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Re: Kartoffeln zum Setzen aufbewahren
Verfasst: Mi 8. Sep 2010, 10:23
von Thomas/V.
ja, in der Erde liegende Kartoffeln überwintern, wenn sie die Mäuse nicht fressen oder von Fäulnis befallen sind, und treiben auch wieder aus
wenn man ein Mäusesicheres Behältnis hat, kann man sie durchaus in einem solchen Überwintern, denke ich, habe damit aber keine Erfahrung mangels Notwendigkeit
in einer kellerlosen Whnung würde ich die Kartoffeln einfach im Kühlschrank aufbewahren, Balkon oder unbeheiztem Treppenhaus
Re: Kartoffeln zum Setzen aufbewahren
Verfasst: Mi 8. Sep 2010, 10:44
von Benutzer 72 gelöscht
hallo!
kraut_ruebe hat geschrieben:kleine setzkartoffel machen meiner erfahrung nach nicht automatisch kleine kartoffeln. ich hab sowohl kleine als auch grosse als auch geviertelte kartoffel eingesetzt und die ernte war überall gleich.
Ich hoffe sehr, da hast du Recht!
Ich hab eh nicht an die These gedacht, dass sie kleine Kartoffel machen, weil sie zuwenig "Augen" haben
Das kann nicht stimmen - eine Kartoffel treibt aus und bekommt dann viel mehr Triebe, als sie ursprünglich Augen hatte - sonst könnte das "Äugeln" ja gar nicht funktionieren....
Aber ich hab mir eben Sorgen gemacht, dass da eine "Negativ-Auslese" stattfindet - ich hab ja schon das zweite Jahr nur kleine Setzkartoffel genommen; ist aber vielleicht trotzdem eine zu kurze Zeitspanne für so eine "Auslese" auf Kleinknolligkeit??
Beim Überwintern achte vor allem darauf, dass sie es finster und kühl (oder kalt?) genug haben - im normalen Kühlschrankfach halten Kartoffeln bei mir nicht ewig - sie treiben nach einiger Zeit immer :watt:
liebe Grüße!
Re: Kartoffeln zum Setzen aufbewahren
Verfasst: Mi 8. Sep 2010, 10:50
von fripon77
zur theorie "kleine setzlinge --> kleine kartoffeln" gabs hier ja jetzt schon gegensätzliche ansichten. okay.
aber wie siehts damit aus: große setzlinge --> größere kartoffeln???
danke euch!
Re: Kartoffeln zum Setzen aufbewahren
Verfasst: Mi 8. Sep 2010, 12:38
von Thomas/V.
bei mir wars jedenfalls so, das aus kleinen Kartoffeln nur 1 oder 2 dünne Triebe rauskamen und dann entsprechend wenig kleine Knollen dran waren; vielelicht liegts auch daran, das zu kleine zu wenig Nährstoffvorrat haben und man das evtl. durch sehr großzügige Düngung ausgleichen kann, während ich sie normal wie immer gedüngt hatte?
bei sehr großen Kartoffeln gibt es schon eine große Ernte, aber bei mir kommt es sowieso eher aufs Wetter und die DÜngung an, ob die Ernt gut oder schlecht wird, weniger aufs Saatgut
Re: Kartoffeln zum Setzen aufbewahren
Verfasst: Do 9. Sep 2010, 14:55
von Thomas/V.
sogar bei mir überwintern liegengebliebene Kartoffeln und treiben wieder aus; selbst wenn ein viertel Jahr Dauerfrost herrscht
im Prinzip könnte man also sogar im Herbst gleich fürs nächste Jahr säen, allerdings weiß man nie, wieviele dann die Mäuse fressen oder verfaulen übern Winter
Re: Kartoffeln zum Setzen aufbewahren
Verfasst: Do 9. Sep 2010, 23:44
von Stefan
Mit der Waschmaschinentrommel funktioniert natürlich nur bei durchlässigem boden. Ist denkich nix fürs sumpfgebiet...
Im ersten Jahr wollte ich die Kartoffeln im Stall überwintern, dort haben sie jedoch frost abbekommen, und nach dem Auftauen sind sie total Matschig geworden, und dann wechgefault...
Deswegen wer ich mind, nen halben meter erde drüberpacken.
Re: Kartoffeln zum Setzen aufbewahren
Verfasst: Mo 13. Sep 2010, 04:00
von Dieter2
Bei der Lagerung sind sie extrem Lichtempfindlich und treiben sofort aus, wenn auch nur schwaches Licht darauf fällt. (Ist zumindest meine Erfahrung) Abgesehen davon sollten sie kühl gelagert werden. Auch sollte die Luft nicht trocken sein, da sie sonst schrumpfen und Gummiartig werden. Sie sollten nicht einfrieren! Das würde die Stärke in Zucker umwandeln und möglicherweise die Keimfähigkeit reduzieren. Trotzdem kann ein Rizom wie gesagt wurde in gefrohrenem Boden überwintern und am nächsten Frühling wieder weiterwachsen (selbst eines, wo alle Knollen geerntet wurden). In diesem Fall wird nur Dünger benötigt, um abermals grosse Pflanzen zu bekommen. Abgesehen von der Sorte spielt es vor allem eine Rolle, ob man genug geigneten Dünger verwendet und zu welchem Zeitpunkt man erntet. Frühe Ernte bringt natürlich kleinere Kartoffeln. Dass an einer Pflanze sowohl kleine wie auch grosse Knollen wachsen liegt in der Natur der Kartoffel und ist bis zu einem gewissen Grad auch genotypspezifisch. In einigen Kulturen wird die Kartoffel dahingehend permanent angebaut, dass man einfach mal eben ein paar grosse Knollen ausgräbt und kocht und den Rest stehen lässt. (Peru usw.) Jedoch bringt die permanente Kartoffel auch die Gefahr des Befalls mit speziellen Fress-Feinden/Erregern und des Auslaugens des Bodens mit sich. Vor allem Sorten, die der Monokultur angepasst sind.
Die Saatkartoffeln kann man in Stücke schneiden, meiner Erfahrung nach reichen Würfel von etwa 2 bis 3 cm Kantenlänge mit einer Seite mit Schale und einigen Augen bzw. Triebe darauf. Je weniger Augen man auf den Stücken hat, desto dichter beieinander sollte man sie aussetzen.
Vor dem Würfeln würde ich empfehlen, die Kartoffen bei Licht austreiben zu lassen, damit die Triebe schon einige Zentimeter lange sind, jedoch nicht solange bis sie verfaulen oder schwarze Spitzen bekommen.
Auch sollte man rohe Kartoffeln nicht einfrieren, da sonst die Stärke in Zucker umgewandelt wird, und zwar in einer Weise, die sie zum Kochen ungeeignet macht. Hab ich jedenfalls gelesen

Ich glaub das stimmt auch. Keine Probleme gibts beim Einfrieren von gekochten Kartoffeln.
Re: Kartoffeln zum Setzen aufbewahren
Verfasst: Mo 13. Sep 2010, 07:55
von Benutzer 146 gelöscht
thom hat geschrieben:Ich hab da eine ganz einfache Methode:
Wir haben ein Kartoffelbeet, bei dem wir etwa 1/3 der Kartoffeln im Boden lassen. Im Herbst wird das Beet dick mit Laub abgedeckt. Die Kartoffeln kommen im nächsten Jahr brav wieder, dieses Jahr in der dritten Saison. Welche Sorte das ist, weiß ich nicht. Vom Kleinklima her ist es ein ziemlich warmer Standort (An einer Südterrasse nicht weit weg vom Haus) und außerdem wohnen wir im am eher warmen Niederrhein.
Nach meiner Erfahrung kann man es mit Kartoffeln, wenn der Standort nicht allzu frostig ist, durchaus mehrjährig versuchen.
@thom:

wenn ich das richtig verstehe, gibst Du Dich also mit einer Verdoppelung der eingesetzten Kartoffeln zufrieden - das ist in meinen Augen sehr bescheiden - auch wenn man die gesparte Arbeit beim Ernten und den Wegfall des Setzens berücksichtigt.
@all:
die Aussagen zu den Lagerbedingungen erscheinen mir teilweise widersprüchlich zu sein:
Meist liest man, es soll dunkel, trocken, kühl und gut belüftet sein, aber bei der Lösung mit Mieten bzw. Erdkellern div. Konstruktion liegen sie feucht und vollkommen unbelüftet :watt:
Wir haben für dieses Jahr einen ehemaligen Kühlkeller (voll gefliest, absolut dunkel, aber unbelüftet) teilweise von den dort bisher stehenden Regenwasser-Speichertanks befreit, um Kartoffeln zu lagern. Die übrigen 3000L Regenwasser und die gedämmten Wände werden voraussichtlich für sehr konstante Temperaturen sorgen. Mal sehen, wie lange die Kartoffeln halten.
Gruß
Frodo
Re: Kartoffeln zum Setzen aufbewahren
Verfasst: Mo 13. Sep 2010, 22:06
von Haldir
Also bei uns liegen die Kartoffeln auch in einem Erdkeller, also sehr kühl und feucht...Luftzirkulation ist nicht vorhanden!
Die Kartoffeln halten wirklich komplett bis zum nächsten Steck-Datum, treiben über den Winter nur minimal aus und gedeihen bestens am Feld.
Zu kleine Kártoffeln Fallen in der Sortiermaschine sowieso ganz raus und werden dann den Tiermägen zugeführt
Allerdings kaufen wir die Saatkartoffeln alle 3-5 Jahre neu nach, da die Kartoffel mit der Zeit anfälliger für Krankheiten wird (so hats mir men Vater zumindest erklärt)
Wir schwören übrigens auf die Sorte Grandifolia! Eine vorzügliche Speisekartoffel...
Re: Kartoffeln zum Setzen aufbewahren
Verfasst: Di 14. Sep 2010, 01:15
von Dieter2
Also, von Belüftung hab ich nichts gesagt: Eigentlich sind sie ja sehr tolerant, die Kartoffeln. Selbst eine, die wegen Trockenheit auf einen Drittel des Volumens geschrumpft ist, treibt noch aus und kann wieder neue, saftige Kartoffeln hervorbringen. Nur verfaulen sollten sie nicht. Auch lassen sie sich meines Wissens länger halten, wenn man sie ungewaschen lagert, also mit einer Schicht Erde.
Haldir - Grandifolia sagt mir jetzt grad nichts, ich bin jetzt auch nicht der Sorten-Experte. Klar ist aber, heutzutage gibt es gewisse hochgezüchtete Sorten, auch im Biobereich, wenn man die einfach weiterzieht, dann degenerieren sie nach einigen Jahren und die "Ausbeute" nimmt ab. Soweit ich weiss, ist es durchaus üblich, das Saatgut von Topsorten durch Klonen einer einizigen Original-Pflanze zu gewinnen, um durchgehend die gleiche Qualität zu erhalten. Wie dem auch sei, die Degeneration von Top-Sorten spielt natürlich den Agrar-Multis in die Hände, die ohnehin das Ziel verfolgen, die Landwirtschaft weltweit zum jährlichen Kauf des Saatguts zu zwingen. Deswegen ist es mir auch wichtig, selber Sorten zu züchten.
Nimmt man etwa bei zweihäusigen Arten zwei stabile, alte Sorten, die sich sehr voneinander unterscheiden, so erzeugt man dadurch häufig sogenannte Triploide oder Tetraploide Kreuzungen, sogenannte F1-Hybriden, das sind Pflanzen. bei denen durch eine Laune der Natur der Chromosomensatz nicht nur 2 mal enthalten ist, sondern 3 oder 4 mal. Äusserlich manifestiert sich dies in grandioser Lebenskraft, Wachstum, Stärke und Grösse einer Pflanze, verglichen mit ihren Biploiden Artgenossen - sofern wir es bei der Spezies im Normalfall mit Biploiden zu tun haben, was oft der Fall ist. Aber auch diese F1 Hybriden degenerieren, wie die Topsorten. Deshalb ist auch der Erhalt von alten, stabilen Sorten so wichtig. So kann man immer pendeln bei der Zucht. Der Gedanke ist interessant, aber ich schweife wohl ab.