Re: stromleitung auf statt in der wand...
Verfasst: Mo 6. Jun 2011, 17:20
Ach so.
Na, ich würde mir einen Wechselrichter besorgen und das Verbrauchsnetz auf den in Schweden üblichen Standard auslegen (auch 230 V?)
Vorteile: Die Wechselrichter sind heute effizient; Elektromaterial und Verbraucher auch in Sparausführung sind für Standard-Wechselstrom viel leichter aufzutreiben. Die Schaltnetzteile für moderne E-Geräte (Handy, Computer) sind heute auch recht gut. Ausserdem kannst Du auch mal eine Bohrmaschine benutzen, falls Du vernünftige Akkus hast. Und es braucht keine Klimmzüge für den Laptop oder das Radio.
Ich hab die ganze E-Installation in meiner Bude so gemacht; mir vorher ein Buch für die Fachprüfung von Stromern besorgt und die relevanten Teile durchgearbeitet. Wenn das Buch gut ist, versteht man, warum, und das erleichtert die Arbeit dann ungemein.
Bei 12 oder 24 Volt hast du viel höhere Ströme, d.h. viel mehr Kupfer und entsprechend Kosten oder dann hohe Verluste, weil der Spannungsabfall im Kabel zum Verbraucher proportional zur Länge des Kabels und zum Strom durch das Kabel und umgekehrt proportional zum Querschnitt ist.
Bei 12 V brauchst Du den 20fachen Querschnitt, um gleiche Verluste zu haben wie bei 230 V, weil der Strom bei gleicher Leistung 20 mal höher ist. Solche Drähte sind teuer und unangenehm steif. Ausserdem sind 2 V Spannungsabfall bei 230 V problemlos, bei 12 V ist das schon erheblich. D.h Niederspannungsversorgung kostet erheblich mehr, ist mühsamer zu montieren und was Du an Umwandlungsverlusten nach und von 230 V sparst, verlierst Du in den Leitungen.
Für Licht kommst Du bei Niederspannung mit dem gewöhnlichen Elektriker-T-Draht hin, für stärkere Verbraucher kannst Du Kabel für die Auto-Elektrik verwenden, das Zeug geht aber satt ins Geld. Für 230 V darf man 1.5 mm2 bis 16 A belasten (ich würde nicht so hoch gehen), das sind reichlich 3 kW und soviel Saft dürften Deine Akkus nicht liefern.
Zur Berechnung der Querschnitte musst Du die Nennleistungsaufnahme durch die Nennspannung dividieren, d.h. eine 20W-Lampe zieht bei 12 Volt 20/12 = 1.7 Ampère.
10 Lampen am gleichen Strang sind dann 17 A, d.h. es braucht dann mindestens 2.5 mm2 Querschnitt, bei langem Weg wären 4 mm2 besser. Bei 230 V wären es dann immer noch weniger als 1 A, also für Standard 1.5 mm2 kein Problem.
Die Absicherung der Leitungen gegen Kurzschluss ist auch aufwendig, wegen der höheren Ströme. Falls Du je mal beim Montieren aus Versehen eine Autobatterie mit einem Schraubenschlüssel kurzgeschlossen hast, weisst Du, was ich meine. Wenn Du einen halbwegs schlauen Wechselrichter nimmst, ist der niederspannungsseitig problemlos an den Laderegler der Akku anschliessbar und dann kannst Du verbraucherseitig die günstigen und zuverlässigen Leistungsschutz- und Fehlerstromschalter der 230 V-Technik verwenden.
Man darf weder Gleichstrom-Niederspannungsnetze mit Standard-Wechselstromdosen ausrüsten, obwohl das funktionieren würde, noch solche Geräte mit den entsprechenden Steckern ausrüsten. Falls man so ein Gerät mal aus Versehen ausser Haus in eine echte Wechselstromdose einstöpselt, merkt man, warum.
Falls Du gleich bei einer grossen Sanierung bist, reiss das alte Gelump raus und mach alles neu. Verwende die heute üblichen M20-Spiralrohre zum Eingipsen und Leerdosen der 230V-Technik (in jedem Baumarkt, aber meist haben die keine fachkundigen Verkäufer da, also mach Dich selbst schlau). Aufputz im Wohnbereich ist überholt, dauernd Ärger beim Putzen und überhaupt. Für die Leitungsführung in den Wänden gibt es Regeln, d.h. nicht diagonal über die Wände gehen! Beim Stemmen waagrechter Schlitze in dünnen Ziegelwänden aufpassen! Wenn Du nicht ans öffentliche Netz musst, brauchste auch die Anlage nicht abnehmen zu lassen, ich würde die Regeln der Technik trotzdem befolgen.
Mach einen übersichtlichen Schaltplan, mit einer Hauptleitung pro Etage, nicht eine Endlos-Kette. Lohnt sich! Bei Niederspannung musst du das sowieso, um die Leitungswege kurz zu halten.
Viel Spass!
Na, ich würde mir einen Wechselrichter besorgen und das Verbrauchsnetz auf den in Schweden üblichen Standard auslegen (auch 230 V?)
Vorteile: Die Wechselrichter sind heute effizient; Elektromaterial und Verbraucher auch in Sparausführung sind für Standard-Wechselstrom viel leichter aufzutreiben. Die Schaltnetzteile für moderne E-Geräte (Handy, Computer) sind heute auch recht gut. Ausserdem kannst Du auch mal eine Bohrmaschine benutzen, falls Du vernünftige Akkus hast. Und es braucht keine Klimmzüge für den Laptop oder das Radio.
Ich hab die ganze E-Installation in meiner Bude so gemacht; mir vorher ein Buch für die Fachprüfung von Stromern besorgt und die relevanten Teile durchgearbeitet. Wenn das Buch gut ist, versteht man, warum, und das erleichtert die Arbeit dann ungemein.
Bei 12 oder 24 Volt hast du viel höhere Ströme, d.h. viel mehr Kupfer und entsprechend Kosten oder dann hohe Verluste, weil der Spannungsabfall im Kabel zum Verbraucher proportional zur Länge des Kabels und zum Strom durch das Kabel und umgekehrt proportional zum Querschnitt ist.
Bei 12 V brauchst Du den 20fachen Querschnitt, um gleiche Verluste zu haben wie bei 230 V, weil der Strom bei gleicher Leistung 20 mal höher ist. Solche Drähte sind teuer und unangenehm steif. Ausserdem sind 2 V Spannungsabfall bei 230 V problemlos, bei 12 V ist das schon erheblich. D.h Niederspannungsversorgung kostet erheblich mehr, ist mühsamer zu montieren und was Du an Umwandlungsverlusten nach und von 230 V sparst, verlierst Du in den Leitungen.
Für Licht kommst Du bei Niederspannung mit dem gewöhnlichen Elektriker-T-Draht hin, für stärkere Verbraucher kannst Du Kabel für die Auto-Elektrik verwenden, das Zeug geht aber satt ins Geld. Für 230 V darf man 1.5 mm2 bis 16 A belasten (ich würde nicht so hoch gehen), das sind reichlich 3 kW und soviel Saft dürften Deine Akkus nicht liefern.
Zur Berechnung der Querschnitte musst Du die Nennleistungsaufnahme durch die Nennspannung dividieren, d.h. eine 20W-Lampe zieht bei 12 Volt 20/12 = 1.7 Ampère.
10 Lampen am gleichen Strang sind dann 17 A, d.h. es braucht dann mindestens 2.5 mm2 Querschnitt, bei langem Weg wären 4 mm2 besser. Bei 230 V wären es dann immer noch weniger als 1 A, also für Standard 1.5 mm2 kein Problem.
Die Absicherung der Leitungen gegen Kurzschluss ist auch aufwendig, wegen der höheren Ströme. Falls Du je mal beim Montieren aus Versehen eine Autobatterie mit einem Schraubenschlüssel kurzgeschlossen hast, weisst Du, was ich meine. Wenn Du einen halbwegs schlauen Wechselrichter nimmst, ist der niederspannungsseitig problemlos an den Laderegler der Akku anschliessbar und dann kannst Du verbraucherseitig die günstigen und zuverlässigen Leistungsschutz- und Fehlerstromschalter der 230 V-Technik verwenden.
Man darf weder Gleichstrom-Niederspannungsnetze mit Standard-Wechselstromdosen ausrüsten, obwohl das funktionieren würde, noch solche Geräte mit den entsprechenden Steckern ausrüsten. Falls man so ein Gerät mal aus Versehen ausser Haus in eine echte Wechselstromdose einstöpselt, merkt man, warum.
Falls Du gleich bei einer grossen Sanierung bist, reiss das alte Gelump raus und mach alles neu. Verwende die heute üblichen M20-Spiralrohre zum Eingipsen und Leerdosen der 230V-Technik (in jedem Baumarkt, aber meist haben die keine fachkundigen Verkäufer da, also mach Dich selbst schlau). Aufputz im Wohnbereich ist überholt, dauernd Ärger beim Putzen und überhaupt. Für die Leitungsführung in den Wänden gibt es Regeln, d.h. nicht diagonal über die Wände gehen! Beim Stemmen waagrechter Schlitze in dünnen Ziegelwänden aufpassen! Wenn Du nicht ans öffentliche Netz musst, brauchste auch die Anlage nicht abnehmen zu lassen, ich würde die Regeln der Technik trotzdem befolgen.
Mach einen übersichtlichen Schaltplan, mit einer Hauptleitung pro Etage, nicht eine Endlos-Kette. Lohnt sich! Bei Niederspannung musst du das sowieso, um die Leitungswege kurz zu halten.
Viel Spass!