Tiny houses

Benutzer 6122 gelöscht

Re: Tiny houses

#101

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht »

So wie ich das bisher verstanden habe, sind die Reissäcke tatsächlich nicht besonders gut UV-beständig. Daher werde sie wohl nach dem Aufstapeln mit einer dünnen Zementlösung eingeschlämmt als Haftgrund. Danach kann man anscheinend mit Lehm oder wieder Zement draufgehen und das relativ dick verputzen.
Die unteren Säcke werden bis in Spritzwasserhöhe mit Schotter gefüllt. Die darüber mit Erde oder Sand.
So ganz in die Tiefe bin ich noch nicht gegangen bei dem Thema. Aber so wie ich das bisher auf den Bildern und Videos gesehen habe, kommt dann oben ein Ringanker drauf für das Dach.
Für das Dach bräuchte ich auf jeden Fall einen Zimmerer. Für den Ringanker könnte mir bestimmt mein Lieblingsnachbar, Maurer in Pension helfen.

Ja, daß ich mal auf die Jagd nach ner schicken gebrauchten Tür und Fenstern gehen sollte, habe ich mir auch schon gedacht. :)

Werde nochmal beim Bauamt nachfragen, aber hier scheint ein Gebäude bis 75 Kubik genehmigungsfrei zu sein. Das heißt 4x5x3 Meter müßten gehen. Das würde mir schon ganz gut reichen.
Mal sehen, ob ich Bücher zu dem Thema herbekomme? Wobei die Infos und Videos zum Thema Earthbag Bauen schon ziemlich ausführlich sind.

Hier im Forum hatte Fred mal was verlinkt zu einem Mann in Deutschland, der damit experimentiert hat.

Hat ja aber noch ein bißchen Zeit bis zum Frühjahr. Vorteil wäre aber u.a., daß man für das Gebäude auch kein richtiges Fundament gießen muß. Und preismäßig müßte ich das mal durchkalkulieren, wenn es soweit ist. Scheint aber unschlagbar billig zu sein. Werd mal weiter Infos suchen und drüber nachdenken.
Fuchur
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Re: Tiny houses

#102

Beitrag von Fuchur »

Warum schließt Du Holz als Baustoff kategorisch aus? Spätestens wenn da noch ein Dach drauf soll wirds dann auch schon eng. Außerdem ist Holz das Selbstbaumaterial schlechthin, man muß ja nicht auf den zur Zwischenlagerung bei Privatleuten vorgesehenen Problemabfall und Xyladecorsubstrat zurückgreifen...
Küstenharry
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Re: Tiny houses

#103

Beitrag von Küstenharry »

Wo gibts denn 75 m3 Umbauten Raums , genehmigungsfrei zu bauen.
Hier sind es 40m3.
Wir haben unser Gartengerätehäuschen aus Restholz gebaut3x4 m und auf dicke Tiefbordsteine gestellt.
Gruss von der Küste

Harry
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emil17
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Re: Tiny houses

#104

Beitrag von emil17 »

Für ein Dach mit First 5m lang, 4m breit, brauchste keinen Ringanker. Da reichen zwei Balken, die du oben auf die Traufwände legst, ein nicht zu schwacher Firstbalken, und die Sparren bekommen je einen Nagel in die Auflagepunkte.
Hingegen solltest du darüber nachdenken, wie du die Sache verankerst, damit dir nicht das Dach davonfliegt, wenns mal kräftig bläst.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzer 6122 gelöscht

Re: Tiny houses

#105

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht »

75 kubik in Bayern.

http://www.gesetze-bayern.de/Content/Do ... eSupport=1

Ich steh nicht so auf Holzgebäude, weil es einfach nicht die Lebensdauer wie Stein hat. Und mich nervt die dauernde Pinselei. Da streich ich lieber gemauerte Gebäude alle paar Jahre.
Ist natürlich subjektiv. Ich hab aber keine Lust, alle paar Jahre ein neues Gartenhaus zu bauen, weil das alte vermodert ist. Die Gebäude und Renovierungen, die ich hier mache, sollten möglichst bis an das Ende meiner Tage halten. Also hoffentlich noch ein paar Jahrzehnte. :mrgreen:
Ob das mit dem Earthbag-Gartenhaus so funktioniert muß ich auch noch herausfinden.

@emil, ja ich denke der Ringanker könnte dafür da sein, das Dach an Ort und Stelle zu halten. ;) Aber noch bin ich nicht tief genug in der Materie drin, um wirklich was Qualifiziertes dazu schreiben zu können.
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emil17
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Re: Tiny houses

#106

Beitrag von emil17 »

Pitu hat geschrieben:75 kubik in Bayern.

http://www.gesetze-bayern.de/Content/Do ... eSupport=1"
Da wäre ich mir nicht so sicher:

"10 e)
Anlagen, die der Gartennutzung, der Gartengestaltung oder der zweckentsprechenden Einrichtung von Gärten dienen, ausgenommen Gebäude und Einfriedungen,"

... sonst könnte sich jeder sein Grundstück ums Wohnhaus herum mit beliebig vielen Gartenhäusern von je 74m3 vollstellen ...

Vorbehalten sind auch noch Regelungen, die im Bebauungsplan enthalten sind.
Pitu hat geschrieben:Ich steh nicht so auf Holzgebäude, weil es einfach nicht die Lebensdauer wie Stein hat. Und mich nervt die dauernde Pinselei. Da streich ich lieber gemauerte Gebäude alle paar Jahre.
Ist natürlich subjektiv. Ich hab aber keine Lust, alle paar Jahre ein neues Gartenhaus zu bauen, weil das alte vermodert ist. Die Gebäude und Renovierungen, die ich hier mache, sollten möglichst bis an das Ende meiner Tage halten. Also hoffentlich noch ein paar Jahrzehnte.
Holzbauten halten ohne Streichen Jahrhunderte, wenn man weiss wie es geht.
Im Wesentlichen:
- anständiges Vordach
- ausreichend hoher Sockel, damit die unterste Holzlage aus dem Spritzwasserbereich kommt
- Schutz vor Schlagregen z.B. durch Beplankung mit Schiefer, Schindeln oder ähnlichem
- generell kein Holz so verbauen, dass es dauernd feucht oder in Erdkontakt ist.
- Gelegentlich befeuchtete Hölzer müssen rasch wieder abtrocknen können. Fugen und Holzverbindungen in diesem Bereich müssen so ausgeführt werden, dass kein Wasser in Fugen und Zapfenlöcher usw. ziehen kann.
Schau dir mal in Gegenden mit Holzbau-Tradition, z.B. im Alpenvorland, die alten Häuser an.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Fuchur
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Re: Tiny houses

#107

Beitrag von Fuchur »

Ein Holzhaus wird uns alle locker überdauern wenn man wie oben angeführt mit etwas Verstand, also anders wie diese unsäglichen Fertigbausätze aus dem Baumarkt, baut. Problem da: Außenhülle = Tragwerk, außerdem dringt da Schlagregen in alle Ritzen, da hilft auf Dauer auch kein Vergiften ("Anstreichen"). Holzständerwerk, aus der Bodenfeuchte emporgehoben, Dachüberstand und Vorgehängte Fassade. Richtig edel mit Lärchenverschalung unbehandelt. Umweltfreundlich und preiswert, dabei indviduell und auf die Bedürfnisse angepasst.
Etwas Kompromissbehafteter, inzwischen mit im Bau befindlicher Vergrößerung sieht das so aus:
https://www.selbstvers.org/forum/downlo ... w&id=25194
Schwarten erfahren so noch eine gute Verwertung, die Dachpfannen sind wiederverwendet, der Aufwand und die Kosten halten sich so echt im Rahmen außerdem braucht es kein irres Fundament wie für eine Mauer (an der man auch keine Freude hat wenn die wegbröselt) und irgendwelche Gifte verteilt man so auch nicht im Garten. Nice to have: Regenrinne und Firstpfannen, die gehen dann aber ins Geld weil schwer gebraucht zu kriegen.
Dateianhänge
Schuppen_neu.jpg
Schuppen_neu.jpg (81.97 KiB) 5107 mal betrachtet
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emil17
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Re: Tiny houses

#108

Beitrag von emil17 »

Der klassische Holzschuppen!
Da es ja keine Sockelmauer gibt, kann man die Seitenbeplankung auch etwas weiter oben aufhören lassen und den untersten halben Meter extra davorsetzen. Der geht am unteren Rand zuerst kaputt, zumal da es ja keine Dachrinne gibt, und kann dann leicht ausgewechselt werden, was auch erst nach vielen Jahren nötig werden dürfte.
Statt Firstpfannen kannste Firstbleche aus alten Wellblechtafeln selber machen:
Die Tafeln, meist 90 breit, längs mit der Flex halbieren. Auf harter Unterlage mit schwerem Gummihammer die Wellen rausklopfen. Mit zwei Kanthölzern oder Gerüstbohlen und draufstehen längs mittig abkanten, so dass es aufs Dach passt.
Anschrauben von oben durch den Falz in den Firstbalken hinein mit langen Schrauben und Blechhütchen, damit das Schraubenloch kein Wasser reinziehen lässt. Die Schrauben müssen lang sein, weil sich das Blech an der Sonne stark dehnt und dies durch Biegung der Schraubenschäfte aufgenommen werden muss. Schraubt man zu stramm oder zu kurz, brechen die Schrauben bald ab oder das Schraubenloch im Blech weitet sich auf.
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Benutzer 6122 gelöscht

Re: Tiny houses

#109

Beitrag von Benutzer 6122 gelöscht »

Ja, ich weiß, daß Holzkonstruktionen jahrhundertelang überdauern können. Ich lebe in einer Fachwerkgegend.
Aber ich will keine Holzgebäude, sorry. Eher käme etwas im "Burgen-Style" in Frage. So wie Du emil Deine Mauer für den Holzunterstand an den Felsen gebaut hast.
Oder Stampflehmmauern mit großem Dachüberstand. Oder Mauern aus Feldsteinen mit Zement in Schalung.
Trotzdem danke für Eure Ratschläge! Wenn es soweit ist, daß ich mich für eine Bauweise entscheide, frage ich möglicherweise nochmal hier im Forum nach. ;)
Und wegen der Grenzbebauung und Größe vom Gartenhäuschen werde ich in jedem Fall nochmal bei der Baubehörde vom Landkreis nachfragen.

Ursprünglich wollte ich ja nur auf die Seite mit den tollen Häuschen (also irgendwie tiny houses...) hinweisen, von denen ich einige sehr kreativ und märchenhaft schön finde.
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emil17
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Re: Tiny houses

#110

Beitrag von emil17 »

Pitu hat geschrieben: Ursprünglich wollte ich ja nur auf die Seite mit den tollen Häuschen (also irgendwie tiny houses...) hinweisen, von denen ich einige sehr kreativ und märchenhaft schön finde.
Stimmt, schön sind die.
Es gehört auch der Platz dazu, wo es optisch wirken kann. Achte mal bei den von dir verlinkten Bildern darauf, wie geschickt die Erbauer das gemacht haben. Die gut wirkenden Bauten dominieren nicht, sie werden Teil des Ganzen.
Bei den Grashäusern braucht es noch ein dauerfeuchtes Klima. Ein Sommer wie der vergangene wäre dafür tödlich, wenn man es nicht 2-3mal die Woche gegossen hätte.

Mit Natursteinen kannst du, wenn sie nicht sehr gut behauen sind oder wenn es sich um rechteckig brechenden, wetterfesten Schiefer handelt, freistehend nicht unter 50 ... 60 cm dick mauern.
Mit Tricks (Mörtelkern) kann man dünner. Da muss man aber schon sehr gut im Handwerk sein, damit es dann nicht wie ein Betonhaus mit aufgeklebten Steinen aussieht. Beachte auch, dass die Erbauer der Steinhäuser sorgfältig jede Diamanttrennscheibenschnittfläche und jede Sprenglochbohrspur in den Sichtflächen vermieden haben.
Abgesehen vom Materialaufwand bleibt bei Naturstein das Problem, was bei so kleinen Gebäuden noch an nutzbarem Innenraum übrig bleibt.

Ich würde ja immer noch gerne sowas bauen und überwachsen lassen, aber dazu sind die Steine meiner Gegend ungeeignet.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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