Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 10. Jun 2018, 07:47
Hab mich auch schon öfters gefragt, wie man "glückliche Tiere" definieren will?
Sind jetzt meine Hühner unglücklicher, weil ich sie im Auslauf mit Vogelschutznetz von Oben gesichert habe- und die Greifvögel und Füchse die Hühner quasi nur so wie im Fernsehen betrachten können? Hab so gar keine Lust, meine Eierleger nur für das Raubzeugs zu füttern.
Es gab eine Dauerausstellung im Bauernhausmuseum in Amerang- Stallhaltung einst und jetzt-
Stallhaltung so um das Jahr 1850 und wie die heutigen Ställe aussehen-
man durfte früher nicht mehr Kühe halten, als man über den Winter bringen konnte- die Kühe waren am Ende des Winters so entkräftet, dass sie mit dem Schwanz aus den Ställen gezogen wurden und mit Scheibtruhen auf die Almenden gebracht werden mussten.
Die Bauern wurden aufgeklärt, wie sie die Kühe zu halten hatten, ein Brief eines Bauern- er klagt, wie es ihnen jetzt damit gehen würde-
Kühe mussten nicht nur Milch geben, sondern wurden in vielen Betrieben auch als Zugtiere gebraucht- war sicher auch im Sommer kein Erholungsaufenthalt, draussen in der Hitze eingespannt zu sein, um die Erntewägen zu ziehen, von Bremsen und anderen Insekten gestochen zu werden,
das Leben war für die Bauern und die Tiere kein Zuckerschlecken.
Ob es für die Mastschweine früher besser war, keine Ahnung, ich musste als Kind bei den Schweinen ausmisten helfen, für mich waren nicht die Schweine das Problem, sondern die Ratten, die sich immer wieder auch am Schweinetrog Futter holen wollten.
Die Gänse waren über Sommer und Herbst auf der eingezäunten Weide, immer wieder kam der Fuchs und holte sich Futter- diejenigen Gänse, die es erwischte, hatten Pech und meine Eltern haben sich furchtbar darüber geärgert.
Was mir in der ganzen Diskussion immer sauer aufstösst-
Bauern gehen lange Jahre in Ausbildung und Schule, werden von Lehrern mit dem neuesten Wissen versorgt, in den Unis von Professoren, es gibt eine Unzahl an Fachzeitschriften, Kursen, Weiterbildungen-
und am Ende stehen die Bauern am Pranger.
Es wird kontrolliert, dokumentiert, es werden Labels, Siegel und was weiß ich noch alles geschaffen, muss auch alles überwacht werden- damit wurden sehr viele gutbezahlte Arbeitsplätze geschaffen.
Aber wenn ich nur so in die Runde in unserer Gegend schaue-
ein Hof nach dem anderen hört auf- die Flächen werden verpachtet- die Leute sind gefragte Arbeitnehmer, weil sie anpacken und was können und leisten.
Die Bauern, die weitermachen, verlieren immer mehr an Lust, sich diesen Irrsinn weiter anzutun-
im den Geschäften merkt man da nichts davon, es gibt ja mehr als genug zu kaufen, wird auch geschaut, dass zu den hohen Mietpreisen als Gegengewicht die Lebensmittel billig bleiben müssen, denn für Freizeit und Urlaub muss auch noch was übrig bleiben.
Ihr werdet es erst irgendwann merken- wenn die vielen grossen Investmentgesellschaften flächendeckend die Hand auf den Grund und Boden und Lebensmitteln haben - was verloren gegangen ist.
Manchmal muss ich mich einfach ärgern, wie das alles gelaufen ist, dass sich so eine Entwicklung einnisten und etablieren konnte.
Ich fahre gerne mit dem Fahrrad - und sehe wie sich das Land verändert, aber auch die Siedlungen und Gärten,
Dank der billigen Lebensmittel müsen sich heute nicht mehr viele Gartler mit Obst und Gemüse herumschlagen, man kauft es im Geschäft, macht den Garten mit Steinen und anderen landschaftsgartenbaulichen Elementen samt Rasenrobbi zur Erholungszone- kauft sich teure Grills und billiges Fleisch und dann wird über die Landwirtschaft und der bösen "Massentierhaltung" geschimpft.
Sind jetzt meine Hühner unglücklicher, weil ich sie im Auslauf mit Vogelschutznetz von Oben gesichert habe- und die Greifvögel und Füchse die Hühner quasi nur so wie im Fernsehen betrachten können? Hab so gar keine Lust, meine Eierleger nur für das Raubzeugs zu füttern.
Es gab eine Dauerausstellung im Bauernhausmuseum in Amerang- Stallhaltung einst und jetzt-
Stallhaltung so um das Jahr 1850 und wie die heutigen Ställe aussehen-
man durfte früher nicht mehr Kühe halten, als man über den Winter bringen konnte- die Kühe waren am Ende des Winters so entkräftet, dass sie mit dem Schwanz aus den Ställen gezogen wurden und mit Scheibtruhen auf die Almenden gebracht werden mussten.
Die Bauern wurden aufgeklärt, wie sie die Kühe zu halten hatten, ein Brief eines Bauern- er klagt, wie es ihnen jetzt damit gehen würde-
Kühe mussten nicht nur Milch geben, sondern wurden in vielen Betrieben auch als Zugtiere gebraucht- war sicher auch im Sommer kein Erholungsaufenthalt, draussen in der Hitze eingespannt zu sein, um die Erntewägen zu ziehen, von Bremsen und anderen Insekten gestochen zu werden,
das Leben war für die Bauern und die Tiere kein Zuckerschlecken.
Ob es für die Mastschweine früher besser war, keine Ahnung, ich musste als Kind bei den Schweinen ausmisten helfen, für mich waren nicht die Schweine das Problem, sondern die Ratten, die sich immer wieder auch am Schweinetrog Futter holen wollten.
Die Gänse waren über Sommer und Herbst auf der eingezäunten Weide, immer wieder kam der Fuchs und holte sich Futter- diejenigen Gänse, die es erwischte, hatten Pech und meine Eltern haben sich furchtbar darüber geärgert.
Was mir in der ganzen Diskussion immer sauer aufstösst-
Bauern gehen lange Jahre in Ausbildung und Schule, werden von Lehrern mit dem neuesten Wissen versorgt, in den Unis von Professoren, es gibt eine Unzahl an Fachzeitschriften, Kursen, Weiterbildungen-
und am Ende stehen die Bauern am Pranger.
Es wird kontrolliert, dokumentiert, es werden Labels, Siegel und was weiß ich noch alles geschaffen, muss auch alles überwacht werden- damit wurden sehr viele gutbezahlte Arbeitsplätze geschaffen.
Aber wenn ich nur so in die Runde in unserer Gegend schaue-
ein Hof nach dem anderen hört auf- die Flächen werden verpachtet- die Leute sind gefragte Arbeitnehmer, weil sie anpacken und was können und leisten.
Die Bauern, die weitermachen, verlieren immer mehr an Lust, sich diesen Irrsinn weiter anzutun-
im den Geschäften merkt man da nichts davon, es gibt ja mehr als genug zu kaufen, wird auch geschaut, dass zu den hohen Mietpreisen als Gegengewicht die Lebensmittel billig bleiben müssen, denn für Freizeit und Urlaub muss auch noch was übrig bleiben.
Ihr werdet es erst irgendwann merken- wenn die vielen grossen Investmentgesellschaften flächendeckend die Hand auf den Grund und Boden und Lebensmitteln haben - was verloren gegangen ist.
Manchmal muss ich mich einfach ärgern, wie das alles gelaufen ist, dass sich so eine Entwicklung einnisten und etablieren konnte.
Ich fahre gerne mit dem Fahrrad - und sehe wie sich das Land verändert, aber auch die Siedlungen und Gärten,
Dank der billigen Lebensmittel müsen sich heute nicht mehr viele Gartler mit Obst und Gemüse herumschlagen, man kauft es im Geschäft, macht den Garten mit Steinen und anderen landschaftsgartenbaulichen Elementen samt Rasenrobbi zur Erholungszone- kauft sich teure Grills und billiges Fleisch und dann wird über die Landwirtschaft und der bösen "Massentierhaltung" geschimpft.