Wölfe

viktualia

Re: Wölfe

#1171

Beitrag von viktualia »

(Warum wird mir manchmal angezeigt, dass ein weiterer Post kam und manchmal nicht?)

Emil, wenn man das Gras nicht "fragt", oder die eigene Wahrnehmung die Fakten des "holistik planned grazing" nicht aufnimmt, hat man, auf Jahre gerechnet, weniger Heu, bzw. Futter. (Egal, ob man es HPG nennt oder anders....)

"Kommunikation" ist doch grade das (effizienteste) Mittel, sich bei verschiedenen Interessen zu arrangieren,
worum sollte es sonst gehen? Wenn alle gleich wären, bräuchte man sich ja nicht so dringend darüber auszutauschen.
(Obwohl Kommunikation natürlich noch mehr Funktionen haben kann...)

"Der" Wolf existiert nicht, es geht nicht um Romantik (habt ihr als Kind auch "Der weisse Wolf" gelesen?), es geht um ne Art.
Es geht nicht darum, "ihn" zu füttern oder ihm Herden anzubieten.
Wenn ein Jäger in seinem Revier die Rehe und Wutzen in Schach halten soll, bekäme er ja auch die Kündigung, wenn er lieber Schafe schiesst, was soll der Quatsch.
Warum sollte das, was für "alle" Jäger gilt, für "den" Wolf nicht gelten? Weil "er" ("der" Wolf) keinen Arbeitsvertrag unterschreiben kann?
Ganz schön verdreht, unsere Welt...

Meint ihr, es könne was nutzen, wenn man die nötigen "Abschusslizenzen" in "Arbeitsplatzregulierung für Wölfe" umbenennt?
Anscheinend läuft es ja doch darauf hinaus, die Kommunikation an die uneffektiven menschlichen Ohren und Hirne anzugleichen.

(Hat Ina nicht neulich gefragt, was "Vermenschlichung" von Tieren eigentlich bedeutet? Hier haben wir einen ziemlich klassischen Fall vorliegen, finde ich: entweder kuscheln oder plattmachen, weil er sich nicht an die unausgesprochenen Abmachungen hält.)
CeJott
Beiträge: 34
Registriert: Do 16. Feb 2017, 18:25

Re: Wölfe

#1172

Beitrag von CeJott »

Nun gibt es seit Gestern die ersten bestätigten Wolfsrisse bei uns in der Nähe.
Letzten Sonntag war ich zu einer Feier eingeladen (Jägergeburtstag), auf der natürlich auch nicht nur Negativ über den Wolf gesprochen
wurde. Ein Vorteil der Anwesenheit ist ,das die Sauen mehr unterwegs sind und nicht mehr fest in der Dickung und den Krattecken stecken. Und es stellte sich heraus das von weit über 10 Wölfe auszugehen ist. Es wurden auch Risse gefunden, Kameraaufnahmen und Fährten
allerdings nur bei Wildtieren und deshalb hält man sich um den Wolfstourismus zu entgehen bedeckt.
Nun sind aber Schafe gerissen worden und der Wolfsberater geht davon aus, daß es sich um Wölfe handelt.
Was mich immer wieder verwundert ist die Tatsache, das die Wölfe in eine Art Blutrausch geraten wenn es sich um
Nutztiere handelt und bei Wild einzelne Stücke reissen. Das ganze Problem das ich bei dem Ganzen sehe ist die Tatsache:
das zu viele Emotionen bei den Diskussionen hochkochen. Überall werden dazu noch Gerüchte gestreut über heimliche Abschüsse bzw.
Nutztierrisse die nicht öffentlich gemacht werden dürfen weil sonst der Verlust der Pachtflächen droht.
Benutzer 146 gelöscht

Re: Wölfe

#1173

Beitrag von Benutzer 146 gelöscht »

CeJott hat geschrieben: Was mich immer wieder verwundert ist die Tatsache, das die Wölfe in eine Art Blutrausch geraten wenn es sich um
Nutztiere handelt und bei Wild einzelne Stücke reissen.
schon mal gewisse Touristen (ich nenne jetzt keine Herkunftsländer :pfeif: ) im All-inclusive-Urlaub an einem Frühstücksbuffet beobachtet...? ;)
Ich vermute mal, der Wolfsinstinkt sagt: eine Beute ist gut, mehr davon ist besser, zu viel davon kommt in der freien Natur nicht vor, weil potentielle Beute nicht in der Nähe bleibt nach dem ersten Riss. Warum also sollte der Wolfsinstinkt eine Obergrenze beinhalten - die kommt erst beim Fressen zur Wirkung.
Benutzer 72 gelöscht

Re: Wölfe

#1174

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

hm, hier wird ja rege weiterdiskutiert....
ich hab in meiner Erinnerung so eine vage Aussage (mündlich überliefert) "ein Wolf ist gut für die Herde, weil er hält die Tiere gsund" - dürfte aber eher aus einem "halbwilden" Land stammen, in dem Nutztiere nicht nur "Ertrag" bringen müssen, sondern auch robust sein und wo sie nicht eingezäunt werden, sondern sich recht frei bewegen können.... Und nein, diese Aussage stammte von keinem Naturschützer, zumindest nicht von einem "klassischen" Natürschützer (für mich sind Menschen, die bescheiden in der Natur und mit ihr arbeitend leben, eigentlich die wahren Naturschützer - nein, ich bin keiner, der Zug ist für mich abgefahren).

Trotzdem wollte ich herausfinden, ob es zu dieser Aussage irgendetwas im Netz gibt - hab nichts gefunden.
Nur diese Seite.
finde es schon interessant, dass sich die Wölfe laut einer Studie von ca. 2000 Wolfslosungen aus der Lausitz (in den Jahren 2001-2009) nur zu 0,8 % von Nutztieren ernähren. - ?
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4790
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Wölfe

#1175

Beitrag von Rohana »

Selbst wenn es so wäre: Sie fressen ja nicht alles was sie reissen. Und 0,8% sind immernoch 0,8% zuviel.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
CeJott
Beiträge: 34
Registriert: Do 16. Feb 2017, 18:25

Re: Wölfe

#1176

Beitrag von CeJott »

Es geht ja nicht nur um die Nutztierrisse, die überlebenden sind völlig verstört, trächtige Tiere verlieren ihren Nachwuchs usw.Ist ja auch nicht schön ständig die Kadaver zu sehen. Auf der einen Seite wird von den Bauern gefordert ihre Tiere auf der Weide zu lassen und dann sollen sie sehen wie sie ihre Herden
mit Zäunen, Hunden und was auch immer schützen.
Das Problem ist einfach das wir zu wenig Flächen haben für den Wolf und er keine Angst vor uns hat. Außerdem denke ich ist D zu
dicht besiedelt. Man denkt halt muß erst ein Mensch vom Wolf angefallen werden bis man die Wolfsromantik überdenkt.
Hildegard
Förderer 2017
Förderer 2017
Beiträge: 1699
Registriert: Mi 11. Aug 2010, 21:33
Wohnort: Oberösterreich

Re: Wölfe

#1177

Beitrag von Hildegard »

emil17 hat geschrieben:
Wenn eine Kuh natürlich aus unserer Sicht nur ein Verfahren ist, um aus Gras Milch zu machen, dann kann man problemlos die Hörner abschneiden oder wegzüchten, so wie man eine Hecke schneidet oder gleich zwergwüchsige Formen pflanzt.
Eben nicht. Das Horn ist ein wichtiges "Organ" für Stoffwchsel und Verdauung und beeinflusst die Milchqualität. Wurde eigentlich dem Profitstreben geopfert, das hatte aber auch seinen "Preis."

https://www.zalp.ch/aktuell/suppen/supp ... su_ho.html
https://www.hornmilch.at/warum-h%C3%B6rner/
LG Hildegard
Trau nie dem Ort an dem kein Unkraut wächst ;)
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4790
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Wölfe

#1178

Beitrag von Rohana »

Wenn das Horn so wichtig wäre, würde es nicht auch wunderbar ohne gehen, ob nun per Genetik (die mithin natürlich entstanden ist - sollte man sich überlegen wenn man die Seite überschreibt mit "Die Natur macht nichts vergeblich"), oder per menschlichem Eingriff. Ist für die Wölfe nun allerdings wirklich OT. Ich glaube fast wir hatten die Horndiskussion hier schonmal ;)
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Rati
Beiträge: 3625
Registriert: Di 8. Mär 2011, 13:58
Wohnort: ein Sachse unter Niedersachsen

Re: Wölfe

#1179

Beitrag von Rati »

Ich entschuldige mich schon mal falls mir etwas entgangen ist, ich habe - vor allem emils beiträge nich komplett lesen können war aber nicht in der Lage mich vorerst rauszuhalten (Steilvorlage für dich Adjua ;) )
ina maka hat geschrieben:
Adjua hat geschrieben:Mag sein. Ich will damit nur ausdrücken, dass die Beiträge von ihnen Marker und rati und gleichlautende grob unsachlich sind, weil Zäune und Herdenschutzhunde keine Schafe oder Kühe vor Wölfen auf Almen schützen, das sind alles Märchen.
Hacha, magst du mir sagen, wo ich die Meinung vertrete, dass Zäune oder Herdenschutzhunde Schafe und/oder Kühe auf Almen schützen tun??
Soweit ich weiß hab ich immer nachgefragt und betont, dass ich es besser finde, nach Lösungen zu suchen....
dito.
und ich habe geschrieben das der Findungsprozess zu spät begonnen und zu früh als gescheitert erklärt wurde.
Rohana hat geschrieben:Offensichtlich kann "man" das mit der Bejagung nicht machen, denn sonst würde es schon gemacht :kaffee:
offensichtlich hat einfach nur keiner alle dazu nötigen Gruppen zusammengetrommelt um zu klären wie es gemacht werden kann. :kaffee:
emil17 hat geschrieben:
frodo hat geschrieben:da haben wohl Einige das Grundprinzip des Lebens auf diesem Planeten nicht verstanden, oder dessen Dynamik unterschätzt. Das ist nämlich bei jeder Art das Überleben und die Vermehrung , und zwar so effektiv wie möglich, also mit dem geringstmöglichen Aufwand und Risiko.
Du bist nicht Biologe, oder?
Allerdings sollte dir schon das Balzverhalten junger Erwachsener zeigen, dass "mit geringstmöglichen Aufwand und Risiko" nur selten zutrifft,..
Moment Moment emil, du nimmst den einzelnen Aspekt bei dem es darum geht der potentiellen Partnerin zu beweisen das mann im Besitz der geeigntsten Gene ist um den Gesamtkomplex Überleben und Vermehrung zu beschreiben und das passt nicht.
Der Aufwand bei der Balz wird betrieben um das ganze Vermehrungsgedöns unaufwendiger,effektiver- sprich mit weniger Fehlschlägen behaftet machen zu können.
Denn:
emil17 hat geschrieben: ... dass der Weg des geringsten Widerstandes ein Grundprinzip des Lebens sei, das bestreite ich - nicht aber, dass es oft vorkommt...
sind Grundprinzipien nich deshalb Grundprinzipien weil sie grundsätzlich anwendbar sind - also eher sehr oft - vorkommen? :)

Grüße Rati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
[Einstürzende Neubauten 1996]
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4790
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Wölfe

#1180

Beitrag von Rohana »

Rati hat geschrieben:
Rohana hat geschrieben:Offensichtlich kann "man" das mit der Bejagung nicht machen, denn sonst würde es schon gemacht :kaffee:
offensichtlich hat einfach nur keiner alle dazu nötigen Gruppen zusammengetrommelt um zu klären wie es gemacht werden kann. :kaffee:
Frage wäre halt, wer in diesem Falle "keiner" ist. Wer ist für den Wolf verantwortlich? Die, die durch ihn Schaden nehmen? Die, die ihn haben wollen? Der Staat? Sonstwer... ? ;)

Man kann Wölfe sehr wohl bejagen, es wird in anderen Ländern auch gemacht. in Sachsen allein gibt es mittlerweile mehr Wölfe als in Finnland (das etwas größer ist) und dort werden sie bejagt. Die Wolfsdiskussion in Deutschland und Österreich ist genau dieselbe irrrationale Diskussion wie in vielen anderen Themen, wo irgendwelche Leute sich etwas ausdenken, NGOs gründen und dann fordern,dass alle anderen die Konsequenzen zu tragen haben.

Nochmal zum Mitschreiben:
- der Wolf hat mit Naturschutz nichts zu tun - im Gegenteil, man kann sich nicht mehr aussuchen welche Tiere man schützen will, wenn sie ins Beuteschema des Wolfes passen.
- dies gilt sowohl für schützenswerte Wildtiere als auch für schützenswerte Nutztiere
- der Wolf selbst muss nicht geschützt werden, es gibt genügend Wölfe auf der Welt, und genügend geeigneten Lebensraum für Wölfe. Geeigneter Lebensraum sind Gegenden, wo sehr wenige Menschen leben, die außerdem wegen anderer Raubtiere die Wildnis nur bewaffnet betreten und selbstverständlich Wölfe, die ihren Siedlungen und Tieren zu nahe kommen, auch abschießen.
- ein ungeeigneter Lebensraum für Wölfe ist ein Lebensraum wie unsere, wo es zu viele Hunde gibt mit denen sich die Wölfe verpaaren können. Dies führt nicht etwa zu einer echten Wolfsburg Nation, sondern zu Rudeln voller Hybriden, was die Markenschutz eigentlich widerspricht außer wir schaffen die Hundehaltung ab.
- ein ungeeigneter Lebensraum ist auch einer, wo es sehr viele schützenswerte Nutztiere und schützenswerte Kulturlandschaften gibt, welche bloß durch Beweidung durch Nutztiere aufrechterhalten werden können

Man sollte meinen, in Kenntnis dieser Fakten wüsste jeder ernsthaft Interessierte, dass der Wolf hier nichts zu suchen hat.

Kennzeichend für eine irrationale Diskussion in unserer Zeit ist es, dass sich Teile der Bevölkerung auf aus Wohlfühlgründen mit der Sache solidarisieren, ohne auchnur die geringste fachliche Ahnung zu haben und in der Folge jedwede Argumente ausblenden, die dem Wohlfühlfaktor widersprechen können.

Das schönste Beispiel sind die Ratis dieser Welt, ich behaupte, es geht dir, Rati und anderen mit gleichlautende Reden nicht um die Sache, nämlich Naturschutz oder Artenschutz, sondern bloß und den eigenen Narzissmus, der den Wohlfühlfaktor nicht zerstört haben will. Deswegen werden immer und immer wieder dieselben Argumente nachgeplappert, wo jeder vernünftige und engagierte Mensch in Sachen Naturschutz, Artenschutz oder Tierschutz schon längst sein Hirn eingeschaltet hätte.

Der zweite Teil der Befürworter setzt sich aus Profiteuren zusammen, Wolfsberater, Wolfsexperten NABUS und sonstige, wie viel Geld mit dem Wolf verdienen. das sind dann die Experten, deren Meinungen man ständig in der Zeitung liest.

- der Wolf frisst nur Wildtiere
- ach Schafe gerissen aber Kühe und Pferde sind wehrhaft
- ach Elektrozaun umgerannt wie konnte das passieren
- Elektrozaun allein funktioniert nicht vielleicht noch Herdenschutzhunde
- Herdenschutzhunde werden auch gekillt, also mehr Herdenschutzhunde
- Man muss ebenso viele Herdenschutzhunde haben, wie Wölfe in der Gegend sind
- der Wolf greift keine Menschen an
- ach das war kranke Wölfe oder Hybriden, die Menschen angegriffen haben

Usw. Usw.

Nach der Logik ist naturnahe Nutztierhaltung irgendwann mal völlig unrentabel, und wird in gerade kleinteiligen Landwirtschaften und weitläufigen Gebieten nicht mehr betrieben. Leider ist es dann plötzlich völlig egal, ob alle Tiere im Stall bleiben müssen oder ob artenreiche Wiesen sterben, wo sich dieselben Leute vorher fürchterlich aufgeregt haben, wenn z.b. ein Skilift gebaut werden soll, oder wenn es darum geht, das Leiden der Tiere anzuprangern um irgendwelchen Veganismus (die nächste irrationale Wohlfühl-Ideologie) zu fördern.

Es wäre ja alles wirklich zum Lachen, wenn die Folgen nicht so ernst wären.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Antworten

Zurück zu „Wildtiere, Fischerei, Jagd“