Interpretationen liegen natürlich immer beim Betrachter.
Also, an sich mag ich diese Art von "Dokus", wo nicht so viel rumgelabert oder von Sprechern dokumentiert wird. Ich kann auch nicht sagen, was ich erwartet habe, eigentlich habe ich gar nichts erwartet sondern war offen-neugierig, was da kommen mag.
Vielleicht war's ja diese Einsamkeit des Mannes, von der man ja nicht weiß, ob sie selbstgewählt oder eher unfreiwillig ist. Jedenfalls empfand ich den Zustand dort schon nicht mehr als "einfach", sondern eher als verwahrlost. Und wenn alte Menschen verwahrlosen, weil sie niemanden haben oder warum auch immer, dann finde ich das schon ziemlich traurig.
Ich verurteile den Mann ja nicht, warum auch? Ich hab nur gesagt,
ich habe es als deprimierend empfunden.
Im Gegensatz dazu kam vor Jahren mal eine ähnliche Doku mit Alltagsbeobachtungen von zwei alten Schwestern, die im Schwarzwald den kleinen Hof ihrer Eltern mit Sägemühle bewohnten. Ich kann mich nicht mehr im Detail erinnern, aber die beiden lebten auch sehr einfach und zurückgezogen, aber da kam beim zuschauen irgendwie was ganz anderes rüber.
Die beiden haben auch viel erlebt in ihrem Leben und hatten es nicht leicht, aber da kam irgendwie doch viel Kraft, Lebensmut und Energie rüber. Die eine bügelte noch mit so'nem uralt-Bügeleisen wo Kohle oder sowas reinkam, tippelte zur Messe in die Kirche ...... ja, klar, jeder Mensch ist anders. Aber das empfand ich als bescheidenes Leben zweier alter Damen - nicht als verwahrlostes Schicksal.
Nur meine bescheidene Sichtweise dazu. Interessant, wie unterschiedlich die Betrachtungsweisen sind.
