unkrautaufesserin hat geschrieben:Marabu, kannst Du bitte erläutern, wie Du das machst?
Das würde mich brennend interessieren...

Aber klar doch @unkrautfresserin, schau hier! Ist zwar lang aber nun ja...

Erzähl was du davon hältst und wie deine Erfahrungen sind...
Also ich mache so eine Variante von Margarete Langerhorst
Mein Kartoffelbeet bekommt über den Winter eine dicke Mulchdecke. Im Frühling hebe ich diese dann ab, damit sich der Boden schneller erwärmen kann und die Schnecken nicht zu gute Bedingungen vorfinden.
Die Kartoffel lege ich ab Anfang März in große Eierkartons und stelle sie zum Keimen ans Licht.
Sollte sich Beikraut auf den Beet gebildet haben, hacke ich es weg und lasse es andernorts verwelcken oder gleich auf den Kompost.
Dann wird vorbereitend Schachtelhalmtee gemacht nach ihrem Rezept:
„150 Gr Schachtelhalm in 6 Liter kaltem Wasser 24 Stunden stehen lassen. Am nächsten Tag den Ansatz 20 Minuten kochen lassen. Zu dieser Menge 44 liter Wasser geben. Jetzt die schon vorher bereiten Pflanzkartoffeln, der Reihe nach einweichen, beispielsweise immer eine Sorte. Die Pflanzkartoffel sollten etwas 1/2 Stunde im Schachtelhalmtee liegen“ („Meine Mischkulturen Praxis“ S. 147 von Margarete Langerhorst)
Dann mache ich Rillen alle 40 cm und lege die Kartoffel, bestreue sie mit Urgesteinsmehl und flach mit Erde zugeharkt. 8-10 cm über den Kartoffeln reichen.
Dann kommt eine ca 15 bis 25 cm dicke Schicht Flächenkompost:
2-3 cm Komposterde
Trockene Stängel, abgestorbene Stauden, Heckenschnitt vom Vorjahr, die zerkleinere ich mit der Schere. (Es kann auch Stroh aus Ökoanbau sein, abgebrochene Äste, feine Rinden und Knospenteile) Und die Schicht kommt über die gesamte Fläche - ich mache mir immer Wege zwischen den verschiedenen Sorten!
Dann kommt einige Zentimeter Dick Heu vom Vorjahr (welkes Laub geht auch)
Dann kommt alles frisch Gemähte aus den Wilden Ecken und Graswegen drauf. Auch Beinwellblätter, Brennessel.
Darüber kommt reichlich Steinmehl
Darüber normales Gras, nicht zu dicke Schicht
Es soll eine lockere Schichtung sein, damit die Kartoffel auch durchwachsen.
Zum Schluß wird der Schachtelhalmtee drüber gegossen und nochmal die gleicht Menge zubereitet und damit gegossen.
Der Schachtelhalmtee ist eine vorbeugende Massnahme gegen Braun- und Krautfäule.
Ich habe die Kartoffel Ende April gelegt, meistens war es schon anfang Mai!
Etwas Geduld bracuht es, weil sie länger brauchen zum Durchwachsen, aber sie schaffen es. Wenn zwischendurch die Mulchschicht schimmelt ist das kein Problem, ist Teil des Abbauprozess.
Wenn große Wildkräuter durchwachsen, jähte ich sie.
Ist Braun- und Krautfäule Gefahr, wird noch 1-2 mal Schachtelhalmtee gegossen.
Margarete Langerhorst schreibt, sie verwendet für die Kartoffel immer jenes Beet, das eine Erholungsphase braucht!