Re: Begriffsdefinition Selbstversorgung
Verfasst: Mi 27. Mär 2013, 07:54
Ist das ein abgetrennter Thread?
Also für mich würde "Selbstversorgung" wortwörtlich bedeuten, dass ich meinen gesamten Bedarf selbst herstelle.
Brot und Butter, Braten und Backrohr, Nadel und Zwirn, Ton und Geschirr, Brunnen und Waschmöglichkeit, Ofen und Roh, Hemd und Rock, Brille und Pflaster, Wände und Dach....
Ich bräuchte wieder Übung im Kühe melken. Der Crashkurs ist schon lange her.
Dank den literarisch ebenso wie medizinisch begabten Herren Herriot und Christ weiß ich, dass solche Viecher ständig irgendwelche dubiosen Krankheiten haben, Strahlfäule, Lungenwürmer, Fehllagen, Bezoare, Maul- und Klauenseuche und überhaupt.
Im Lassowerfen bin ich eine Null, aber ich kann ein Kalb mit einem Hogtie verschnüren. Bei Stieren werde ich auf der Zuchtlinie "Ferdinand" bestehen müssen.
Außerhalb des Kuhstalls hätte ich mit der Buttererzeugung nur noch das Problem, das ich irgendwie ein Butterfassl o.ä. herstellen müsste.
Ich kann Korn anbauen, aber ich kann keine riesige Fläche pflügen und ernten. Pferde sind noch öfter krank als Kühe, aber denen könnte ich zumindest ihr Geschirr herstellen. Vorausgesetzt, jemand verkauft mir Schnallen und Nieten, Lochzangen, Rollmesser und die ganzen verschiedenen Leder. Traktoren brauchen regelmäßig einen Technik-Schamanen und hergestellt werden sie sicher von schlitzäugigen Dämonen. Ich kann jedenfalls keinen bauen.
Ich erkenne Mutterkorn, aber ich weiß nicht viel über die Bekämpfung. Ich weiß auch nicht viel über das Müllerhandwerk. Mit dem Bäckerhandwerk tu ich mir leichter, inkl. Hefezucht.
Die Nadeln aus Knochen waren ein Jammer, da muss man die Löcher vorbohren. Und beim zuschleifen eines Knochens auf einer Granitplatte wirst zum N...r (nativer Bewohner Afrikas südlich der Sahara), besonders wennst nicht in der Böhmischen Masse wohnst, sondern am Rande der Kalkalpen.
Der hiesige Steinzeitsteinbruch ist übrigens historisch und toll, aber der Feuerstein ist jämmerlich.
Ich bin zu deppert für jegliches Steinwerkzeug, das höherstehend ist als H. erectus. Oder vielleicht lag es auch an der Panik, die ich vor herumfliegenden, teilweise erhitzten, glasscharfen Steinsplittern hatte. Also ohne Labor-Schutzbrille geht da mal gar nichts. Auf die Finger gehauen hab ich mir auch.
Die Zwirnherstellung ging so, aber wenn ich mit dem hypothetischen Kornfeld fertig wäre, müsste ich auch noch Flachs anbauen oder die Schafe versorgen. Flachs wäre besser, die Schafe bräuchten ja wieder Weideflächen und ich bräuchte einen Hund, der wieder bräuchte 18 Kilo Fleisch im Monat. (Gell, Loki?) Wo soll das enden.
Die Schafe müsste man scheren - kann ich nicht. Oder Abziehen und zerteilen - kann ich. Und die Haut dann gerben - kann ich, aber ganz ehrlich, wenn ich einfach Schafspalt kaufe, ist das weniger qualvoll.
Der Preis fürn "Oasenziegen" - Saffian relativiert sich, wenn man einmal ausprobiert hat, was das Selberherstellen für ein Alptraum ist. Der Gerberbaum war noch das geringste Problem, fürs Messer brauchte ich schon wieder einen Schmied.
Metallbearbeitung ist mir sehr suspekt und ich erinnere mich dunkel, dass ich mal in Chemie einen Fetzen hatte, weil ich nichts über Hochöfen wusste.
Mit Ton komme ich klar.
Mit der Flechtkunst in allen Variationen auch.
Aber mit einen Tonkrieger kann ich noch immer nicht pflügen.
Relativ autark bin ich beim Schießen. Erstens kann ich das. Zweitens kann ich Schießgeräte bauen. Allerdings muss ich leider sagen, dass mir Hoyt, Martin, Browning&Co überlegen sind. Sicher liegts an den Löchern im CNC-gefrästen Griffstück, dass man mit deren Produkten einfach mehr trifft. (Woher nur kommen Namen wie Archer, Bowyer, Fletcher.... Mr Christian Fletchers Vorfahren werden doch nicht beruflich auf Pfeilbefiederung spezialisiert gewesen sein?)
Die Wände und das Dach krieg ich hin, ausreichend Flechtmaterial vorausgesetzt. Nur wie lange die Hütten dann steht... ich war noch nie gut in Mathe und das Zimmermannshandwerk hat aber viel mit Mathe zu tun.
Die Hobbithöhle find ich ganz fesch und bitte wie kriegt man eine dermassen edle, gebogene Holztäfelung hin?
Ich weiß viel, viel mehr über Ackerbau und Handwerk als die meisten Menschen.
Eigentlich könnte ich meine Erkenntnisse in einem ledergebundenen und vergoldeten Buch festhalten.
Der Herr Papa, der gelernter Buchbinder ist, fühlte sich allerdings für Leder nicht zuständig. Das kam ja nicht mal in der Berufsschule. Nachher müssen wir doch das dünne Leinen nehmen, von dem schon wieder keiner weiß, wie man es herstellt. Und wie baut man einen Webstuhl?
Vor lauter Selbstversorgungs-Stress kriegen wir sicher eine Gastritis und ein Burnout. Dann ist uns so mies, dass wir das alles nimmer schaffen.
Also für mich würde "Selbstversorgung" wortwörtlich bedeuten, dass ich meinen gesamten Bedarf selbst herstelle.
Brot und Butter, Braten und Backrohr, Nadel und Zwirn, Ton und Geschirr, Brunnen und Waschmöglichkeit, Ofen und Roh, Hemd und Rock, Brille und Pflaster, Wände und Dach....
Ich bräuchte wieder Übung im Kühe melken. Der Crashkurs ist schon lange her.
Dank den literarisch ebenso wie medizinisch begabten Herren Herriot und Christ weiß ich, dass solche Viecher ständig irgendwelche dubiosen Krankheiten haben, Strahlfäule, Lungenwürmer, Fehllagen, Bezoare, Maul- und Klauenseuche und überhaupt.
Im Lassowerfen bin ich eine Null, aber ich kann ein Kalb mit einem Hogtie verschnüren. Bei Stieren werde ich auf der Zuchtlinie "Ferdinand" bestehen müssen.
Außerhalb des Kuhstalls hätte ich mit der Buttererzeugung nur noch das Problem, das ich irgendwie ein Butterfassl o.ä. herstellen müsste.
Ich kann Korn anbauen, aber ich kann keine riesige Fläche pflügen und ernten. Pferde sind noch öfter krank als Kühe, aber denen könnte ich zumindest ihr Geschirr herstellen. Vorausgesetzt, jemand verkauft mir Schnallen und Nieten, Lochzangen, Rollmesser und die ganzen verschiedenen Leder. Traktoren brauchen regelmäßig einen Technik-Schamanen und hergestellt werden sie sicher von schlitzäugigen Dämonen. Ich kann jedenfalls keinen bauen.
Ich erkenne Mutterkorn, aber ich weiß nicht viel über die Bekämpfung. Ich weiß auch nicht viel über das Müllerhandwerk. Mit dem Bäckerhandwerk tu ich mir leichter, inkl. Hefezucht.
Die Nadeln aus Knochen waren ein Jammer, da muss man die Löcher vorbohren. Und beim zuschleifen eines Knochens auf einer Granitplatte wirst zum N...r (nativer Bewohner Afrikas südlich der Sahara), besonders wennst nicht in der Böhmischen Masse wohnst, sondern am Rande der Kalkalpen.
Der hiesige Steinzeitsteinbruch ist übrigens historisch und toll, aber der Feuerstein ist jämmerlich.
Ich bin zu deppert für jegliches Steinwerkzeug, das höherstehend ist als H. erectus. Oder vielleicht lag es auch an der Panik, die ich vor herumfliegenden, teilweise erhitzten, glasscharfen Steinsplittern hatte. Also ohne Labor-Schutzbrille geht da mal gar nichts. Auf die Finger gehauen hab ich mir auch.
Die Zwirnherstellung ging so, aber wenn ich mit dem hypothetischen Kornfeld fertig wäre, müsste ich auch noch Flachs anbauen oder die Schafe versorgen. Flachs wäre besser, die Schafe bräuchten ja wieder Weideflächen und ich bräuchte einen Hund, der wieder bräuchte 18 Kilo Fleisch im Monat. (Gell, Loki?) Wo soll das enden.
Die Schafe müsste man scheren - kann ich nicht. Oder Abziehen und zerteilen - kann ich. Und die Haut dann gerben - kann ich, aber ganz ehrlich, wenn ich einfach Schafspalt kaufe, ist das weniger qualvoll.
Der Preis fürn "Oasenziegen" - Saffian relativiert sich, wenn man einmal ausprobiert hat, was das Selberherstellen für ein Alptraum ist. Der Gerberbaum war noch das geringste Problem, fürs Messer brauchte ich schon wieder einen Schmied.
Metallbearbeitung ist mir sehr suspekt und ich erinnere mich dunkel, dass ich mal in Chemie einen Fetzen hatte, weil ich nichts über Hochöfen wusste.
Mit Ton komme ich klar.
Mit der Flechtkunst in allen Variationen auch.
Aber mit einen Tonkrieger kann ich noch immer nicht pflügen.
Relativ autark bin ich beim Schießen. Erstens kann ich das. Zweitens kann ich Schießgeräte bauen. Allerdings muss ich leider sagen, dass mir Hoyt, Martin, Browning&Co überlegen sind. Sicher liegts an den Löchern im CNC-gefrästen Griffstück, dass man mit deren Produkten einfach mehr trifft. (Woher nur kommen Namen wie Archer, Bowyer, Fletcher.... Mr Christian Fletchers Vorfahren werden doch nicht beruflich auf Pfeilbefiederung spezialisiert gewesen sein?)
Die Wände und das Dach krieg ich hin, ausreichend Flechtmaterial vorausgesetzt. Nur wie lange die Hütten dann steht... ich war noch nie gut in Mathe und das Zimmermannshandwerk hat aber viel mit Mathe zu tun.
Die Hobbithöhle find ich ganz fesch und bitte wie kriegt man eine dermassen edle, gebogene Holztäfelung hin?
Ich weiß viel, viel mehr über Ackerbau und Handwerk als die meisten Menschen.
Eigentlich könnte ich meine Erkenntnisse in einem ledergebundenen und vergoldeten Buch festhalten.
Der Herr Papa, der gelernter Buchbinder ist, fühlte sich allerdings für Leder nicht zuständig. Das kam ja nicht mal in der Berufsschule. Nachher müssen wir doch das dünne Leinen nehmen, von dem schon wieder keiner weiß, wie man es herstellt. Und wie baut man einen Webstuhl?
Vor lauter Selbstversorgungs-Stress kriegen wir sicher eine Gastritis und ein Burnout. Dann ist uns so mies, dass wir das alles nimmer schaffen.