was mit auch auffällt- ich werde immer einfacher beim Kochen- ein paar gute Grundzutaten und das Ergebnis passt.
Heute hab ich nur ein stinknormales Kartoffelpürree gemacht und die frischen Forellen, die nur eine kurze Wegstrecke vom Teich zur Pfanne hatten.
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