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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?
Verfasst: Mo 30. Mai 2022, 12:42
von emil17
penelope hat geschrieben: Mo 30. Mai 2022, 08:11
Ich finde an solchen Blackout/Endzeit-Beiträgen bedenklich, dass es sehr oft als Selbstverständlichkeit dargestellt wird, dass natürlich sofort gleich die Nachbarn einen plündern wollen.
Dieses Menschenbild habe ich nicht und ich möchte mir das auch nicht aufdrücken lassen. Dabei bin ich selbst mittleren Alters und habe keine körperlichen Einschränkungen und wäre damit im Bevölkerungsdurchschnitt wohl eher auf der „starken“ Seite. Aber bei irgendeiner Notsituation wäre meine erste Idee ja nicht, dass ich die Gelegenheit gleich mal nutze um die alten Leute in der Nachbarschaft auszuplündern, sondern ich würde mal gucken gehen, ob die Hilfe brauchen.
Ws auch typisch ist, dass man als Leser dieser Artikel vom Autor so angesprochen wird, als gehöre man selbstverständlich zu der wissenden Minderheit unter einer Menge von Ignoranten. Da sind wir dann wieder beim Grundmuster all dieser Eso- und Verschwörungs- oder Endzeitpropheten: Hier die wenigen die Bescheid wissen, dort die unüberschaubare Menge derjenigen, die keine Ahnung haben.
Es könnte ja sein, dass ICH Hilfe brauche oder mir etwas fehlt, was der Nachbar hat oder kann.
Ist Horten von allem wirklich die einzige und ist es eine menschenwürdige Vorbereitungsstrategie? Könnte es auch funktionieren, bei der freiwilligen Feuerwehr mitzumachen oder auch nur ein guter Nachbar für die Nachbarn sein zu wollen?
penelope hat geschrieben: Mo 30. Mai 2022, 08:11
Es gibt ja auch beispielsweise in Kalifornien regelmäßig sehr große Stromausfälle. Eine dermaßen stabile Stromversorgung, wie wir sie hier in Mitteleuropa haben, ist weltweit eher die Ausnahme und nicht die Regel.
Das muss man ab und zu mal den internationalen Steueroptimierern sagen - Ein Grund, warum die hochpreisigen Mitteleuropastaaten wirtschaftlich florieren ist eben, dass vieles einfach funktioniert, und das ist viel Geld wert.
Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?
Verfasst: Di 31. Mai 2022, 16:59
von Sven2
Die Informationen aus dem Berni kten Artikel sind an sich nicht schlecht, außer dass reißerische. Ok, und i h würde nicht gleich schnellstmöglich die ganze Familie alarmieren und heimholen
Was ich schade finde, ist, dass diese ganzen Informationen ja frei verfügbar von offizieller Stelle ins Netz gestellt werden (in Deutschland vom BBK), aber es niemand wirklich interessiert oder ernst zu nehmen scheint. Man kann sich ja bei einem Teil der Maßnahmen über die Umsetzbarkeit streiten, aber immer wenn es in die Medien kommt (ist ja aktuell und vor ein paar Jahren war es schon mal so) heißt es: Panikmache Usw. Angeblich hat die Innenministerin in eibem Interview die Listen in Frage gestellt
Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?
Verfasst: Di 31. Mai 2022, 17:18
von sybille
immer wenn es in die Medien kommt (ist ja aktuell und vor ein paar Jahren war es schon mal so) heißt es: Panikmache Usw.
Ist das ein Wunder? Es wird so viel Panikmache gemacht das die Bevölkerung nicht mehr weiß was sie glauben soll. Das war doch bei der Ahrflut auch so. Kaum jemand hatte geglaubt das es wirklich so schlimm kommt. Das glaubt leider jetzt auch kaum jemand.
Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?
Verfasst: Di 31. Mai 2022, 21:38
von Renysol
Zum reißerisch und Panikmache sollte man sich mal Werbung oder Berichte über Versicherungen oder Fahrradhelme oder so angucken. Wenn die Behörden usw. das richtig begründen, ist der Blackout ziemlich wahrscheinlich, jedenfalls wahrscheinlicher als ein abgebranntes Haus oder ein Sturz mit dem Fahrrad. Die Folgen wären jedenfalls ungleich schlimmer. Beim Hausbrand oder Radsturz ist es natürlich bequem: Man zahlt oder kauft einen Helm und die Sache ist erledigt. Wer sich auf einen Blackout vorbereiten will, der muss einiges mehr tun.
Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?
Verfasst: Di 31. Mai 2022, 22:12
von Eule
ich sehe es anders herum: nachdem es einige Wetterkatastrophen gab, die nahezu ohne Vorwarnung blieben (ich denke da an den einen oder anderen Sturm vor ein paar Jahren), sind die Wetterfrösche dazu übergegangen, die Wahrscheinlichkeitsschwelle, ab der vor Unwetter etc. öffentlich gewarnt wird, herunter zu setzen (lieber zehnmal zu oft als einmal zu wenig gewarnt), also gibt es immer häufiger Warnungen, in deren Folge eben nichts Schlimmes passiert, und entsprechend werden Warnungen immer weniger ernst genommen.Das Beispiel Ahrtal wurde ja schon genannt.
Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?
Verfasst: Mi 1. Jun 2022, 08:14
von Dyrsian
Eule hat geschrieben: Di 31. Mai 2022, 22:12
ich sehe es anders herum: nachdem es einige Wetterkatastrophen gab, die nahezu ohne Vorwarnung blieben (ich denke da an den einen oder anderen Sturm vor ein paar Jahren), sind die Wetterfrösche dazu übergegangen, die Wahrscheinlichkeitsschwelle, ab der vor Unwetter etc. öffentlich gewarnt wird, herunter zu setzen (lieber zehnmal zu oft als einmal zu wenig gewarnt), also gibt es immer häufiger Warnungen, in deren Folge eben nichts Schlimmes passiert, und entsprechend werden Warnungen immer weniger ernst genommen.Das Beispiel Ahrtal wurde ja schon genannt.
Ja, hier ist es ganz extrem: Sobald hier ein bisschen Wind ist, machen sie die Schulen und Kindergärten zu und rufen den Katastrophenfall aus. Das Ganze kommt mehrmals pro Jahr vor. Alle Leute müssen dann ihre Kinder spontan abholen oder können sie erst gar nicht bringen, es kommt riesen Stress auf weil man natürlich trotzdem arbeiten muss usw.
Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?
Verfasst: Mi 1. Jun 2022, 11:18
von Sven2
Renysol hat geschrieben: Di 31. Mai 2022, 21:38
Zum reißerisch und Panikmache sollte man sich mal Werbung oder Berichte über Versicherungen oder Fahrradhelme oder so angucken. Wenn die Behörden usw. das richtig begründen, ist der Blackout ziemlich wahrscheinlich, jedenfalls wahrscheinlicher als ein abgebranntes Haus oder ein Sturz mit dem Fahrrad. Die Folgen wären jedenfalls ungleich schlimmer. Beim Hausbrand oder Radsturz ist es natürlich bequem: Man zahlt oder kauft einen Helm und die Sache ist erledigt. Wer sich auf einen Blackout vorbereiten will, der muss einiges mehr tun.
Naja, die Versicherung will ja auch was damit Verdienen
Aber wie meinst du das, der Blackout ist wahrscheinlicher als der Sturz vom Fahrrad?
Und schlimmer ist relativ. Gesamtgesellschaftlich ist ein totaler Blackout schlimmer, klar. Aber für mich persönlich kann es, je nach Betroffenheit und Dauer, wesentlich schlimmer sein, wenn mein Haus abbrennt oder ich nach Radsturz mit Kopfverletzung im Koma liege.
Naja, beim Ahrtalwar ja eher das Problem, dass nicht umfassend davor gewarnt wurde. Wenn im Sturm mal ein Baum auf ne Schule stürzt und Kinder verletzt werden, ist das Geschrei danach auch wieder groß, oder?
Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?
Verfasst: Mi 1. Jun 2022, 13:41
von Eule
Naja, beim Ahrtalwar ja eher das Problem, dass nicht umfassend davor gewarnt wurde. Wenn im Sturm mal ein Baum auf ne Schule stürzt und Kinder verletzt werden, ist das Geschrei danach auch wieder groß, oder?
Die Frage war und ist, wer wen wann wie und wovor gewarnt hat oder nicht. Hinterher muss ein Schuldiger gefunden werden, der dann die Verantwortung trägt.
Und das ist in letzter Zeit ein verbreiteter Trend: es geht bei allen Warnungen vor Gefahren erst in zweiter Linie darum, Menschen vor Schäden zu schützen. Primär geht es darum, die Verantwortlichen vor Schadenersatzansprüchen und verlorenem Ansehen zu schützen!
Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Verantwortung so zu streuen, dass es am Ende Keiner gewesen ist, oder 2. eben vor jedem irgendwie denkbaren Risiko zu warnen (Habe mir kürzlich ein neues Elektro-Werkzeug gekauft. Die ersten 13 Seiten der Bedienungsanleitung sind Sicherheitshinweise die, wenn man sie alle befolgen würde, die praktische Verwendung des Werkzeugs eigentlich ausschließen

)
Ich weiß nicht, ob es mit der immer komplexeren Alltagsumgebung zu tun hat, für die "der gesunde Menschenverstand" alleine nicht mehr ausreicht, oder ob es einfach eine immer weiter verbreitete "rundum-sorglos-Mentalität" ist, die eigenverantwortliches Handeln aus der Mode hat kommen lassen.
Jedenfalls bezweifle ich, dass es unterm Strich besser für den "Normalbürger" ist, in "Notfällen" aber ganz bestimmt nicht.
Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?
Verfasst: Mi 1. Jun 2022, 17:11
von Dyrsian
Eule hat geschrieben: Mi 1. Jun 2022, 13:41
Und das ist in letzter Zeit ein verbreiteter Trend: es geht bei allen Warnungen vor Gefahren erst in zweiter Linie darum, Menschen vor Schäden zu schützen. Primär geht es darum, die Verantwortlichen vor Schadenersatzansprüchen und verlorenem Ansehen zu schützen!
Das ist im beruflichen Umfeld, je nachdem wo man arbeitet, noch viel mehr verbreitet. Da sind teilweise Auflagen, die keiner mehr erfüllen kann, ganz einfach weil niemand so viel Personal hat das er für den ganzen Papierkram abstellen kann und / oder weil man dann einfach nicht mehr arbeiten kann.
Dieses "Suchen nach dem Schuldigen" und die deutsche Vollkasko-Mentalität gehen mir richtig auf den Sack!
Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?
Verfasst: Mi 1. Jun 2022, 23:38
von Renysol
Sven2 hat geschrieben: Mi 1. Jun 2022, 11:18
Aber wie meinst du das, der Blackout ist wahrscheinlicher als der Sturz vom Fahrrad?
Wie ich das weiter oben verlinkt hatte, sind hier die ganzen Fachleute aufgeführt, wobei der Thinktank der österreichischen Armee von praktisch 100 % Wahrscheinlichkeit ausgeht:
http://borso.info/index.html
Da steht in Kurzform die Liste der Organisationen, die es wissen sollten.
Dann gab es noch den Aufruf, Dinge zu nennen, die auch bei 10 Tagen Blackout noch funktionieren. Außer blöden Bemerkungen zu Körperfunktionen ist nicht eine einzige reale Sache genannt worden.