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Re: zu den Meldungen aus der Landwirtschaft
Verfasst: Di 30. Apr 2019, 06:27
von Reto94
Oelkanne hat geschrieben:
Ein Kleinbetrieb kann weder die Preise für die Produkte bestimmen, noch kann er die Preise für seine Einkäufe bestimmen,
produziert er zu teuer obwohl er seine Arbeitszeit zu gering entlohnt oder bietet der Markt nur unterirdische Preise (aus sicht des Kleinbauern) ist der Ofen einfach aus.
Kommen dann noch so schöne Forderungen nach neuer Gülletechnik (ein neues Güllefass kostest etwa 250.000€) oder neue Forderung bei der Aufstallung von Schweinen (im Mittel etwa 500.000€ umbau/neubau kosten) wird immer öfter der Laden dicht gemacht bevor man sich hoch verschuldet und in wenigen Jahren alles wieder über den Haufen geworfen wird.
Gerade ein Kleinbetrieb kann sehr wohl seine Preise selbst bestimmen. Gehört nur ein wenig Aufwand dazu. Bei Freilandschweinen zum Beispiel, braucht man weder Gülletechnik noch einen teuren Stall. Durch direktvermarktung kann der Preis gut an die Kosten angepasst werden. Manchmal müssen die Kunden halt ein bisschen unterrichtet werden, dann klappt das mit der nötigen Motivation bestimmt.
Re: zu den Meldungen aus der Landwirtschaft
Verfasst: Di 30. Apr 2019, 07:06
von Benutzer 4754 gelöscht
Reto94 hat geschrieben:Oelkanne hat geschrieben:
Ein Kleinbetrieb kann weder die Preise für die Produkte bestimmen, noch kann er die Preise für seine Einkäufe bestimmen,
produziert er zu teuer obwohl er seine Arbeitszeit zu gering entlohnt oder bietet der Markt nur unterirdische Preise (aus sicht des Kleinbauern) ist der Ofen einfach aus.
Kommen dann noch so schöne Forderungen nach neuer Gülletechnik (ein neues Güllefass kostest etwa 250.000€) oder neue Forderung bei der Aufstallung von Schweinen (im Mittel etwa 500.000€ umbau/neubau kosten) wird immer öfter der Laden dicht gemacht bevor man sich hoch verschuldet und in wenigen Jahren alles wieder über den Haufen geworfen wird.
Gerade ein Kleinbetrieb kann sehr wohl seine Preise selbst bestimmen. Gehört nur ein wenig Aufwand dazu. Bei Freilandschweinen zum Beispiel, braucht man weder Gülletechnik noch einen teuren Stall. Durch direktvermarktung kann der Preis gut an die Kosten angepasst werden. Manchmal müssen die Kunden halt ein bisschen unterrichtet werden, dann klappt das mit der nötigen Motivation bestimmt.
Wo mit wir wieder bei den Nischen sind...
... die Nischen die so klein sind das sie nur vom wenigen kleinen besetzt werden können.
Und was soll der Rest machen?
Re: zu den Meldungen aus der Landwirtschaft
Verfasst: Di 30. Apr 2019, 08:42
von Benutzer 72 gelöscht
Oelkanne hat geschrieben:Und was soll der Rest machen?
Kunsthandwerk verkaufen, am Bau schuften, selbergemachtes Essen in einer Schulküche servieren, die eigenen Kinder erziehen, handwerklich hergestellte Schuhe (die dann "ewig" halten) zu einem angemessenen Preis verkaufen, alte Menschen richtig gut pflegen .....
ist nämlich alles mit gar keiner Bürokratie verbunden und im Gegensatz zur Landwirtschaft auch richtig gut bezahlt....
Wir drehen uns im Kreis - noch einmal meine Frage:
Wieso brauchen ausgerechnet die Landwirte eine Sonderbehandlung?
Und wieso sollen sie nicht unser aller Natur (und die Erde der zukünftigen Generationen) schützen und erhalten müssen?
Wir es wir alle müssten,
da snd wir uns einig!

Re: zu den Meldungen aus der Landwirtschaft
Verfasst: Di 30. Apr 2019, 09:04
von Teetrinkerin
ina maka hat geschrieben:Oelkanne hat geschrieben:Und was soll der Rest machen?
Kunsthandwerk verkaufen, am Bau schuften, selbergemachtes Essen in einer Schulküche servieren, die eigenen Kinder erziehen, handwerklich hergestellte Schuhe (die dann "ewig" halten) zu einem angemessenen Preis verkaufen, alte Menschen richtig gut pflegen .....
ist nämlich alles mit gar keiner Bürokratie verbunden und im Gegensatz zur Landwirtschaft auch richtig gut bezahlt....
Wir drehen uns im Kreis - noch einmal meine Frage:
Wieso brauchen ausgerechnet die Landwirte eine Sonderbehandlung?
Und wieso sollen sie nicht unser aller Natur (und die Erde der zukünftigen Generationen) schützen und erhalten müssen?
Wir es wir alle müssten,
da snd wir uns einig!

Sehr gut auf den Punkt gebracht. Dem schließe ich mich absolut an.
Ich habe in der Dienstleistungsbranche (Transport und Logistik) gearbeitet (in einem der größten Konzerne weltweit). Für dieses Gehalt wäre sicherlich so manch Landwirt morgens nicht aufgestanden, denn ich hatte brutto weniger, was viele andere netto verdienen. Dabei ist das ein ganz normaler Ausbildungsberuf und dazu noch echt stressig und anstrengend, bis teilweise zur völligen Erschöpfung (Überstunden wurden am letzten des Monats fast wieder auf Null gesetzt!). Nebenbei habe ich dann anfangs noch in der elterlichen Landwirtschaft geholfen, bis diese aufgegeben wurde. Obwohl ich in einem großen Konzern beschäftigt war, blieb mir der Verlust des Arbeitsplatzes wegen Schließung der Niederlassungen nicht erspart.
Re: zu den Meldungen aus der Landwirtschaft
Verfasst: Di 30. Apr 2019, 09:15
von Gelöschter Benutzer 54
und was willst du (und alle anderen) dann essen, wenn die nicht-nischenbauern auf kunsthandwerk und co umgestiegen sind?
Re: zu den Meldungen aus der Landwirtschaft
Verfasst: Di 30. Apr 2019, 09:23
von Rohana
Oelkanne hat geschrieben:Und was soll der Rest machen?
Gefälligst leise sterben.
kraut_ruebe hat geschrieben:und was willst du (und alle anderen) dann essen, wenn die nicht-nischenbauern auf kunsthandwerk und co umgestiegen sind?
Importware aus den vielen Ländern, die perfektes Tierwohl, umfassenden Umweltschutz und billigste Preise bieten.
Teetrinkerin hat geschrieben:
Für dieses Gehalt wäre sicherlich so manch Landwirt morgens nicht aufgestanden, denn ich hatte brutto weniger, was viele andere netto verdienen.
Ich dachte über's Gehalt haben wir schonmal gesprochen? Warum gehst du davon aus, dass Landwirte grundsätzlich mehr davon haben?
Re: zu den Meldungen aus der Landwirtschaft
Verfasst: Di 30. Apr 2019, 10:52
von Teetrinkerin
Rohana hat geschrieben:
Ich dachte über's Gehalt haben wir schonmal gesprochen? Warum gehst du davon aus, dass Landwirte grundsätzlich mehr davon haben?
Das habe wo geschrieben?
Re: zu den Meldungen aus der Landwirtschaft
Verfasst: Di 30. Apr 2019, 11:51
von emil17
Rohana hat geschrieben:
Importware aus den vielen Ländern, die perfektes Tierwohl, umfassenden Umweltschutz und billigste Preise bieten.
Da die Umweltprobleme global sind, ist "aus dem Ausland" grundsätzlich nur wegen dem Transport ein Problem.
Andersrum geht die Argumentation besser:
Wenn die Umweltprobleme, an denen die inländische Landwirtschaft mit beteiligt ist, nicht so gravierend wären, wäre Verzicht auf Import eine gute Option.
Re: zu den Meldungen aus der Landwirtschaft
Verfasst: Di 30. Apr 2019, 11:58
von Benutzer 72 gelöscht
kraut_ruebe hat geschrieben:und was willst du (und alle anderen) dann essen, wenn die nicht-nischenbauern auf kunsthandwerk und co umgestiegen sind?
Ist die Frage ernst gemeint?
Ich wollte nie, dass "alle" Bauern umsteigen, ich wollte Rohana nur die Augen öffenen
dass die Bauern nicht die Branche sind, wo die (arbeitenden) Menschen
am meisten leiden müssen ....
abgesehen davon, ich steh dazu, was ich gesagt habe, dass uns die Natur ("Sonne, Regen und der Boden") ernährt und nicht der Landwirt.
Gäbe es keine hauptberuflichen Bauern mehr, müsste es
a) mehr Selbstversorger geben oder
b) die Bauern wieder besser bezahlt werden bzw. die Rahmenbedingungen verbessert werden.
und

kein Bauer kann (so wie ihr heute arbeiten) ohne Nicht-Bauer seiner Arbeit nachgehen (auch sich selber ernähren)! Denn wer forscht in der Saatgutindustrie, wer baut Traktoren und wer bereitet Erdöl zu Kraftstoff für´s Fahrzeug auf? Da hab ich ganz vergessen auf die Forscher und Fabriksarbeiter, die Dünger, Pestizide und Fungizide und Herbizide erzeugen.
Auf die Bauarbeiter, die Bauers Haus bauen und auf den Zahnarzt, der Bauers Zähne zieht...
??????????
WIR SITZEN ALLE IN EINEM BOOT
Re: zu den Meldungen aus der Landwirtschaft
Verfasst: Di 30. Apr 2019, 14:50
von Rohana
emil17 hat geschrieben:Rohana hat geschrieben:
Importware aus den vielen Ländern, die perfektes Tierwohl, umfassenden Umweltschutz und billigste Preise bieten.
Da die Umweltprobleme global sind, ist "aus dem Ausland" grundsätzlich nur wegen dem Transport ein Problem.
Andersrum geht die Argumentation besser:
Wenn die Umweltprobleme, an denen die inländische Landwirtschaft mit beteiligt ist, nicht so gravierend wären, wäre Verzicht auf Import eine gute Option.
Guckt ihr euch eigentlich auf der Welt um oder glaubt ihr wirklich, dass D die grössten und meisten Umweltprobleme hat?!
