Mal ein Update mit Erfahrungen für Petroleumlampen als einzige Lichtquelle zum Wohnen.
- Mit einer guten Petrollampe kann man bequem lesen.
- Mit einer Dochtpetrollampe, mit der man bequem lesen kann, kann man auch bequem das Zimmer heizen: Ein 15-liniger Brenner, das ist eine mittlere Tischlampe, verbraucht in 12 Stunden ca. 1 Liter Petrol, das sind etwa 800 Watt Heizleistung.
- Die Dochtlampen ohne Glas, die man mit Pflanzenöl betreiben kann, sind für Haushaltsarbeiten zu dunkel. (wie hat man das im Mittelalter eigentlich gemeistert?)
- Ein Glastank erleichtert das Befüllen sehr, weil man sieht, wieviel noch reinpasst und weil man nicht riskiert, die Lampe trockenzubrennen, was jedesmal Docht kostet. Ein Tank aus Metall kann innen sehr korrodiert sein, was man vor dem Kauf mit einer Taschenlampe nachsehen muss.
- Nachfüllen nur mit Trichter, weil man dazu gewöhnlich den Brenner abschrauben muss und man den Docht nicht ganz herausziehen will (Schweinerei) und weil Petroleum sehr dünnfüssig ist und man damit alles verkleckert, wenn man direkt aus der Flasche nachfüllt.
- Als beste Lampe habe ich eine mit Matadorbrenner (die Dinger mit einer flachen Brandscheibe über dem Docht, siehe
hier, runterscrollen bis zum Titel Info) und Glastank.
Die Lampe kam für wenig Geld aus der e-bucht. Man muss dort aber aufpassen. Bei vielen Lampen sind falsche Gläser drauf, oder es fehlt bei einer Matador die Brandscheibe. Dann wird man daran keine Freude haben. Die Beschreibung "funktionstüchtig" heisst dann wohl nur, dass man sie anzünden kann.
Neuzeitliche Petrollampen haben oft einen billigen Flachbrenner (der Docht ist flach, nicht gebogen, und kommt aus einem Schlitz aus einem halbkugelförmigen Blech) oder sogar einen Runddocht. Dafür sind sie oft pseudoantik gestaltet. Die Lichtausbeute ist die einer besseren Haushaltskerze, will man mehr, russt die Flamme.
Früher waren Petrollampen Allerweltsgegenstände und man kannte sich wohl besser aus damit als heute. Auf eine Lampe, wo man den Brenner nicht im Detail sehen kann, würde ich deshalb nicht bieten - viele an sich schön Lampen sind aber mit Bildern beschrieben, wo man dies nicht erkennen kann.
Den Docht kann man ersetzen, weil sie im Fachhandel noch erhältlich sind, das kostet dann aber extra und macht Umstände, zumal das Einziehen eines neuen Dochtes nicht ganz einfach ist.
- Die Beschaffung von geruchsfrei brennendem und bezahlbarem Leuchtpertrol ist schwierig. Hier kann man sich nicht auf die Beschreibung des Herstellers verlassen. Das beste Produkt habe ich bei einem Restaurationsbedarfhandel gefunden. Hochreines Paraffinöl oder Leuchtpetrol wird oft für die Tischbeleuchtung in Gaststätten verwendet und wäre unverkäuflich, wenn es riechen würde. Leuchtpetrol vom Supermarkt war entweder nicht geruchlos, parfümiert oder apothekerpreisig. In der Gartenlaube kann man auch gewöhnliche Grillanzündeflüssigkeit verwenden.
Nach dem Ausblasen ist die Lampe noch einige Zeit sehr heiss und müffelt dann, auch wenn das Petrol gut ist, also auf dem Balkon ausmachen.
In den Foren wird immer wieder geschrieben, dass Biodiesel (Rapsöl, RME) zwar dünnflüssig genug für Petrollampen wäre, aber die Dochte ruiniere.