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Re: Wärmedämmung im Bestand meist unwirtschaftlich

Verfasst: Mo 8. Apr 2013, 20:32
von emil17
5000 Euros sind aber schon ein ganz schöner Haufen Schotter, das dürfte für manchen hier 4 oder 5 Monatseinkommen ausmachen. 5000 nach Abzug aller fixen Lebenshaltungskosten noch wesentlich mehr. Und das alles Jahr für Jahr für vermutlich russisches Gas ...
Förderung würde ich unbedingt mitnehmen, weil das Geld sowieso ausgegeben wird. Der Anspruch darauf besteht per Gesetz und beim Zahlen der Steuern wird man auch nicht gefragt.

Wenn du mit 1 - 1.5% Zins und konstantem Energiepreis auf 30 Jahre rechnest, bist Du sehr optimistisch.

Was Styropor angeht, so gibt es nicht nur das. Es ist halt vergleichsweise billig, und hat einen hohen Dämmkoeffizienten, d.h. es geht wenig Wohnfläche verloren. Das ist wichtig, wenn man neu baut, weil dann die Aussenmasse des Baues vorgeschrieben sind.
Wenn Du z.B. nach innen dämmst und ein paar Zentimeter mehr an Raumverlust hinnehmen kannst, gibt es genug anderes, z.B. auf Sägespan-oder Zelluloseflockenbasis, oder Wolle, oder Kork, oder ...
Stellt sich auch die Frage, ob man die ganzen 280 m2 auf Zimmertemperatur halten muss. Ob die deutschen Vorschriften eine Verkleinerung der beheizten Wohnfläche zulassen, wenn man das Haus innen unterteilt - was zur Bauzeit Deines Hauses ziemlich sicher der Fall war - ist mir nicht bekannt. Aber damit kannst Du schon sehr viel Heizung sparen.

Re: Wärmedämmung im Bestand meist unwirtschaftlich

Verfasst: Di 9. Apr 2013, 07:04
von Peterle
Du hast die 280qm auf mich persönlich umgerechnet, ich bewohne davon nur 140qm. 70qm sind gewerblich und weitere 70qm bewohnt mein Sohn.
Vermutlich sind die Heizkosten bei ca. 3.500qm anzusiedeln aber ich bin vorsichtig.
Ich rechne nicht mit stabilen Erdgaspreisen, aber wenn, dann werden alle Quellen teurer.

Mein Schreiben sollte verdeutlichen, dass ich, statt zu dämmen (Wand, Fenster, Dach), lieber erst mal in die Heizung investiere. Das wird auch gefördert und bringt mir mehr Gewinn, zumal die Heizung sowieso bald fällig wäre.

Das mit dem Zins könnte ich jetzt begründen, lasse ich aber lieber :lol:

Gruß

Peter

Re: Wärmedämmung im Bestand meist unwirtschaftlich

Verfasst: Di 9. Apr 2013, 07:28
von emil17
Du wirst sicher deine Gründe haben ...
Nur, wenn du erst die Heizung und dann irgendwann mal die Dämmung machst (oder machen musst) hast du nachher eine überdimensionierte Heizung.

Re: Wärmedämmung im Bestand meist unwirtschaftlich

Verfasst: Di 9. Apr 2013, 08:49
von Maja
Mal ehrlich, ich finde, bei Dämmung kommt es nicht nur auf die Wirtschaftlichkeit an. Viel haben ziemlich viel reingesteckt. Neues Dach, Heizung, Fenster, Haustür, Zwischenwanddämmung. Und es hat sich echt gelohnt. Nicht finaziell, so doch vom Wohnlichen. Es zieht nicht mehr, ich kann die Fenster wieder gefahrlos öffnen und die Wände sind warm. Vor der Zwischenwanddämmung haben die Wände im Winter regelrecht eine Kälte abgegeben. Gibt es Kältestrahlung? So jedenfalls fühlte es sich an. Seit der Dämmung habe wir das nicht mehr. Es ist viel gemütlicher!
Fassadendämmung hat man uns auch angeboten. Das sollte 20.000€ kosten! :ohoh: Die Zwischenwanddämmung kostete nur einen Bruchteil davon, ist ohne Styropor und verschandelt uns nicht den Anblick des Hauses.

Re: Wärmedämmung im Bestand meist unwirtschaftlich

Verfasst: Di 9. Apr 2013, 14:01
von marion
Was ist denn eine Zwischenwanddämmung ? Zwischenwanddämmung = Kerndämmung ?
Kerndämmung hatte ich mir bei meinem Haus auch erhofft, aber leider gibt es bei uns keinen Hohlraum zwischen den Mauern und somit wird die Dämmung bannig teuer :motz:
Na ja, dafür ist`s quasi beschusssicher bze. einsturzsicher :aeh: Das fand man wohl 1950 wichtig ... ich persönlich hätte so einen Hohlraum viiieeelll besser gefunden, da könnte ich für kleines Geld dämmen.
Man kann halt nicht immer alles haben...

Lieben Gruß,
Marion

Re: Wärmedämmung im Bestand meist unwirtschaftlich

Verfasst: Di 9. Apr 2013, 14:58
von Spottdrossel
Niemand sagt, daß Dämmung grundsätzlich immer schlecht ist. Z.B. unseren einfachverglasten Fenstern trauere ich absolut nicht hinterher.
Ärgerlich werde ich, wenn per Gesetz alles über einen Kamm geschoren wird, und dadurch ein guter Altbau per Ferndiagnose mit 60er-Jahre-Schrott gleichgestellt wird.
Mein Vater erzählte, sein Elternhaus (Ziegelbau) wurde mit 1 Ölofen geheizt.
Sooo schlecht kann die Hütte also nicht gewesen sein.
Und seltsamerweise kommen diese Rentabilitätsrechnungen immer von Banken oder Herstellern, die von den Sanierungen profitieren. Ich vertraue aber lieber einer neutralen Bewertung. Und warte grundsätzlich bei neuen "Allheilmitteln" ab, bis die Kinderkrankheiten alle durch sind.

Auch gerne verschwiegen: während es im Winter immer heißt, Schimmelprobleme treten in ungedämmten Häusern auf (warme Luft trifft kalte Wand, soweit korrekt), kehrt sich diese Effekt bei gut gedämmten Häusern um: wer da beim Lüften nicht aufpaßt, läßt im Sommer schwüle, feuchte Luft auf schön kühle Wände los.

Re: Wärmedämmung im Bestand meist unwirtschaftlich

Verfasst: Di 9. Apr 2013, 16:37
von Landfrau
Die ersten, die gegen Zwangsdämmungen trommelten, waren doch die Mieterverbände.

Weil denen ganz fix klar war, dass erstens die Dämmkosten auf die Mieten umgewälzt werden würden und zweitens die Heizkostenersparnis niedriger als die durch die Dämmung verursachte Mieterhöhung sein würde.
So klar und einfach.
Ein Haus bezahlt immer der, der drin wohnt.

Wobei ja nichts gegen eine etwas höhere Oberflächentempertur der den Wohnraum umschließenden Wände einzuwenden ist, einfach aus Gründen der Behaglichkeit.
Waren Gardinen früher "spießig", bin ich heute ein großer Freund dicker fetter Vorhänge - und das ist ja auch nichts weiter als ne Wärmedämmung.
Der nächste Wintrer wird dies Haus hier hoffentlich mit Fensterläden vorfinden - wieder ne Dämmung.

L.

Re: Wärmedämmung im Bestand meist unwirtschaftlich

Verfasst: Di 9. Apr 2013, 16:40
von Maja
marion hat geschrieben:Was ist denn eine Zwischenwanddämmung ? Zwischenwanddämmung = Kerndämmung ?
Ja, sorry, ich meimnte natürlich die Kerndämmung, also bei zweischaliger Außenwand.

Re: Wärmedämmung im Bestand meist unwirtschaftlich

Verfasst: Fr 12. Jul 2013, 12:55
von Benutzer 146 gelöscht
Mistbiene hat geschrieben: Der Vorbesitzer unseres Hauses, Baujahr 1884, hat einen Energiepass anfertigen lassen. Ich habe keine Ahnung, wer das berechnet bzw. ermittelt hat, das Ding ist jedenfalls tiefrot, Effizienzklasse H :dreh: Glücklicherweise steht das Haus unter Denkmalschutz, sonst wäre unsere Vorbesitzer, der gerne mal in Aktionismus ausbrach, sicher auf die Idee gekommen, das gute Stück in Styropor zu packen und Plastefenster einzubauen.

Denn seltsamerweise brauchen wir ziemlich genau die Hälfte der dort errechneten Energie und als ein Freund das Haus mal thermografierte, sahen selbst die alten Kastenfenster deutlich besser aus als die Fenster im zehn Jahre alten "Neubau" gegenüber. Nur die geschlossene Veranda war übel, die haben wir jetzt von innen dämmen lassen, die ist jetzt ein vollwertiges Zimmer. :)
Ist immer auch eine Frage der individuellen Nutzung. Viele Energiepässe durften früher nach dem Energieverbrauch berechnet werden, heute gilt der Energiebedarf des Hauses als Grundlage.
Wenn Jemand z.B. nicht alle Räume nutzt und voll beheizt, erzielt er natürlich einen geringeren Verbrauch, als in der Bedarfsberechnung angegeben.

Zum Thema Dämmung gibt`s hier einen interessanten Artikel:
http://www.energieverbraucher.de/de/Zuh ... il__13581/

Re: Wärmedämmung im Bestand meist unwirtschaftlich

Verfasst: Sa 13. Jul 2013, 08:30
von WernervonCroy
Wenn ich etwas in Folie einpacken soll, sträuben sich bei mir die Nackenhaare. Ich halte davon wenig, egal ob das ein Haus ist oder anderes.
Eine durchdachte einfache Heizanlage und ein kostengünstig verfügbarer Brennstoff, schon verliert in meinen Augen jede Dämmungsmassnahme.