Bei mir dürfen die Gurken dieses Jahr an Estrichmatten hoch Ranken. Das machen sie auch sehr brav. Dass das Fruchtgewicht die Pflanzen irgendwie niederdrücken würde ist mir noch nicht passiert auch mit Kürbissen nicht.
Ganz links, die ersten drei Meter etwa, sind die Gurken, dann kommen Zuckermelonen, Inkagurken (Mitte), Kiwano, Wassermelonen und Melothria (Rechts).
Meine liebsten Gurken habe ich als "weiße Minigurke" gekauft. Ich ernte die Gurken wenn die Farbe gerade nach gelb umgeschlagen ist. Dann sind die Samen schon prall und süß aber noch angenehm weich, auch die dünne Schale ist leicht süßlich und kann gut mit gegessen werden. Zu Beginn der Saison sind die Gurken noch etwas kleiner, später sind sie sehr uniform um die 12 Zentimeter lang und um die 6 Zentimeter breit. Die Pflanzen sind absolute Massenträger und produzieren trotz leichten Mehltaubefalls unentwegt neue Früchte. Die Ranken sind eher kurz.
Meine zweitliebste Gurke habe ich als "Dragon's Egg" gekauft, allerdings beschleichen mich in letzter Zeit Zweifel daran dass sie es tatsächlich ist. Ich tippe eher auf "Richmond Green Apple", eine alte Australische Sorte. Die Gurke ist eher rund mit feinen Haaren die man mit einem Tuch abreiben kann. Der Durchmesser beträgt etwa 8 cm mit leicht schwankender Fruchtform und Größe. Die Farbe ist grün mit Anfangs weißen, später gelben Streifen. Den Geschmack finde ich sehr gut und saftig, anders als die bekannte Zitronengurke die ich auch schon im Anbau hatte aber geschmacklich nicht so toll fand. Auch diese Gurke ist ein Massenträger. Das Laub sieht gesünder aus als bei der gelben Minigurke gleich daneben, die Pflanze scheint gegen Mehltau resistenter zu sein.
Die Dritte im Bunde habe ich als "braune Netzgurke" gekauft. Mich würde ja brennend der Unterschied zu "Sikkim", "Kaiser Alexander" und "Poona Kheera" Gurke interessieren, so denn der Name "braune Netzgurke" korrekt ist. Die Händlerin von der ich die Samen habe scheint es ja nicht ganz so mit korrekten Sortenbezeichnungen zu haben... Ich habe sogar schon mal alle vier Sorten gleichzeitig angebaut. Wenn ich mich recht erinnere bekommt die Netzgurke voll ausgewachsen so eine hübsche Netzstruktur während die Kaiser Alexander lustige Punkte bekommt und die Poona Khera marmoriert ist. Der Unterschied zur Sikkim ist mir aber nicht so ganz klar.
Wie auch immer die Gurke die ich hier Beschreibe ist erst grün, wird dann irgendwann gelb und ziemlich bald darauf braun bevor sie die Netz-Zeichnung ausbildet. Ich versuche die Gurken zu ernten wenn sie von gelb auf braun Umschlagen. Zu diesem Zeitpunkt sind die Kerne noch weich, die Schale aber bereits süß. Je brauner die Schale wird, desto süßer wird sie auch. Allerdings wird sie gleichzeitig auch fester und auch die Kerne beginnen harte Hüllen auszubilden. Die Gurken sind deutlich größer als die der anderen Beiden Sorten mit etwa 18 cm Länge und 5 cm Breite, dafür werden nicht ganz so viele Früchte gebildet.
Alle drei Sorten sind sehr knackig und halten sich bei Raumtemperatur gelagert recht lange ohne merklich an Qualität einzubüßen.
In der Mitte des Gerüsts sind drei Sorten Inkagurken. Über zwei der Sorten habe ich vor zwei Jahren mal einen Blog-Artikel geschrieben:
http://wundervollehobbies.blogspot.co.a ... gurke.html
Die dritte Sorte die ich in der Zwischenzeit dazu bekommen habe ist eine Rieseninkagurke Cyclanthera edulis.
Noch sind die Früchte aller drei Sorten recht klein, aber ich hoffe dieses Jahr ein hübsches Vergleichsbild machen zu können. Das Laub der Caclynthera edulis ist ähnlich dem der Cyclathera pedata, allerdings etwas schärfer gezahnt.
Ganz rechts am Gerüst sind Melothria, von denen ich momentan große Mengen ernte. Die wie Miniwassermelonen aussehenden Früchte haben eine relativ feste Schale und einen leicht säuerlichen Geschmack. Sie sind nicht so saftig wie Gurken haben aber ein sehr intensives Gurkenaroma. Ich mag sie sehr gerne und habe momentan immer eine Schüssel zum Naschen neben meinem Schreibtisch stehen (gleich neben einer Schüssel Erdkirschen).
Über die Jahre habe ich schon recht viele Gurkensorten angebaut, aber nur wenige haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Zwei Sorten baue ich garantiert nicht mehr an.
Die erste ist die Sorte "White Wonder", so etwas ekelhaft Bitteres ist mir an Gurke sonst noch nie untergekommen.
Die zweite Sorte ist die Gurke "Marketmore", irgendwie schmeckt die mir nicht.
Ebenfalls nicht so toll war die Zitronengurke. Sie ist zwar nicht grauslich aber halt auch nicht wirklich gut, da nutze ich den Platz lieber um neue Sorten auszuprobieren.
Zwei Sorten die ich als sehr gut in Erinnerung habe sind "Himangi" und "Hmong Red", da habe ich aber keine aktuellen Bilder.
Hier noch ein Bild der oben beschriebenen Gurken im direkten Vergleich.
