Spottdrossel hat geschrieben:
Wenn ich da lese, daß jeder Spanier soundsoviel Vögel erlegen darf, scheint mir der Ansatz weniger in Richtung "Bestandskontrolle" als in Richtung "Volksbespaßung zwecks Rettung des Machogefühls" zu gehen.
Hierzulande hat doch auch niemand "automatisch" Jagdrecht, sondern es wird der Bestand ermittelt und der nötige "Korrekturfaktor" ermittelt und entsprechend freigegeben.
Oder habe ich da was falsch verstanden?
Was wäre los, wenn bei uns die Abschußzahl mit der Bevölkerungszahl gekoppelt wäre?
Ja. Das verstehst du falsch.
Bei Fischerei-Erlaubnisscheinen sind in D z.B. Entnahmequoten für Fische pro Tag oder Saison ganz normal.
Man weiß ca. wie viele Angler wie oft angeln gehen und kann damit die Quote festlegen.
Und wenn das gewünschte Regulierungsziel etwas verfehlt wird, dann passt man eben die Quote im nächsten Jahr entsprechend an.
In Ländern wo die Jagd nicht reviergebunden ist, sind auch in der Jagd solche Quoten üblich. Oder es werden bei selteneren Arten Tags für einzelne Abschusse verkauft. Wenn ich als z.B. 10 Hirsche im Jahr schießen will, dann muss ich mir 10 Hirsch-Tags kaufen.
In der Jagd ist es in D so organisiert, dass der Jagdpächter/Eigentümer eigenverantwortlich über die Abschusszahlen entscheidet. Bei manchen Arten/Revieren wird das sinniger Weise im Hegeringen über größere Flächen hinweg gemeinsam beschlossen, weil ja z.B. Rotwild deutlich größere Territorien benötigt als unsere Reviergrößen bieten können.
Und beim Rehwild gibt es eine behördliche Abschussplanung, die eine Mindestzahl an zu erlegenden Tieren vorgibt, um die waldbaulichen Ziele zu schützen.
Die Quoten sind also sehr wohl durchdacht und nicht willkürlich festgelegt. Die Behörden in Spanien kennen ca. die Zahl der in einer Region aktiven Vogeljäger und können so bei Bedarf eine Quote pro Person festlegen. Und sollten die Bestände einbrechen, wird die Quote entsprechend abgesenkt.
Ob der strenge Schutz in D bei vielen Arten sinnvoll ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Laubfroschschützer z.B. haben schon öfter die starke Prädation der Jungfrösche durch Amseln kritisiert. Und hätten wir nicht solche hohen Bestände der Kulturfolgeart Amsel, dann würden auch die regelmäßigen Seuchenzüge bei dieser Art weniger extrem ausfallen.
Die hohen Dichten der Kulturfolgearten kann man durchaus als menschengemachtes Umweltproblem ansehen.
Dass die katzenverseuchten Wohngebiete voll hocken mit Amseln, Kohlmeisen, Spatzen, Saatkrähen, Elstern etc. heißt ja noch lange nicht, dass kulturflüchtende Arten darunter nicht massiv zu leiden haben.