Eberhard hat geschrieben: Di 11. Jun 2024, 09:03
Eisenbach beschreibt, dass das älteste Hügelbeet mittlerweile seit 23 Jahren besteht, mit die besten Erträge liefert und noch nicht gedüngt wurde.
Ich frage nach: Hat der seit 23 Jahren nichts (nichts) mehr draufgetan und jedes Jahr Spitzenerträge, oder bedeutet "nicht gedüngt" einfach keinen (Kunst)dünger? Was hat er geerntet und wieviel?
Eberhard hat geschrieben: Di 11. Jun 2024, 09:03
Der Bauer/Gärtner erlebt, dass sein ausgebrachter/eingegrabener Stallmist nach drei Jahren weg ist. Da ist kein Humusverbleib oder gar eine Humuskumulierung.
Der Bauer/Gärtner erlebt, dass ein roher Boden durch Mistgabe und Umgraben nach einigen Jahren deutlich humusreicher und besser ist, auch wenn das meiste, was er eingebracht hat, weg ist.
Eberhard hat geschrieben: Di 11. Jun 2024, 09:03
Dauerhumus ist ein Produkt des AUFBAUs. Er zeichnet sich durch Langlebigkeit aus, was diverse Schwarzerdeböden dokumentieren.
Abbau versus Aufbau - ist das als Unterscheidung nachvollziehbar?
Ist eine Definitionsfrage. Da alles, was an organischem Material im Boden ist, irgendwann als Streu/tote Wurzeln/Kot/Kadaver/Mist/Mulch usw. eingebracht wurde, und nur ein Teil davon zu langlebigen Humusprodukten wird, so ist es insgesamt betrachtet trotzdem Abbau, denn die Summe von all dem was eingebracht wurde, ist viel grösser als was an langlebigem Humus dann da ist. Dass etwas, was aus etwas anderem entsteht und vorher nicht da war, aufgebaut wird, ist ebenso logisch und eine Frage der Begriffswahl.
Wenn ich das jetzt unterscheide, was habe ich dann
gartenpraxisrelevant besser verstanden als vorher?
Die gängige Theorie zur Schwarzerdebildung kommt übrigens ganz ohne biozyklisch vegan aus uns stellt nüchtern fest, dass unter gewissen klimatischen Bedingungen der Abbau nicht mit dem Eintrag Schritt hält und es deshalb zu einer Akkumulation von Humus kommt - wobei Schwarzerde sich im wesentlichen durch die Menge an Humus von anderen Böden unterscheidet.
Eberhard hat geschrieben: Di 11. Jun 2024, 09:03Für einen Vergleich ist es auch hilfreich, schon mal richtige gute Humuserde erlebt zu haben. Du zählst wohl nicht dazu?
Ich glaube, du solltest jetzt endlich mal deinen Garten zeigen und vorstellen.
Noch was zum Workshop: Der Link ist ein gewesener Kurs in Kalamata, also nicht ganz so weit weg wie Zypern. Wenn man das Kursprogramm liest, haben die neben vielen Seminaren einen Komposthaufen gemacht und jeden Tag umgewendet, das Material aufgeladen, weggefahren, es als "Phytoponisches Kompostsubstrat (PCS)" woanders wieder "zur weiteren Veredelung" abgeladen sowie ein paar Dinge gemessen.
Die Einführung zum Workshop (im Link) setzt sich allerdings stolze Ziele. Da heisst es unter anderem
... Wiederherstellung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit über die Förderung der pflanzeninduzierten Bodengenese.
Also Gründüngung?
Dann:
Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aus Mikrobiologie und Bodenökologie liefern verblüffende Erkenntnisse und Erklärungsansätze für die im Zusammenhang mit Biozyklischer Humuserde bisher gemachten Beobachtungen und Messungen und verdeutlichen die Notwendigkeit, die Mechanismen der Pflanzenernährung im Allgemeinen in einem völlig neuen Licht zu sehen.
Endlich!
Aber:
Die Entstehung Biozyklischer Humuserde unterliegt jedoch unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Restriktionen, die die dringend erforderliche Bereitstellung dieses Materials in größeren Mengen unmöglich machen. (So sprach mein Sohn sinngemäss auch, wenn er mehr Taschengeld für irgendetwas wollte, e17) Hier setzt der Terra-Plena-Fonds an, der allen Menschen, die die Notwendigkeit der Wiederherstellung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit erkannt haben, die Möglichkeit bietet, an einer weltweit angelegten, biozyklisch-veganen Bodenregeneration mitzuwirken. Der natürlichen Vorbildern folgende Vorgang bei der Finanzierung von Biozyklischer Humuserde versetzt alle Beteiligten auf faszinierende Weise in die Lage, an den damit verbundenen Heilungseffekten an Natur und Mensch zu partizipieren. Gleichzeitig geht damit eine Befreiung der Landwirtschaft von falschen Vorstellungen sowie eine Gesundung des Wirtschaftslebens einher, indem über neuartige, realwertstabile − da durch Biozyklische Humuserde gedeckte − Zahlungsformen lokale und regionale Wirtschaftskreisläufe im Sinne einer Fruchtbarkeits-Allianz zwischen Bürgern und Bauern geschaffen werden können.
Der langen Rede kurzer Sinn: Die brauchen Geld.
Was Realwertstabilität mit biozyklischer Humuserde zu tun hat, ist hoffentlich Kursthema. Geld weg, Humus noch da?
Die Frage bleibt offen: Wir sollen ja bloss dort mitmachen wollen, um endlich zu lernen, wie man Kompost macht, damit auch wir einmal echte Humuserde erleben können. Warum also dieser Link?