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Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 09:24
von strega
was brauchen wir dann, wenn nicht saubere Felder? Klar, Essen für bald 10 Milliarden Menschen muss erzeugt werden, dank Mons.nto und co wird das auch geschafft werden, logo. Zumindest kurzfristig, weil langfristig auf den kaputten Böden nix mehr geht.
Und klar, heutzutage gibts keinerlei Sicherheit mehr.... das ist nicht die Frage. Nur bin ich weit davon entfernt zu sagen, wenns eh keine Sicherheit gibt dann isses ja egal was auf unseren Feldern landet. Hauptsache es wird Geld gescheffelt. Zu viel Gewöhnung gibts schon in der Gesellschaft. Nein, daran müssen wir uns nicht noch mehr gewöhnen. Leben müssen wir damit. Aber uns nicht gewöhnen.
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 10:05
von viktualia
Hüch, ne strega, Missverständniss:
wir brauchen die sauberen Felder, keine Frage.
Aber wir brauchen AUCH "saubere Köpfe" - die Fähigkeit, eigenständig zu denken, Transferleistungen zu machen.
Sonst ist etwas Glyph auf einmal schlimmer als viel JKK, weil das ja "Bio" ist.
Allein schon, weil die Lösungen nicht auf Entweder/Oder, sondern auf Management beruhen.
Den Blick für´s Ganze muss man üben, pflegen, der gibt nicht so schnell Sicherheit wie die althergebrachte Wissenschaftshörigkeit.
Liebe strega, nee, ich nehm das nicht persönlich, dafür find ich dein "nie im Leben will ich mich an so nen Quatsch gewöhnen" viel zu gut.
Aber ich muss da nu ein wenig philosophieren, denn so wirkt in meinen Augen das "Böse"/Ungute:
ich bin verletzt, unsicher, will was verteidigen, was ich für "Gut" halte, und mutiere in dem Moment,
wo ich das Gegenteil zum "Bösen" deklariere, selber zu einem Teil davon.
Es wird keiner gezwungen, sich vom Guten zu verabschieden, die Angst trennt in uns die Tatsachen in Gut/Böse.
Wir sollen uns nicht an die Zustände gewöhnen, wir sollen uns daran gewöhnen, sie selber in die Hand zu nehmen, das meinte ich!
Manche haben Angst vor Verantwortung, andere haben Angst vor Glyphosat.
Und ich finde, auch die die Glyph´nicht mögen sollten Verantwortung für den nötigen Dialog übernehmen. In aller Liebe.
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 16:31
von strega
@ Viktualia
das heisst, dass die Angst das ist, was uns Glypho-Anwendung aufm Acker als böse erscheinen lässt?
und wenn wir die Angst bearbeiten, wegrationalisieren, whatever, dann finden wir Glypho aufm Acker dann langsam akzeptabel, sinnvoll und nützlich?
hmmmmm.
Angst ist zuweilen was sehr Lebens-Erhaltendes. Aber das weisste ja sicherlich, dass es da ein paar verschiedene Arten von Angst gibt.
Ich weiss, ich provozier dich derzeit ein bischen

Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 20:11
von Manfred
Das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt schreibt in der heutigen Ausgabe, dass sollte in der EU ein Glyphosatverbot durch eine mögliche Gesundheitsgefährdung begründet werden, auch alle Importe von Futter- und Nahrungsmitteln mit einem Glyphosat-Restanteil oberhalb der technischen Nachweisgrenze verboten werden müssten.
Das hätte zur Folge, dass z.B. Produkte aus GVO-Soja nicht mehr importiert werden dürften.
In diesem Fall sei damit zu rechnen, dass die WTO die EU verklagen und Sanktionen z.B. in Form einer Einschränkung der die EU-Agrarexporte verhängen wird.
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 20:23
von Rohana
Ja, deshalb verbietet man's ja auch nur in D und lässt weiter fröhlich importieren...

und sollte es doch anders kommen: Who the fuck cares about deutsche Agrarexporte? Doch sicher nicht der Durchschnittsbürger, die Massentierhaltung soll doch abgeschafft werden, umso besser wenn nix mehr mit Export verdient werden kann!
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 20:29
von Benutzer 2354 gelöscht
ähm jo.
warum muss ein Land das sich noch nicht mal selbst ernähren kann Lebensmittel exportieren. ?
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 20:37
von viktualia
Voll in Ordnung, strega. Mir geht es ganz allgemein gesehen ja nicht ums Glyph, sondern eher um das Unkraut in den Köpfen.
Wenn du mich da auf mögliche Interpretationschieflagen aufmerksam machst, kann ich ja für meine Kultur nur lernen....
und wenn wir die Angst bearbeiten, (weg)rationalisieren, whatever, dann finden wir Glypho aufm Acker dann langsam akzeptabel, sinnvoll und nützlich?
(Klammer von mir)
Jep. Wenn du dich wehren willst, ist es besser, keine Angst zu haben. Angst macht auch immer den Gegner stark.
Nur noch wenig Glyph fänd ich jetzt durchaus akzeptabel, sinnvoll und nützlich, gar keins wär sicher besser;
aber da ich wirklich glaube, dass die momentanen Alternativen schlimmer sind,
na ja, fänd ich es unsinnig, es direkt ganz zu verbieten.
Du kennst doch sicher den Spruch "das Gegenteil von Gut ist gut gemeint?"
So viel Power, wie Glyph in den Köpfen der Leute hat, hat das Zeug gar nicht.
Um damit die Schwiegermutter zu himmeln müsstest du auch etliche Liter verabreichen, wirklich.
Ja, es ist giftig, aber im "normalen Junk-food Bereich".
(Ich trau der Lebensmittelindustie deutlich weniger als den Bauern.)
Ja, es ist gut, sich dagegen zu verwehren, Junk untergeschoben zu bekommen -
aber Himmel, wenn Leute so tun, als ob es Zyankali im Trinkwasser wär - da mag ich halt nicht mehr mitmachen.
Und wenn ich grad Zeitzeuge werden soll, wie ein relativ harmloses Mittel gegen gefährlichere Alternativen getauscht werden soll,
nur weil die NGO´s und Grünen und Gutmenschen grad auf diesen Zug abfahren,
nun ja, da hab ich die Wahl zwischen Angst und Auseinandersetzung.
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 20:44
von Rohana
ihno hat geschrieben:ähm jo.
warum muss ein Land das sich noch nicht mal selbst ernähren kann Lebensmittel exportieren. ?
Weiss nicht. Wenn ich die Wahl hätte, würden unsere Produkte nur an Leute gehen, die sie angemessen honorieren.
Aber: Verkaufst du auch nur an Leute im 5km Umkreis? Wenn nein, warum?

Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 21:36
von Benutzer 2354 gelöscht
5 km schaffen wir nicht weil wegen zuwenig Menschen und neben mir gibt es auch noch so lästiege Mitbewerber.
20 könnte gehen , 30 km mit SICHERHEIT :
Deutsche kuh im deutschen Stall gegen Australische känguhrus ist unfair das kann keine gewinner geben.
Re: Glyphosat-Diskussion
Verfasst: Fr 3. Nov 2017, 21:45
von Benutzer 72 gelöscht
Rohana hat geschrieben:Weiss nicht. Wenn ich die Wahl hätte, würden unsere Produkte nur an Leute gehen, die sie angemessen honorieren.
Deshalb werden ja die "nicht so guten" Teile der Hähnchen nach Afrika exportiert
(weil sie dort honoriert werden)
auf gut Deutsch (oh sorry, Zufall, dass ich diese Redewendung verwende) heißt das:
Wir importieren Soja, um Tiere zu mästen, behalten die Edelteile und exportieren den Rest wieder zurück.
hab ich das richtig verstanden?
@viktualia: wow, du hast es geschafft, mich zu überzeugen: es gibt schlimmeres
- oder ist Glyphosat zu einem Symbol geworden
oder

soll der Kampf gegen Glyphosat vielleicht von was anderem ablenken??
und noch ganz kurz ot von wegen "Mensch" und "Natur": ich sehe das nicht so: "Natur=gut, Mensch=böse", nee.
Natur ist grausam und kennt keine Moral, aber sie ist.
Der Mensch kann grausam sein oder sehr fürsorglich.
Genau diese Fürsorglichkeit hat dazu geführt, dass wir nicht mehr ganz "Natur" sind. So meinte ich das mit dem "Ausgeklickt-Haben aus der natürlichen Auslese" (durch Medizin und Sozialhilfe und so)
ob das gut ist oder schlecht ist eine andere Frage, aber "Natur" ist es in meinen Augen nimmer.
