Re: Eierskandal
Verfasst: Mo 25. Feb 2013, 20:45
Kann man diesen (zensiert) nicht auskommen? Man braucht doch die auf dem Land eigentlich gar nicht.
Es könnte doch so gehen:
A hat etwa 30 Hühner (sinnvolles Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag), B ein paar Schafe und etwas Feldgemüse, C eine Kneipe und ein paar Schweine, D ein paar Kühe und etwas Ackerbau, E Hochstammobst und Bienen, F hat Wald.
Alle tauschen die Erzeugnisse zu einem festgelegten Wert (ein Ei = 30 ct, ein Liter Milch 90 ct, ein Liter Apfelsaft 90 ct usw.), aber es wird angeschrieben und ein- oder zweimal im Jahr verrechnet, damit wenig Geld fliessen muss. Und weil sich alle kennen, kann man auch nicht schummeln oder unsauber arbeiten.
Klar, damit kann man nicht Millionenstädte füttern, aber das muss man auch nicht.
Hier gibts jedenfalls so eine Art Netzwerk, der Käse kommt direkt von der Käserei, die nur von den hiesigen Bauern beliefert wird. Die verkaufen den Alpkäse an einem Tag die Woche direkt vor dem Keller, es gibt nur eine Sorte und die geht problemlos weg. Manche Bauern lassen noch auf eigene Rechnung schlachten und verkaufen ihr Fleisch - die Tiere hat man vom Fenster aus grasen sehen.
Da kann ich z.B. 25 Kilo mageres Fleisch einer jungen Kuh zu fairem Preis bestellen und daraus Trockenfleisch machen, die Tiere müssen ja nicht zum Weltmarktpreis von Chicago gehandelt und dreimal quer durch Europa geführt werden (und man ist nie sicher, ob das Alpenrind irgend eine Gabelantilope oder eben ein Pferd war). Das Geld bekommt der Tierhalter und der Metzger (auch einer vom Ort), mehr Zwischenstationen braucht es nicht und diese Leute erzeugen einen echten Mehrwert, für den man gerne bezahlt.
Das sind alles Kleinmengen, aber die Produzenten bekommen mehr für ihre Ware als von den Grossabnehmern, und die Verbraucher zahlen weniger als im Supermarkt und wissen was sie auf dem Teller haben.
Ich finde es eigentlich normal, dass man soweit möglich Landesprodukte aus der Region kauft (hier Wein, Käse, Milch, Brot, Fleisch, Wurst, Eier, Feldgemüse, Obst und Obstsaft), aber bei manchen Bauern hat man das Gefühl, dass die gar nicht so gerne ab Hof verkaufen.
Bei Grossproduzenten ist der Anreiz zum Schummeln auch viel grösser; wenn die im Monat eine Million Eier erzeugen kommen da mit ein bisschen grosszügiger umdeklarieren schnell mal 100'000 Euros zusammen und wegen der Grösse sind sie auch noch anonym. Der Kleinmengenerzeuger hat nicht so riesige finanzielle Anreize und wenn er einmal den schlechten Ruf hat holt niemand mehr etwas bei dem.
Es könnte doch so gehen:
A hat etwa 30 Hühner (sinnvolles Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag), B ein paar Schafe und etwas Feldgemüse, C eine Kneipe und ein paar Schweine, D ein paar Kühe und etwas Ackerbau, E Hochstammobst und Bienen, F hat Wald.
Alle tauschen die Erzeugnisse zu einem festgelegten Wert (ein Ei = 30 ct, ein Liter Milch 90 ct, ein Liter Apfelsaft 90 ct usw.), aber es wird angeschrieben und ein- oder zweimal im Jahr verrechnet, damit wenig Geld fliessen muss. Und weil sich alle kennen, kann man auch nicht schummeln oder unsauber arbeiten.
Klar, damit kann man nicht Millionenstädte füttern, aber das muss man auch nicht.
Hier gibts jedenfalls so eine Art Netzwerk, der Käse kommt direkt von der Käserei, die nur von den hiesigen Bauern beliefert wird. Die verkaufen den Alpkäse an einem Tag die Woche direkt vor dem Keller, es gibt nur eine Sorte und die geht problemlos weg. Manche Bauern lassen noch auf eigene Rechnung schlachten und verkaufen ihr Fleisch - die Tiere hat man vom Fenster aus grasen sehen.
Da kann ich z.B. 25 Kilo mageres Fleisch einer jungen Kuh zu fairem Preis bestellen und daraus Trockenfleisch machen, die Tiere müssen ja nicht zum Weltmarktpreis von Chicago gehandelt und dreimal quer durch Europa geführt werden (und man ist nie sicher, ob das Alpenrind irgend eine Gabelantilope oder eben ein Pferd war). Das Geld bekommt der Tierhalter und der Metzger (auch einer vom Ort), mehr Zwischenstationen braucht es nicht und diese Leute erzeugen einen echten Mehrwert, für den man gerne bezahlt.
Das sind alles Kleinmengen, aber die Produzenten bekommen mehr für ihre Ware als von den Grossabnehmern, und die Verbraucher zahlen weniger als im Supermarkt und wissen was sie auf dem Teller haben.
Ich finde es eigentlich normal, dass man soweit möglich Landesprodukte aus der Region kauft (hier Wein, Käse, Milch, Brot, Fleisch, Wurst, Eier, Feldgemüse, Obst und Obstsaft), aber bei manchen Bauern hat man das Gefühl, dass die gar nicht so gerne ab Hof verkaufen.
Bei Grossproduzenten ist der Anreiz zum Schummeln auch viel grösser; wenn die im Monat eine Million Eier erzeugen kommen da mit ein bisschen grosszügiger umdeklarieren schnell mal 100'000 Euros zusammen und wegen der Grösse sind sie auch noch anonym. Der Kleinmengenerzeuger hat nicht so riesige finanzielle Anreize und wenn er einmal den schlechten Ruf hat holt niemand mehr etwas bei dem.