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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 26. Nov 2017, 12:29
von viktualia
Ach Ina, da muss ich jetzt ganz, ganz vorsichtig formulieren....
Ich: TP fördert erst mal die Nährstoffumsetzung,
ob es dann in der Nähe Wurzeln gibt, die diese Aufnehmen, hängt vom Gärtner ab, nicht vom TP.
Ina: Wie passt die Aussage von holzgaser im Faden "Landwirtschaft mit Pflanzenkohle" da dazu?
holzgaser hat geschrieben:
Der trockene Hühner- Taubenmist wird mit trockener oder feuchter Holzkohle 1:1 gemischt und mit Wasser zu einer mörtelartigen Masse verrührt.[....]Die Mischung fängt an zu leben..... da startet der Lebensprozess für die Holzkohle.[....]
Jede Portion dieser Holzkohlemischung verbessert den Boden auf Dauer, nicht nur einmalig!
Denn: https://www.selbstvers.org/forum/viewto ... 10#p338581
Nun ja, mit Mais wird er recht haben, der wird sich am Stickstoff ordentlich bedienen.
Bei Kohlrabi sähe das möglicherweise schon wieder anders aus.
Ich weis nicht, was Holzgaser genau mit "verbessern" meint, ob er da eine "Grenze nach oben" kennt.
Nun ja, das Konzept eines "zu guten Bodens" ist ja auch irgendwie quatsch. Aber das Konzept "Überdüngt" macht vor nem Biogarten nicht halt.

Ich hab keine Ahnung, wieviel Kohlenstoffe in welchem Verrottungsgrad neben dem Hühnermist und der Biokohle in Holzgasers Erde vorhanden sind.
Ich weis auch nicht, ob oder wie oft er umgräbt, mulcht, was er sonst noch pflanzt, wie oft er erntet, bzw. nachdüngt.
Ich weis nur das, was ich oben sagte: TP, oder auch Holzkohle alleine, fördert die Umsetzung auch der Kohlenstoffe.
Wieviel von Pflanzen aufgenommen wird hängt von deren Bedürfnissen ab; was ausgewaschen wird hängt davon ab, was übrigbleibt, bzw. wie der Humusgehalt dann noch ist. (Und umgraben/Sauerstoffgehalt im Boden.)

(Ich hatte ja kurz vorher die "Wunderwirkung der Holzkohle" bissl eingeschränkt - ich selber glaube durchaus an "Wunder" im Sinne von toller Wirkung auf die Pflanzen. Nur halt die Sache mit dem CO2 Speicher ist mir suspekt. http://www.i-sis.org.uk/bewareTheBiocharInitiative.php)

"Auf Dauer" fällt so´n bissl unter "Verallgemeinerung". Aber da sitz ich im Glashaus und gehe erstmal davon aus, dass er Humus nachliefert.....
"Original TP", also die Erde im Amazonasgebiet, mag ja Strukturstabil sein; Holzkohle mit Hühnermist in Gartenerde ist da nicht ganz das gleiche, deren Vorzüge bestehen eher im SCHNELLEN Abbau und damit hoher Nährstoffverfügbarkeit. Ob für Wurzeln oder "fürs" Grundwassser hängt, wie gesagt, von den vorhandenen Wurzeln (etc.) ab.

Und mit "die Grünen" mein ich gar nicht nur die Partei sondern all die naturfernen Idealisten, die z.B. meinen, ein Ferkel liesse sich das Schwänzchen lieber von einem Artgenossen abbeissen als vom Tierarzt abknipsen. Egal, ob Kunde oder Abgeordneter.

Zu nem Ringelschwänzchen gehört genug Platz, sonst ist das Kokolores.
(Und "strukturierter" Stall; es ist die "Reizdeprivation", die Verletzungen/Entzündungen/Notschlachtungen fördert.
Neben den "Arbeitsstrukturen" die den Arbeitsaufwand für das Einpinseln mit Desinfektion zulassen oder eben nicht.)
(Oder den "Strukturwandel" -oral AB- versus -händisch Desinfektion- aushalten oder nicht....)

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 26. Nov 2017, 15:11
von hobbygaertnerin
Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion-
ich kann inzwischen jeden verstehen, der sich dieser Aufgabe entzieht und was anderes macht. Hab mal einen Spruch auf einem Scheunentor gelesen:
Von der Lust auf dem Land zu leben und von der Kunst davon zu leben.
Es ist wesentlich einfacher, sich ein Einkaufswagerl zu schnappen, durch Ald.... und so zu schieben- das Wagerl zu füllen und dann über die Lebensmittel, Lebensmittelfirmen und vor allem die Bauern zu schimpfen.
Jeder der sich selbst auf ein paaren Quadratmetern bückt, um dort was ernten zu können, sieht wieviel Schweiss die Götter vor den Erfolg gesetzt haben. Und er hat immer noch das beruhigende Gefühl, wenn es nichts oder nicht viel zum Ernten gibt, in den Geschäften wird mehr als genug angeboten.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: So 26. Nov 2017, 17:19
von Benutzer 72 gelöscht
hobbygaertnerin hat geschrieben:Es ist wesentlich einfacher, sich ein Einkaufswagerl zu schnappen, durch Ald.... und so zu schieben- das Wagerl zu füllen und dann über die Lebensmittel, Lebensmittelfirmen und vor allem die Bauern zu schimpfen.
nein, so funktioniert das auch nicht.....
das hört sich ja an, als ob nur die Landwirte für ihr Essen arbeiten müssten.
Ich kenne auch die andere Seite der Medaille, z.B. dass man sich im Supermarkt ein paar Salatblätter abpflückt und bei der Kassa treuherzig "ist nur fürs Meerschweinchen", weil sich der Salatkopf nicht mehr ausgeht - mit dem Geld, das für alle, die woanders als in der Landwirtschaft arbeiten, natürlich vom Himmel fällt :roll:
Oder das alte Mütterchen, das an der Kasse dann, halbtot vor Scham, die Hälfte ihrer billigen Lebensmittel zurückgibt, weil die Börse fast leer ist...
(hab eine Zeitlang als Kassierin gearbeitet, weil ich leider keinen Garten hatte, um mein Essen selber abzubaun)
alles einfacher als selber zu ernten.

Wieso immer diese Vorurteile?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 27. Nov 2017, 05:41
von hobbygaertnerin
@Ina,
es ging mir nicht um Vorurteile - sondern dass die Abstimmung an der Kasse stattfindet.
Wir bekommen mit der Tageszeitung jeden Samstag gratis die Ald.....zeitung mitgeliefert,
wenn 500 g Hackfleisch um 1,79 Euro verkauft werden, ein Hokaidokürbis um 79 Cent, eine Jeans um 10 Euro, dann mag das für den, der wenig Geld hat, überlebenswichtig sein, aber der Preis dafür wird woanders bezahlt.
Wer das Geld nicht so anschauen muss, kann sich für das ersparte Geld eben dann auch vieles leisten, was diesem ausbeuterischem System geschuldet ist.
Auch wir müssen sparsam leben, aber ich mag es nicht, wenn ich dafür anderen Menschen ihre Lebensgrundlage entziehe- weil ich selbst zur Genüge erlebe, erfahre, wie sich das anfühlt.
Sicher hat nicht jeder die Möglichkeit, in einem Garten Gemüse und Obst zu erzeugen, aber ich sehe um mich rum das andere Verhalten im Dorf bei uns rum, der Landschaftsbauer kommt mit dem Bagger, räumt den wertvollen Humus weg, es kommen alle Obstbäume mit der Motorsäge weg, es werden Trennvliese ausgebracht, ein Teil des Gartens wird mit Steinen befüllt, der andere Teil bekommt eine Pflasterfläche und der Rest wird rasenrobottertauglich, ein paar kümmerliche Wüstenpflanzen irgendwo in den Steinmulch- und nicht mal ein Kräutertöpfchen findet noch Platz, weil es sich eh nicht lohnt, sich diesen Stress anzutun und man das ganze Jahr alls jederzeit kaufen kann- und wenn einer damit anfängt, machen es immer mehr nach. Nicht mal eine Biene oder anderes Insekt hat da noch Lebensmöglichkeit, aber man beschwert sich, weil die Wiesen keine blühenden Magerwiesen mehr sind. Die Strassenböschungen werden gemulcht, damit sind die Blumen auch dort verschwunden.
Ich versuche immer beide Seiten zu sehen, bei den Bienen hab ich als Hobby 5 Völker, mir würde Angst und Bange, um als Imker von den Bienen direkt leben zu können und bei allen anderen landw. Möglichkeiten läuft es auf ähnliches Muster raus.
Manchmal hab ich das Gefühl, ich bin ein Diosaurier, der aus der Zeit gefallen ist, selbst das Angebot, sich Obst vom Baum holen zu können, dafür werd ich nur belächelt, warum soll man sich die Arbeit machen, gibts eben alles beim Ald......
und sicher, wenn man einer gutbezahlten Arbeit nachgeht, warum soll man so blöd sein und sich eben bücken und schmutzig machen.
Und dann wird aber wieder geschimpft, weil die Lebensmittel nicht dem entsprechen, was sich die Masse vorstellt.
Wer das Vergnügen hat, für solche Discounter zu liefern, der tut mir manchmal richtig leid.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 27. Nov 2017, 06:00
von Rohana
Wenn du BY 306 siehst, denk an mich :grinblum:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 27. Nov 2017, 09:40
von Benutzer 72 gelöscht
WAs ist BY 306?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 27. Nov 2017, 13:51
von Manfred
Die Verordnung zur Stoffstrombilanz ist durch den Bundestag:

https://www.topagrar.com/news/Acker-Agr ... 98389.html

Wieder das gleiche Spiel wie bei der Düngeverordnung:
Für einen Bruchteil der Betriebe, die bisher über die Stränge geschlagen sind, bitter nötig, für die Rest sinnlose Bürokratie, verschwendetes Geld und verschwendete Lebenszeit.
Zumal eine der beiden Regelungen (Stoffstrombilanz oder erweiterte Düngeverordnung) für die Begrenzung der ausgebrachten Nährstoffmengen ausreichend gewesen wäre.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 27. Nov 2017, 17:41
von Lehrling
aber es ist viel einfacher neue Verordnungen zu schreiben als sich die betreffenden Betriebe vorzuknöpfen, womöglich besteht da auch noch Verfilzung irgendwohin...

liebe Grüße
Lehrling

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 27. Nov 2017, 17:46
von Benutzer 4754 gelöscht
Manfred hat geschrieben:Die Verordnung zur Stoffstrombilanz ist durch den Bundestag:

https://www.topagrar.com/news/Acker-Agr ... 98389.html

Wieder das gleiche Spiel wie bei der Düngeverordnung:
Für einen Bruchteil der Betriebe, die bisher über die Stränge geschlagen sind, bitter nötig, für die Rest sinnlose Bürokratie, verschwendetes Geld und verschwendete Lebenszeit.
Zumal eine der beiden Regelungen (Stoffstrombilanz oder erweiterte Düngeverordnung) für die Begrenzung der ausgebrachten Nährstoffmengen ausreichend gewesen wäre.
Der in der DüV geforderte Nährstoffvergleich bzw. die Feld-Stall-Bilanz sagt doch theoretisch genau das selbe aus wie die Hoftorbilanz.
Mit dem Unterschied:
Bei der Hoftorbilanz kann man kaum bescheisen...

Bei der Feld-Stallbilanz hat man die Erträge geschätzt (und bei Bedarf höher)
die Stoffstrom bzw Hoftorbilanz geht ja nur nach Lieferscheine/Rechnungen und da kann man ja kaum mogeln.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 2. Dez 2017, 06:59
von Rohana
Weiss nicht ob das Thema hier schon aufgeworfen wurde: Weizen oder Wohnen? Bauern gegen Städteplaner - es geht um die letzten Ackerflächen in München, die die Stadt jetzt gerne bebauen möchte...

https://www.br.de/mediathek/video/weize ... d6a43?t=5s