viktualia hat geschrieben:
Da die Wirtschaft den Restlandwirten durchaus diktieren tut, ihre "Dienstleistungen" (das, was vom traditionellen noch übrig ist, die "Grundproduktion") mittels Nitrat und Glyphosat zu machen
nein, eben gerade nicht. Die immer grössere Effizienz ist das Problem, das kann man nicht mit noch mehr davon lösen.
Soviel ich weiss, wird niemand
gezwungen, Glyphosat zu verwenden.
Die Bio-Landwirtschaft ist aus einer Verweigerung derartiger Sachzwänge - Wirtschaftlichkeit um
jeden Preis - entstanden.
viktualia hat geschrieben:kann ich den "Beitrag der Landwirte", diesen "schwarzen Peter" erst mal zurück zu schieben, doch recht gut nachvollziehen. Nicht aus "emotionalen Gründen" (weder bei mir, noch bei Landwirten), sondern einfach, weil ich es für logisch halte.
Klar ist es verständlich, weil es um die Existenz geht. Aber alles verweigern, was in der Landwirtschaft falsch läuft, weil ja bloss die anderen schuld sind, die bloss billigst kaufen wollen und keine Ahnung haben, das kanns auch nicht sein.
Die Landwirtschaft hat ein Glyphosatproblem und sie hat ein Nitratproblem, und das ist nicht deshalb so, weil zuviele dreinreden, die nichts von der Sache verstehen, und auch nicht wegen der Bürokratie.
viktualia hat geschrieben:Wie soll es sonst gehen, wenn 2% für alles Land "verantwortlich", im Sinne von HANDELND sind
und 98% auf dieses handeln einwirken, indem sie das Portemonaie aufmachen oder eben zulassen?
Wenn man an ein System der Marktwirtschaft glaubt, entscheidet nur der Preis und also nur die Effizienz.
Zudem muss man nicht den Kunden erziehen, das zu wollen, was man kann, sondern man muss das anbieten, was der Kunde will.
Akzeptiert man, dass der, der was bezahlt, auch was zu sagen hat, dann muss man sich dreinreden lassen.
Akzeptiert man es nicht, dann soll man auch das Geld nicht nehmen.
Akzeptiert man, dass das Verursacherprinzip gelten soll, dann muss man sich kontrollieren lassen, damit nicht Trittbrettfahrer einen unfairen Vorteil bekommen.
Die Hand beissen, die einen füttert, das stört mich. Deshalb finde ich es auch ziemlich einseitig, wenn eine Verordnung nur danach beurteilt wird, was sie finanziell für Auswirkungen hat, ohne auch mal zu sagen, wieviel man überhaupt an Beiträgen bekommt und dass das viel ist (was kriegt die Bäckerei im Familienbetrieb, um gegen den Supermarkt nebenan bestehen zu können?)
Erwähne ich die schlichte Tatsache, dass ein bezogen auf die Wirtschaftsleistung unverhältnismässig grosser Anteil vom Kuchen in die Landwirtschaft geht, bin ich dann gegen die Landwirtschaft?
Unbesehen davon wäre es wohl sinnvoller, Subventionen immer mehr auf die Produktionsweise und nicht auf die Produktmenge zu beziehen. Aber das ist ein politischer Prozess. Dazu gehören auch flankierende Massnahmen, z.B. dass es keine unfaire Konkurrenz von Importprodukten geben darf, die inländischen Produktionsstandards nicht genügen.