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Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Fr 8. Dez 2017, 17:48
von Rohana
Ja mei, die Leber ist belastbar... Aspirin ist ja schön und gut aber es hat gewisse Nebenwirkungen, die in gewissen Situationen katastrophal sind. Dann sollte man was anderes nehmen.
Viktualia: Bei TTIP hab ich Bauchschmerzen. Und wenn wir aus TTIP nur rauskommen durch ein Glyphosatverbot, dann wäre das ein guter Grund für mich, Glyphosat zu verbieten! Genauso wie ein erwiesenes Krebsrisiko oder sonstigwas handfestes.

Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Fr 8. Dez 2017, 22:31
von Manfred
Gerade auf FB gefunden:
"Leute, die Angst haben, von Glyphosat Krebs zu bekommen, erklären Viehhaltern, dass vom Wolf keine Gefahr ausgeht."
[Klaus Alfs]
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: So 10. Dez 2017, 01:56
von misfits
einige interessante Infos zur Glyphosatproblematik von Fr. Prof. Monika Krüger, Mikrobiologin und Tierärztin, Uni Leipzig.
Mir geht nicht um die Moderation, sondern lediglich um die Ausführungen von Frau Krüger.
https://www.youtube.com/watch?v=0FHaDqE8Jwk
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: So 10. Dez 2017, 11:03
von viktualia
Rohana sagte:
Und wenn wir aus TTIP nur rauskommen durch ein Glyphosatverbot, dann wäre das ein guter Grund für mich, Glyphosat zu verbieten!
Jep, ganz grundsätzlich stimme ich dir da zu, nur hätte ich es gerne gewusst, wenn es eigentlich um so was geht.
(Das ist ja das, was mich nervt: werd ich informiert von denen oder instrumentalisiert?)
misfits: das muss ich aber jetzt erst mal verdauen: "Weil der Wirkstoff ein Chelator ist bindet er zweiwertige Metallionen/Kationen wodurch Mangan, Kobalamin und auch Eisen oder Zink dem Stoffwechsel nicht mehr in normalem Maße zur Verfügung stehen, was den Energiehaushalt einschränkt".... Puh. (4:50) Ist kein "Krebsrisiko" aber....
(Dass sich ein "guter Bauer" dadurch auszeichnet, dass er keine Gülle benutzt irritiert mich jedoch etwas...)
Ina, (immer noch o.t.): hast du mal geschaut, was in Thomapyrin drin ist? Salizylsäure (das aus der Weide).
Und da es mit Coffein und Paracetamol (einem nichtopioidem-Analgetika) gemischt ist, braucht man weniger Einzelwirkstoffe,
was dann weniger schlecht für die Leber ist. (Oder für den Magen, wir sind ja bei Aspirin).
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: So 10. Dez 2017, 11:46
von Rohana
Weil der Wirkstoff [Glyphosat] ein Chelator ist bindet er zweiwertige Metallionen/Kationen wodurch Mangan, Kobalamin und auch Eisen oder Zink dem Stoffwechsel nicht mehr in normalem Maße zur Verfügung stehen, was den Energiehaushalt einschränk
Wenn man bedenkt dass Glyphosat ursprünglich mal als Wasserenthärter entwickelt wurde, ist das jetzt keine Überraschung.
Ein bekannter Komplexbildner ist z.B. Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA), tut genau das beschriebene und ist in vielen Wasch- und Reinigungsmitteln enthalten.
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: So 10. Dez 2017, 12:44
von Benutzer 72 gelöscht
viktualia hat geschrieben:Ina, (immer noch o.t.): hast du mal geschaut, was in Thomapyrin drin ist? [...] und Paracetamol
danke für das Stichwort!
Paracetamol - das ist der mir unbekannte Wirkstoff.. hab jetzt ein bisschen darüber gelesen, viel sympatischer wird es trotzdem nicht...
Tja, mein Magen verträgt halt (wahrscheinlich wegen der Gene) so gut wie alles, da kann ich mir Aspirin gegen Kopfschmerzen leisten. Die Alternative wäre nichts nehmen, und das mach ich inzwischen auch schon längst....
Weil der Wirkstoff [Glyphosat] ein Chelator ist bindet er zweiwertige Metallionen/Kationen wodurch Mangan, Kobalamin und auch Eisen oder Zink dem Stoffwechsel nicht mehr in normalem Maße zur Verfügung stehen, was den Energiehaushalt einschränk
kann die (resistente, weil genmanipulierte) Pflanze diese Stoffe dann auch weniger aufnehmen?
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: So 10. Dez 2017, 12:58
von Manfred
Das Interview mit Frau Krüger ist gut. Sie bemüht sich zumindest um Sachlichkeit, trotz ihrer klaren Positionierung.
Ken selbst macht in Sachen Landwirtschaft leider genau den Fehler, den er in anderen Bereichen anderen Journalisten vorwirft. Sonst könnte er da schon deutlich weiter sein.
Die schädliche Wirkung auf viele Mikroben im Boden und im Verdauungstrakt sowie das fehlende Wissen zu Kombi-Wirkungen mit den ganzen Zusatzstoffen sind auch meine Hauptkritikpunkte am Glyphosat. Deshalb sähe ich den Einsatz gerne minimiert.
Was leider wieder völlig unter die Räder kommt, sind praktikable (auch wirtschaftliche praktikable) Alternativen.
Mehr als "Die Biobauern können auch ohne" bei gleichzeitigem Ignorieren der massiv negativen Einflüsse der Bodenbearbeitung (da gehen noch mehr Mikroben über den Jordan) und der Marktrealität (kein Außenschutz für die konventionelle Landwirtschaft) kommt nicht.
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: So 10. Dez 2017, 13:12
von Benutzer 4754 gelöscht
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: So 10. Dez 2017, 13:17
von viktualia
Danke, Rohana, für das Stichwort EDTA
https://de.wikipedia.org/wiki/Chelat-Therapie das kann, zumindest theoretisch,
nach Vergiftungen mit Schwermetallen günstig wirken;
für die tägliche Versorgung mit Spurenelementen ist es grottig.
Ina,
kann die (resistente, weil genmanipulierte) Pflanze diese Stoffe dann auch weniger aufnehmen?
Können kann sie, schätz ich, sie findet nur nix, weil das Zeug ja gebunden ist. Oder anders formuliert: nur, wenn genug übrig ist.
Ich versteh auch die Frau Krüger so, dass der Mangel nicht durch eine Störung der Aufnahme,
sondern durch ein verringertes Angebot zustande kommt.
Und ich versteh die allgemeine Lage so, dass Glyph´nicht der einzige Faktor ist, der diesem Energieklau zugrunde liegt.
Und, jetzt wieder o.t.: Komplexbildner ist ja z.B. auch in Milch (Calcium) - soll man ja auch ne halbe Stunde warten, bis man Medikamente nimmt, die werden sonst gebunden, machen der Niere arbeit, aber nicht ihren Job.
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: So 10. Dez 2017, 13:32
von Manfred
Ich dachte, das sei hinlänglich bekannt?
Ich hatte auch schon mal eine längeres Video mit Elaine Ingham zum Thema der Wirkung diverser Pflanzenschutzmittel als Komplexbildner und der daraus resultierenden Mangelprobleme verlinkt.
Scheint leider klanglos versumpft zu sein.