Glyphosat-Diskussion

Benutzer 72 gelöscht

Re: Glyphosat-Diskussion

#1151

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

emil17 hat geschrieben:Wüste ist auch so ein Begriff.
genau so ein Begriff :pfeif: ....
emil17 hat geschrieben:Er meint einen Landstrich, wo aus klimatischen Gründen nichts wachsen kann.
oder fast nichts laut wikipedia und laut meiner Übersetzung des mexikanischen Wortes "desierto".

Monokultur, Reinkultur, Wüste ....

können wir noch deutsch? :hmm: :lol:

Ich kenne das Wort "Reinkultur" übrigens auch eigentlich nur aus dem medizinischen Labor und meine Mutter bezeichnte mein verunkrautetes Gärtle als "Wüste".... :flag:
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emil17
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Re: Glyphosat-Diskussion

#1152

Beitrag von emil17 »

Manfred hat geschrieben:Du würfelst Zeug zusammen, das von den Definitionen her keinen Zusammenhang hat.
Dauerkulturen können auch Mischkulturen verschiedener Arten sein und haben zudem oft artenreiche Unterssaaten. Da geht es nur um die Anbaudauer und die Einstufung dieser Anbauformen ins EU-Landwirtschaftsrecht.
Ach so.
Du machst es dir aber auch sehr einfach.
Manfred hat geschrieben:Da geht es nur um die Anbaudauer
genau das war doch der wesentliche Unterschied zwischen Mono- und Reinkultur?


Wenn die Bürokraten und die Agronomen umgangssprachlich geläufige Begriffe mit ihrer eigenen Deutung belegen, die ohne Vorbildung missverständlich ist, dann dürfen das die gewöhnlichen Leute auch, die damit langweilige, oft mit Glyphosat rein (daher Reinkultur???) gehaltene Äcker meinen. Und die sagen nun mal Monokultur.
Wie sollen Max Mustermann und Lieschen Müller wissen, wovon die Experten reden, wenn sie zufällig keine Berufserfahrung in Agronomiebürokratie oder landwirtschaftlicher Betriebsführung haben? Oder tun das die Fachleute und Bürokraten absichtlich, damit das Wahl- und Steuerzahlvieh nicht mitreden kann? Der Verdacht liegt mir nahe.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzer 3370 gelöscht

Re: Glyphosat-Diskussion

#1153

Beitrag von Benutzer 3370 gelöscht »

Der Begriff "Agrarwüste" ist ja keine Wortschöpfung von mir.

Er ist bereits begrifflicher Bestandteil der Medienlandschaft.

http://www.tagesspiegel.de/politik/imbl ... 44028.html
http://www.zeit.de/2015/30/agrarpolitik ... haltigkeit
http://www.focus.de/wissen/natur/tid-14 ... 12532.html
Pastinake

Re: Glyphosat-Diskussion

#1154

Beitrag von Pastinake »

Was ich noch sagen wollte...
Nachdem ja die Diskussion wegen meinem Begriff der Monokultur entstanden ist.
Sicherlich kann sich die "gemeine Bevölkerung" mehr unter Monokultur vorstellen als unter dem Begriff Reinkultur.
Aber ich bin gerne bereit, etwas zu lernen (deswegen lese und schreibe ich ja auch hier im Forum).
Und jeder Beruf hat Fachtermini (u.a. so wie emil das mit den Winzern und den Botanikern beschrieben hat).

Nachdem zu diesem Forum eben auch die Landwirtschaft dazugehört, ist es doch auch in Ordnung, wenn da die korrekten Begriffe verwendet und erklärt werden, oder nicht?

MeinNameistHase und Oelkanne haben mir sachlich und freundlich erklärt, daß der Begriff Monokultur agrarwissenschaftlich nicht korrekt ist.
Also habe ich etwas Neues gelernt. Und ich persönlich fühle mich dadurch gar nicht angegriffen. Da gibt es hier andere Beiträge, wo ich mich mehr "plattgebügelt" fühle.

Und Buchkammer: Ich wollte auf keinen Fall sagen, daß in ganz Thüringen Reinkulturen auf großen Flächen angebaut werden! Aber wenn man auf Erfurt zufährt, empfinde ich die Flächen schon als sehr groß im Vergleich zum kleinzelligen Anbau hier in Nordbayern. :flag:
Manfred

Re: Glyphosat-Diskussion

#1155

Beitrag von Manfred »

Aufzeichnung der gestrigen Glyphosat-Debatte im Bundestag:

https://www.youtube.com/watch?v=zXfK6tCpTH4
Rati
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Re: Glyphosat-Diskussion

#1156

Beitrag von Rati »

Oelkanne hat geschrieben:Ein gepflügter Acker ist eine "Kurzzeitwüste" (wenn man Erntereste, abgefrorene Zwischenfrucht etc als Vegetation zählt).
wo anderst passt das Wort Wüste nicht auf den Acker...
kein Pflug tötet so gründlich ab wie ein Kompletherbizid Ölkanne.
Klar, ist die Erdkruste nach dem pflügen verletzt und damit stärker angreifbar als ein totgespritzter Acker. Aber gegen Erosion gibt es ja auch Maßnahmen.
Und ja, dieses Auwühlen der Erde bremst auch alle anderen wichtigen Vorgänge im Boden.
Aber, 1. gibt es beim pflügen - im Gegensatz zum spritzen- auch immer pflanzliche Überlebende, die dann wieder zur normalisierung des Bodenlebens beitragen. Schließlich handelt es sich dabei ja um enge Symbiosen und nicht um zwei Systeme mit ein paar Berührungspunkten (ich meine damit das was im Boden vor sich geht und wie die Pflanzen auf der Oberfläche leben).
Und 2. bietet die Zukunft andere Möglichkeiten als tiefes pflügen.
RichardBurgenlandler hat geschrieben:Der Begriff "Agrarwüste" ist ja keine Wortschöpfung von mir. Er ist bereits begrifflicher Bestandteil der Medienlandschaft.
stimmt, deshalb ist es auch ein emotional aufgeladenener Begriff, der einen Zustand allgemeinvolkverständlich und richtungsweisend beschreiben soll.
Was den Einsatz des Begriffes für eine Diskussion, die Spuren von Sachlichkeit enthalten soll, riskant macht. :)

Ich persönlich sehe bei diesem Wort allerdings die sommerlichen Sandstürme vor Augen die manchmal in meiner alten Heimat über die riesigen Ackerflächen im Elbtal fegten.
Doch auch dort sind gegenüber der damaligen Zeit deutliche verluste an Arten zu beobachten. Mein Vater, der noch dort lebt, ist ein sehr guter Beobachter und Kenner der Natur.
Deshalb würde ich mich ja freuen hier, bevor in Detailfragen schon wieder alles zerfetzt wird, mehr Beobachtungen IM INSEKTENTRAED(mit möglichst langen verläufen und nicht nur aus Deutschland) lesen zu können, aber das hatte ich ja dort schon ganz am Anfang geschrieben:
Rati hat geschrieben:
Manfred hat geschrieben: @Rati:Die Frage ist halt, was du diskutieren willst ....
da du jetzt netterweise gleich diesen Faden aufgemacht hast, würde ich am liebsten noch gar nicht diskutieren sondern Erfahrungsberichte sammeln. :) ...
Grüße Rati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
[Einstürzende Neubauten 1996]
Benutzer 3370 gelöscht

Re: Glyphosat-Diskussion

#1157

Beitrag von Benutzer 3370 gelöscht »

Rati hat geschrieben:Was den Einsatz des Begriffes für eine Diskussion, die Spuren von Sachlichkeit enthalten soll, riskant macht. :)
Gebe ich dir recht, allerdings werden wir ständig mit "Kampfbegriffen" konfrontiert, die uns das eine oder andere suggerieren sollen.
Damit man dafür ein Gefühl bekommt, welch mächtiges Werkzeug die Sprache als Manipulationsmittel besitzt (kennen wahrscheinlich die Meisten schon, kann man sich aber nicht oft genug anhören)

Daniele Ganser über Frames https://www.youtube.com/watch?v=CTI0f8aIRpg
Reiner Mausfeld über "Wie Machteliten Meinung und Demokratie steuern" https://www.youtube.com/watch?v=LBndWYhld40
Zur Insektenbeobachtung:
Wir sind seit 8 Jahren hier auf dem Hof. Beobachtet habe ich so ziemlich alles was ich beobachten konnte auf ca einem ha.
Ich könnte tausende Beispiele über Populationsveränderungen aufzählen, ob es Singvögel, Amphibien, Reptilien, Fluginsekten, Krabbelinsekten, Regenwürmer, auch Mikroorganismen im Boden allerdings nur durch induktiv Schlüsse beobachtbar,
Ich könnte nicht eine einzige dieser Beobachtungen heranziehen um eine seriöse Aussage über das durchschnittliche Verhalten der Population auf meinem gesamt Grundstück zu treffen.
Ich kann sagen, dass die Zersetzungsrate von Mulch Material zugenommen hat ( was ich an einigen wenigen Merkmalen festmache ) und daraus schließe ich, dass das Bodenleben (Mikroorganismen) auf den von mir bearbeiteten Flächen zugenommen hat. Nachdem ich Flächen zeitlich versetzt (1-2 Jahre) in Betrieb genommen habe kann ich da bei gleichzeitigem Mulchen einen Unterschied der Zersetzungsrate erkennen.
Wildmohn

Re: Glyphosat-Diskussion

#1158

Beitrag von Wildmohn »

Rohana hat geschrieben:Zum wievielten Mal? Monokultur ist Jahr für Jahr die selbe Kultur. Hat sich noch nicht geändert seit der letzten oder vorletzten Seite. Wenn also vor deiner Tür auf dem selben Feld(!) alle Jahre(!) dieselbe Kulturpflanze(!) steht, dann ist das wohl eine Monokultur.

Jetzt verstanden? Ich bin ja gern behilflich :roll:
Da muss ich leider noch mal etwas genauer drauf eingehen. Wenn auf einer Fläche nur eine Pflanzenart angebaut wird, egal ob Mono- oder Reinkultur, wo ist da dann der Unterschied für die Nahrungsgrundlage für Lebewesen, die auch nach der Blüte auf Nahrung angewiesen sind?
Das war meine Bemerkung vom "kleinen, aber feinen" Unterschied. Den gibt es in diesem Kontext nämlich garnicht! Oder vielleicht doch?
Deshalb bin ich der Meinung, das die Differenzierung reine Wortklauberei ist und dem Problem gegenüber nicht unbedingt dienlich ist.
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Re: Glyphosat-Diskussion

#1159

Beitrag von Rohana »

Vielleicht ist es ja zuviel verlangt, einen Fachbegriff sachlich richtig zu benutzen. Ich finde das zumutbar. Dein "Problem" ist jedenfalls mit dem (Kampf)Begriff Monokultur auch nicht zu lösen. Und nu?
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Wildmohn

Re: Glyphosat-Diskussion

#1160

Beitrag von Wildmohn »

Rohana hat geschrieben:Vielleicht ist es ja zuviel verlangt, einen Fachbegriff sachlich richtig zu benutzen. Ich finde das zumutbar. Dein "Problem" ist jedenfalls mit dem (Kampf)Begriff Monokultur auch nicht zu lösen. Und nu?
"Und nu?" gilt es Lösungsansätze zu finden, die dieses (nicht meines!) Problem beseitigen oder zumindest minimieren. Die -und ich sage es ganz bewußt!- Agrarwüsten mit all den Giften, die dort versprüh werden und schädigend auf Flora und Fauna wirken, müssen in ein für die Natur würdigeres Habitat umgewandelt werden. Ein Lösungsansatz ist in meinen Augen die konsequente Umstellung zum ökologischen Landbau hin.
Glyphosat und Neonicotinoide, Rein-und Monokulturen, die industrielle Landwirtschaft also, zerstören die Lebensgrundlage für Mensch und Tier.
Was ist daran nicht zu verstehen? :hmm:
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