Ist die Eingangsfrage jetzt geklärt?
Wenn nicht, versuch ich es noch mal.
Je nach Temperatur kann von der Luft unterschiedlich viel Wasserdampf aufgenommen werden.
Diese Kurve zeigt, wie viel Gramm Wasserdampf ein Kubikmeter Luft bei einer bestimmten Temperatur maximal aufnehmen kann:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... e_Luft.png
Bei 20 °C sind das z.B. 17,29 Gramm.
Wenn also die Luft 20 °C warm ist und sie pro Kubikmeter bereits 17.29 Gramm Wasserdampf aufgenommen hat, dann ist ihre Aufnahmefähigkeit zu 100% ausgenutzt. Man spricht dann von 100% Luftfeuchte.
Wenn die Luft 20°C war ist nur 8,65 Gramm Wasser pro m3 aufgenommen hat, dann ist die Aufnahmefähigkeit nur zur Hälfte genutzt. Also 50% Luftfeuchte.
Hier eine Tabelle mit Zahlenwerten:
http://www.roos-fenster.de/fileadmin/us ... igkeit.pdf
Wenn jetzt bei schwülem Wetter die Luft draußen 20°C hat und eine Luftfeuchte von 90%, dann sind laut Tabelle pro Kubikmeter Luft 15,56 Gramm Wasser gebunden.
Wenn diese Warme Luft jetzt ins Haus strömt und auf deinen kalten Fußboden trifft, der z.B. 14°C hat, dann kühlt sich die Luft am Fußboden ab.
Wenn die Lufttemperatur auf 14°C sinkt, dann kann in einem Kubikmeter Luft aber nur noch maximal 12,07 Gramm Wasserdampf gelöst werden (100% Luftfeuchte).
D.h. von den 15,56 Gramm Wasser, die die warme Luft mit ins Haus gebracht hat, müssen (15,56 g - 12,07 g) = 3,49 g Wasser aus der Luft ausgeschieden werden. Dieses überschüssige Wasser kondensiert auf dem kalten Fußboden.
Wenn also warme, feuchte Luft auf eine kalte Fläche trifft und so stark abgekühlt wird, dass bei der niedrigeren Temperatur eine Luftfeuchte von 100% überschritten würde, dann bildet sich dort Kondenswasser.
Wenn dagegen draußen warmes, trocknes Wetter herrscht und die Luft nur 50% Luftfeuchte hat (8,65 g Wasser pro m3 bei 20°C), dann kann diese Luft problemlos auf 14°C abkühlen. Sie kann dann sogar noch 3,42 Gramm Wasser zusätzlich aufnehmen (8,65 g - 12,07 g = -3,42 g) und so evtl. im Haus vorhandene Feuchtigkeit mit nach draußen nehmen.
Noch besser zur Entfeuchtung ist es, wenn von draußen kalte, trockene Luft herein kommt und im Haus aufgewärmt wird.
Wenn also z.B. Luft mit 0°C und 50% Luftfeuchte ins Haus kommt, enthält diese nur 2,52 g Wasser pro m3 Luft.
Wenn sich diese kalte Luft jetzt am 14°C warmen Boden aufwärmt, kann sie zusätzlich 9,55 g Wasser aufnehmen (2,52 - 12,07 = -9,55).
Wenn man den Boden auf 20°C aufheizt, verbessert sich die Trocknung weiter.
Die Luft mit vorher 0°C und 50% Feuchte kann dann (2,52 - 17,29 = - 14,77) also 14,77 g Luft pro m3 aufnehmen, bis sie gesättigt ist.
Wenn mal also Feuchtigkeit los werden will:
Die Luft mögl. kalt und trocken rein lassen und den Raum gut heizen, damit die Luft sich im Raum aufwärmt und mögl. viel Wasser aufsaugt, bevor sie wieder raus kommt.
Und wenn man es gerne feucht hat:
Schwülwarme Luft rein lassen und die Räume mögl. kühl halten, damit sich die Luft abkühlt und das überschüssige Wasser an den kalten Oberflächen kondensiert.