Die Regeltechnik im Stromverbund ist zwar komplex, aber die Probleme sind z.T. auch selbstverschuldet:
Einmal will man otimale Rendite, dann auch Versorgungssicherheit und Robustheit im Störungsfall. Redundanz und Reserven gehören nun mal zur Versorgungssicherheit und die sind nicht umsonst zu haben.
Die zwei Dinge beissen sich grundsätzlich, denn wenn man eine robuste Anlage hat, ist stets die Versuchung da, sie noch etwas effizienter zu machen. Etwa, indem man als unwahrscheinlich erachtete Szenarien aus betriebswirtschaftlichen Gründen ausblendet bzw. unliebsame Szenarien aus betriebswirtschaftlichen Gründen als unwahrscheinlich definiert - daran ist auch das AKW in Fukushima letztlich gescheitert.
"weniger Benutzung von "normalen" Kraftwerken werden die nachtsten Blackout verursachen"
Bei den verlinkten Artikeln habe ich durchaus den Verdacht, dass die Elektrowirtschaft versucht, die Sache so darzustellen, wie ihre finanziellen Interessen sind. Die haben ja grundsätzlich keine Freude daran, dass jetzt jeder Stromproduzent werden kann.
"Die Folgen bzw Kosten trägt der Stromverbraucher" - ja, aber das muss so sein. Beim Auto muss ich Reifenabrieb und Pannenbehebung auch selber tragen. Soll ich das jetzt so darstellen, als ob die Strassenunterhaltsdienste mein Geld verschwenden, weil nicht alle Strassen die ich benutze in optimalem Zustand sind?
Ein Weg zur Lösung wäre, endlich die unfaire Regelung aufzuheben, wonach Grossverbraucher von Umlagekosten usw. befreit sind. D.h. der Strom-Kleinverbraucher subventioniert die stromfressende Grossindustrie. Das könnte man in dem Artikel ja auch mal erwähnen.
Rohana hat geschrieben: Mi 20. Jan 2021, 20:26
Bei dem sterben Kühe daran dass sie nicht gemolken werden
Wenn man die Berichte von dem Schneechaos 1978/79 oder vom Münsterländer Schneechaos 2005 liest, ist das nicht so absurd: Da gab es Grossbetriebe mit vielen Hochleistungs-Milchkühen, ohne Notstromerzeuger für die Melkanlage und die Angestellten kamen wegen dem Schnee nicht zum Betrieb hin. Auch viele Schweine und Hühner sind damals verreckt, weil die Ventilation der Ställe ausgefallen ist.
Einem Bergbauern wird sowas nicht passieren, aber die sind ja auch nicht konkurrenzfähig. Die sind hingegen gewohnt, jeden zweiten Winter mal eine Woche oder länger abgeschnitten zu sein, weil Lawinen die einzige Strasse verschüttet haben. Das kann durchaus auch Leitungen erwischen.