Ich weiß nicht, was ich von Dämmung halten soll. Vermutlich kann man das nicht so pauschal sagen. Dafür gibt es zu viele Aspekte, die bedacht werden wollen.
Zur Zeit hab ich ja mehrere Häuser ( na ja, eigendlich hat meine Bank mehrere Häuser

) und bei denen verhält es sich völlig unterschiedlich.
Den alten Bauernhof mit Fachwerk von Achtzehnhundert-hau-mich-tot würde ich niemals nicht dämmen lassen, jedenfalls nicht die Außenwände. Fußboden und Dachboden hab ich aber gedämmt und neue Fenster und Haustür hat dieses Haus auch. Meine jetzigen Mieter haben Verbrauchswerte von einem Passivhaus, als ich noch da gewohnt habe, sah das noch ganz anders aus. Spitzenwerte heute ! Liegt aber auch am Heizverhalten der Bewohner ( selbst bin ich eine Frostbeule ).
Das ganz kleine, aus,- und angebaute, ehemalige Backhaus von 1860 würde ich wenn nur mit Natutmaterialien dämmen lassen. Mit Styropor hätte ich da Angst um die Bausubstanz, da eine gewisse Feuchtigkeit im Haus ist ( Elbnähe, ab und an leichtes Grundwasser im Keller, kein vernünftiges Fundament, bzw. gar keins ). Dort ginge das auch vom Preis her, da klein und überschaubar.
Bei dem größerem Haus würde, nee werde, ich eine gewöhnliche Dämmung aus Styropor nehmen. Gewöhnlicher Ziegelsteinbau aus den 50zigern, 36 Mauerwerk mit Bodenplatte. Dämmen lassen werde ich mit Hinblick auf die Mieter. Große Wohnungen, großes Grundstück und dadurch auch hohe Nebenkosten. Um das ein wenig weg zu puffern würde ich den Mietern gerne helfen, um wenigstens bei den Heizkosten etwas einzusparen. Naturmaterialien gingen bei der Größe finanziell nicht, muß warscheinlich jetzt schon 5 Jahre jeden Cent sparen, um die Dämmung mit herkömmlichen Materialien bezahlen zu können. In diesem Falle ist mir auch die Optik egal, was zählt ist die Ersparniss bei den Heizkosten der Mieter. Bei den anderen Nebenkosten kann ich herzlich wenig regulierend eingreifen und die Nebenkosten explodieren regelrecht. Heute zahle ich in Euro das, was ich als letztes in DM gezahlt habe. Und mehr noch! Es ist zum ko...en !
Werde den Bau aber demnächst noch einmal von Fachleuten untersuchen lassen, eventuell hab ich ja das Glück wie meine Ma, dass es sich um ein zweischaliges Mauerwerk mit Luftzwischenraum handelt. Dann, aber auch nur dann, käme eine Dämmung mit umweltverträglichen Materialien wie Isoflock in Frage. Es muß einfach bezahlbar bleiben. Für die Mieter und für mich.
Gut...hätte ich jetzt eins von diesen wunderschönen Gründerzeithäusern so mit Stuck und Schnickschnack...da würde mir das schon bannig schwer fallen.
Mich würde es freuen, wenn die Dämmung mit Naturmaterialien preiswerter würde. Die Preise, die die ausloben, sind echt nicht mehr feierlich. Ich arbeite z.B. gerne mit Lehm und so. Aaaber: den aus dem Naturbaumarkt - den kann man echt nicht bezahlen. Ich würd da gerne öfters einkaufen, aber das geht finanziell überhaupt nicht. Weiß auch nicht, ob diese Preise wirklich gerechtfertigt sind oder ob da jemand den Hals nicht voll genug bekommen kann. Den Eindruck hab ich manchmal, denn mittlerweile kenne ich die Preise für die ursprünglichen Rohstoffe ziemlich genau.
Deswegen: Es gibt solche und solche Situation und Dämmung per se abzulehnen ... ich weiß nicht. Hab da auch mal anders drüber gedacht, heute kenne ich zu viele Situationen wo ich anders als vor 5 Jahren entscheiden würde und werde.
Mein Bruder hat übrigens einen Klinkerbau im Münsterland. Der wurde auch gedämmt und ich hab regelrecht mitgezittert, denn vorher hatten sie eine Schimmelbildung im Haus und ich hatte befürchtet, dass es nach der Dämmung eher schlechter als besser wird. War eine Zwischenraumdämmung mit Isoflock oder was ähnliches. Das hat super geklappt, Schimmel ist weg und das Haus sieht aus wie vorher. Teuer war es auch nicht, ich glaub 5000,-€ für ein Zweifamilienhaus.
Dämmung rundum gelungen: umweltverträgliches Material, Haus sieht genauso aus, Schimmel ist weg, Heizkosten reduziert und preiswert war es auch noch. So sollte es sein. Ich freu mich für ihn.
Liebe Grüße,
Marion
P.S.: Manfred, du hast in der Zwischzeit geschrieben. Etwas von einem gesetzlichem Zwang. Was genau meinst du damit ? Ich weiß nur, dass man jetzt die Decke zum Dachboden dämmen muß, wenn dieser ungedämmt ist und das Haus nicht eigengenutzt wird. Ich rede jetzt aber von Bestandsbauten, nicht von Neubauten. Da ist es glaube ich krasser mit den Zwängen ( bei Neubauten mein ich jetzt ).