Eine gute Ergänzung zu dem 18-Tage-Kompost ist der Wurmkompost. Zum Wurmkompost gibt es schon etliche Beiträge. Hier die Methode, die ich im PDC-gelernt habe und meine leicht abgewandelte Umsetzung:
Wurmkompost nach PDC (Permaculture Design Course):
O Badewanne aufbocken
O Eimer unter den Ablauf, zum Auffangen des Wurmtees
O Badewanne bis zur Hälfte mit Kuhmist füllen
O beimpfen mit Kompostwürmern
O regelmäßig mit Küchenabfällen beschicken
O Badewanne licht- und regendicht abdecken
Nach drei Monaten soll der Kuhmist von den Würmern durchgearbeitet sein. Ich vermute, dass das für einen laufenden Wurmkompost mit vielen Würmern gilt. Wenn sich die Wurmpopulation erst aufbauen muss wird es wohl etwas länger dauern.
Das Schöne am Wurmkompost mit der Badwanne ist, dass man die regelmäßig anfallenden Küchenabfälle loswird. Würde man diese zum 18-Tage Kompost geben, wird der ja nicht in den 18 Tagen fertig.
Zum Entleeren werden alle noch frischen Küchenabfälle in der Badewanne auf eine Seite geharkt. Dann wartet man einige Tage, die Würmer ziehen nun auf die Seite mit den Küchenabfällen. Die mehr oder weniger wurmfreie Seite kann nun entleert und im Garten verwendet werden. Die Wanne wird wieder mit Kuhmist gefüllt. Die Seite mit den Würmern und den Küchenabfällen bleibt als Starter drin und das ganze Spiel geht von vorne los.
Hier ein paar Fotos (ein Klick aufs Bild öffnet eine große Ansicht):
Start:

Rechts im Bild eine kleine Holzhütte. Davor die Fläche, die ich im nächsten Jahr als Gemüsebeet verwenden will. Diese habe ich gesenst und der Schnitt wird kompostiert. Unter der Plastikplane ist der 18-Tage-Kompost.
18-Tage Kompost und Heuhaufen:

Links ist der 18-Tage Kompost am Tag 16. Man sieht, dass das noch lange kein reifer Kompost ist. Erinnert eher an gute Silage. Aber das macht nichts. Der Haufen hat auf jeden Fall für einige Zeit die richtige Temperatur durchlaufen und bis zum Frühjahr wird es sicher gut verrottet sein.
Wurmkompost-Center:

Hier ist alles zu sehen, was man für den Wurmkompost braucht. Die Kiefernplatte als Abdeckung war zwar recht teuer und mag manchem als übertrieben erscheinen aber somit habe ich auch gleichzeitig eine ganz brauchbare Werkbank an der Hütte. Die Abdeckung ist deshalb wichtig, damit es dunkel bleibt. Kompostwürmer mögen kein Licht. Sie hält Vögel und Mäuse davon ab die Würmer rauszupicken. Außerdem soll es nicht unkontrolliert in die Wanne regnen.
Als eine der ersten Aktionen habe ich Regenrinnen an der Hütte montiert, um Regenwasser aufzufangen. Der Kompost soll nicht patschnass sein aber eben auch nicht trocken fallen. Also muss bei Bedarf gegossen werden können. Ganz wichtig ist es den Wurmtee aufzufangen (Eimer drunterstellen). Diesen kann man unverdünnt oder verdünnt anwenden. Man kann mit etwas Aufwand den Wurmtee auch noch erheblich vermehren. Dazu später mehr.
Ablauf mit Netz versehen:

Es ist sinnvoll den Ablauf mit einem Netz oder einer durchlässigen Mulchfolie zu versehen, damit später die Würmer dort nicht herausfallen. Im Internet findet man auch Anleitungen, wo die Leute die komplette Badewanne mit Mulchfolie auslegen. Ich meine das ist übertrieben und erschwert das Ausleeren.
Badwanne gefüllt:

Da ich keinen Kuhmist zur Hand hatte habe ich einen Teil von meinem 18-Tage Kompost geopfert und dann die Küchenabfällen dazugegeben. Der 18-Tage Kompost hat keine Kompostwürmer, da es ein Heißkompost ist. Das heißt ich muss jetzt noch von einem anderen Kompost, in dem Würmer leben etwas als Starter dazugeben.
Sehr empfehlenswert ist es (das gilt für alle Komposte) lehmige Erde dazuzugeben, damit die sogenannten Ton-Humuskomplexe entstehen können. Die sind für die Dauerhaftigkeit des Kompostes im Boden ganz entscheidend. Ein Zitat von unserem Kompost-Experten-Landwirt: "
Wer Kompost ohne Ton macht, dem kann ich auch nicht helfen."
Wenn man sandigen Boden hat kann man auch Bentonit im Baumarkt kaufen. Ich war davon ausgegangen, dass der Boden sandig sei, weil ansonsten in unserer Gegend überall Sandboden ist und habe mir Bentonit besorgt. Dann hat sich aber herausgestellt dass der Boden doch sehr lehmig ist. Es lohnt sich also doch immer erstmal vor Ort genau hinzuschauen und keine voreiligen Schlüsse zu ziehen.