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Re: Alte Kochbücher

Verfasst: Di 21. Aug 2012, 00:19
von Narrenkoenig
Hm....
eventuell kann ich da auch was zu beitragen.
Hat zwar keine ISBN und Süterlin sollte man lesen können und ich hab noch nicht alle Seiten digitalisiert. Vielleicht kann ja doch jemand was mit anfangen bzw. mich dazu bringen das Projekt im Winter weiterzuverfolgen.

Rezepte 1889

Grüße

Robert

Re: Alte Kochbücher

Verfasst: Di 21. Aug 2012, 09:15
von Olaf
Moin,
das sind aber schöne Links.
(Das Süterlin allerdings überfordert mich...).
Ich hab letztes auf nem Flohmark ein Ost-Koch-Lehrbuch von ich glaube 1953 gekauft. Nach etwas intensiverem Lesen war ich etwas enttäuscht, wie primitiv die Gerichte waren.
Bis mir klar wurde, es geht hier nicht um Raffinesse, sondern um Sattwerden.
Hoffe, dass ich nie danach kochen muss, aber schaden kann es nicht, das im Schrank zu haben.
LG
Olaf

Re: Alte Kochbücher

Verfasst: Di 21. Aug 2012, 10:03
von 65375
Olaf hat geschrieben: Ich hab letztes auf nem Flohmark ein Ost-Koch-Lehrbuch von ich glaube 1953 gekauft. Nach etwas intensiverem Lesen war ich etwas enttäuscht, wie primitiv die Gerichte waren.
Bis mir klar wurde, es geht hier nicht um Raffinesse, sondern um Sattwerden.
Hoffe, dass ich nie danach kochen muss, aber schaden kann es nicht, das im Schrank zu haben.
LG
Olaf
Ich kenne das Buch ja nicht, aber geht es vielleicht einfach darum, Grundrezepte und Fertigkeiten zu vermitteln, aus denen man dann, wenn man sie sicher beherrscht, aufregenderes zaubern kann?

Re: Alte Kochbücher

Verfasst: Di 21. Aug 2012, 10:19
von Olaf
Moin,
ich glaube, wenn dann anders rum: Den Mangel als Normalität darstellen und gar keinen Gedanken aufkommen lassen, dass man besser kochen könnte wenn man etwas hätte, dass es vermutlich nur im Westen gab....
Ich denke, dass selbst damals die Versorgungslage (und insbesondere die Vielfältigkeit und grundsätzliche Beschaffbarkeit) im Westen um Längen besser war.
Komisch, sogar ein Kochbuch kann politisch sein :hmm:

Re: Alte Kochbücher

Verfasst: Di 21. Aug 2012, 11:02
von 65375
Olaf hat geschrieben:Komisch, sogar ein Kochbuch kann politisch sein :hmm:
Vooorsicht. Gleich wird das hier wieder zu einer politischen Diskussion aufgebauscht, die außer den Schreibenden keiner mehr verfolgt. Dazu braucht's bloß noch zwei, drei Beiträge, dann kippt's.

Ansonsten hast Du völlig recht. Das hatte ich nicht bedacht. Klar vermeidet man tunlichst, in den Leuten ein Bedürfnis zu wecken, das nicht zu befriedigen ist. Sonst endet's wie Zonen-Gaby auf dem Titel der Titanic. :grinblum:

Re: Alte Kochbücher

Verfasst: Di 21. Aug 2012, 11:45
von marion
Chaosgarten hat geschrieben:Auch sehr gut ist Davidis. Das ist sozusagen DAS KOCHBUCH bevor es Dr. Oetker gab. Ich glaube das gibt es von ca. 1850 bis zum Krieg in immer aktualisierter Auflage. Da bekommt man sogar das richtige Schlachten einer Schildkröte vermittelt, oder Hinweise zu Eignung von Graureihern als Nahrungsmittel...
Ich hab das :michel: :michel: :michel: Hat mir meine Oma mal geschenkt. Leider hat es mal einer meiner Hunde zwischen die Zähne gekriegt :nudel:
Und nun fehlen einige Seiten/Teile.
Die Sprache ist irre. Muß oft nachschlagen, was gemeint ist. Von wann das Buch ist, weiß ich leider auch nicht. So uralt wird es leider nicht sein, da stellenweise Maggiwürze genannt wird. Leider ...

Angeregt durch diesen Thread hab ich es gleich mal rausgeholt. Mal schauen was es heute gibt :)


Liebe Grüße,
Marion

Re: Alte Kochbücher

Verfasst: Di 21. Aug 2012, 11:52
von 65375
Maggi als Würzmittel gibt's seit 1886.

http://de.m.wikipedia.org/wiki/Maggi#section_1

Durchaus interessant, die Firmengeschichte.

Re: Alte Kochbücher

Verfasst: Di 21. Aug 2012, 12:26
von marion
Etwas OT:

Bei den Puddings/Puddingen ( mein Gott - was ist denn die Mehrzahl von Pudding ??? ) steht meistens etwas von Nierenfett. Puh...das gruselt mich. Weiß jemand eine Alternative dazu ?

Liebe Grüße,
Marion

die so ein komplett selbstgemachter Pudding schon reizen würde. Bloß - bitte OHNE Nierenfett....schüttel, graus

Re: Alte Kochbücher

Verfasst: Di 21. Aug 2012, 13:18
von si001
auch in Vorsicht vor einer politischen Diskussion, die ich hier auch nicht will, mein Gedanke dazu:
Olaf hat geschrieben:Den Mangel als Normalität darstellen und gar keinen Gedanken aufkommen lassen, dass man besser kochen könnte wenn man etwas hätte, dass es vermutlich nur im Westen gab....
Vielleicht war es aber auch der Versuch, brauchbare Sachen aus den vorhandenen Zutaten zu machen.

Ich habe auch noch Kochbücher von "früher". Da schaue ich ab und zu mal rein, wenn ich meinen Speiseplan zusammenstelle, weil dort "bodenständige" Sachen drin sind.
Aber manche Gerichte, die ich eigentlich nur aus der Schulküche kenne, will ich wirklich nicht mehr essen müssen. Ich denke da an Eierfrikassee (zerschossene, hartgekochte Eier und "grüne" Erbsen in Mehlsoße ohne Geschmack)

Re: Alte Kochbücher

Verfasst: Di 21. Aug 2012, 13:29
von Olaf
Vielleicht war es aber auch der Versuch, brauchbare Sachen aus den vorhandenen Zutaten zu machen.
Das ganz sicher auch.
Ich denke da an Eierfrikassee (zerschossene, hartgekochte Eier und "grüne" Erbsen in Mehlsoße ohne Geschmack)
Ich durfte bei der Armee mal "einsitzen", 3 Tage (also eigentlich öfter mal :grr: )
Aber an das eine mal kann ich mich erinnern, es gab am ersten Tag Rüherei (ok), am zweiten grausige süß-sauere steinharte Eier, und am dritten dieses Eierfrikasse, Konsistenz wie Radiergummi.
Ich habe knapp 30 Jahre gebraucht, dass ich jetzt wieder, und sogar mit Genuss, süß-sauere Eier esse, Eierfrikasse werd ich wohl mein Lebtag nicht mehr anrühren.
Aber wer weiss, wenn die in solch ein Kochbuch geschaut hätten, hätt man es sogar essen können vielleicht.
LG
Olaf