Der Urwald wird sich in den tausenden Jahren wohl nach den klimatischen Bedingungen richten, er wird sich immer wieder verändern. Anhand der kulturellen Hinterlassenschafften der Menschen kann man ableiten, ob jeweils eher Wein angebaut wurde oder Rüben, noch weiter zurückliegende Zeiten geben eher durch Kernbohrungen, Kohle- Öl- oder z.B.Muschekalkvorkommen oder Versteinerungen Auskünfte. Für den Menschen sind Fichten halt mit modernen Erntemaschinen gut zu ernten, der Rohstoff hat keine verbogenen Äste wie bei Laubbäumen. Fichten und Kiefern ließen sich leichter flößen als krumme Eichen. Der Bergbau verlangte gerade, planbare Stämme, der Schiffbau eher Eiche/Buche..Masten hingegen eher aus langen geraden Stämmen (Kiefer). So ernteten und Pflanzten die Leute das, was sie in der Region brauchten. Als die Köhlerei aufkam, legte man auf heiß glühende Kohlestückchen zur Erzschmelze oder Glasschmelze Wert, also wurde dort beispielsweise im Schwarzwald oft Buche bevorzugt. Ganz aktuell versucht man trockenheitsanfällige Fichten durch etwas robustere Weißtannen oder Douglasien zu ersetzen. Hier gibt es immer wieder Moden und wirtschaftliche Interessen, die den Anbau bestimmen. Seit einigen Jahren versucht man die Douglasie als Bauholz in Märkten zu etablieren, das liegt jedoch auch daran, dass ausländische Lieferanten mit den dort wachsenden Rohstoffen auf unseren Markt drängen. Es geht also ums Geld und so wandelt sich der Anblick des kultivierten, aber auch "von selbst wachsen gelassenen Waldes"...wenn auch über Jahrzehnte gestreckt.
Wie ein Wald aussehen würde, wenn wir ihn ab heute ganz in Ruhe lassen würden, ist eine gute Frage. Ich glaube, man müsste erstmal festlegen wann und wo. Sicher ist aus heutiger Sicht, dass in unserem gaga- Bananenland alles verwalden würde. Vermutlich würde das in hundert Jahren ähnlich wie der Mischwald aussehen, den wir kennen. *grübel*


