Hallo,
da hab ich aber ein Thema verschlafen.
Wir wohnen auch in einem Blockhaus, in einem relativ alten von 1937. Hier in der Gegend waren die letzten drei Winter (seit wir hier wohnen sind die Winter plötzlich so kalt...

) wahrhaft sibirisch. Letzten Winter hatten wir bis zu minus 24 Grad. Drei Monate Dauerfrost. Naja, schon Adenauer meinte, östlich der Elbe beginnt die sibirische Steppe!
Wir haben folgende Erfahrungen zum Thema Winterfestigkeit:
Die Bohlen sind bei uns ziemlich dünne, ich schätze mal so 10cm (geh jetzt nicht raus und messe nach...). Dazu muss ich aber sagen, dass wir so blöd waren und die noch verbliebene Uralt-Fugenabdichtung (irgendein Strick und ne Art Teer, als Abschluss wahrscheinlich ne Art Kitt oder so) größtenteils entfernt haben, weil uns das buchstäblich entgegengeflogen kam, als wir das Holz von außen mit Leinöl gestrichen haben. War vielleicht nicht so schlau. Im Nachhinein wollten wir die Fugen mit soner Art Fugendichtmasse für Holzboote (was anderes haben wir hier nicht ausfindig machen können) abdichten, was sich als Wahnsinnsarbeit entpuppt hat. Nach einigen Fugen haben wirs sein lassen.
Von innen sind vor den Bohlen aber noch diverse alte Schichten Tapete und gaaaanz tolle Baumarkt-Paneele.

(die stammen nicht von uns!!!)
Was soll ich sagen, ich sitze trotzdem in ner warmen Bude. Wir heizen ausschließlich (außer wir sind mal paar Tage nicht da) mit Holz aus dem eigenen Wald, verbrennen das in nem Kaminofen mit 12 kW, der hier im Wohnzimmer steht. Das Ding heizt fast das ganze Haus aus! Nur im Bad sind wir bei Bedarf etwas "warmduscherig" und helfen mit nem Heizlüfter nach (wie gesagt, wenn wir mal duschen). Der Schornstein wird über den Tag so warm, dass er das Kinderzimmer selbst bei tiefen Minustemperaturen schön überschlagen hält.
Nachteil: Man muss alle paar Stunden Holz von draußen reinholen, aber wer eigentlich nach Alaska auswandern wollte, sollte vor sowas nicht zurückschrecken.
Ab 10 Grad minus werden nachts noch die Fensterläden rangemacht (haben noch die originalen doppelten Kastenfenster). Das macht auch deutlich was aus!!!
Wenn ich nun das Blockhaus mit dem Klinkerbau-4-Familienhaus meiner Oma vergleiche, ungefähr gleiches Alter der Gebäude, dann gilt für mich Folgendes:
In unsaniertem Zustand, was für beide Häuser zutrifft, ist das Blockhaus unschlagbar, selbst bei der dünnen Bohlendicke und entfernter Fugenabdichtung!!!! Man kanns natürlich nicht mit nem Neubau oder sanierten Haus vergleichen, ist klar. In nem unsanierten Steinhaus fühlt man die Kälte buchstäblich reinkriechen (Mauern eisekalt), es ist laufend fußkalt. Ich habe im Steinhaus meiner Oma mehrere Jahre gewohnt, im Winter (und die waren nicht so kalt wie die letzten 3) hab ich meine Wohnung nicht warm bekommen... vielleicht auch kein Wunder bei über 3,50m Raumhöhe. Unser Blockhaus kühlt zwar auch aus, wenn der Ofen mal aus ist, aber das passiert langsamer und irgendwie indirekter...
Ich hab mal irgendwo gelesen, dass Holz in puncto Wärmedämmung selbst die meisten modernen Dämmmaterialien schlägt.
In Punkto "Abdichtung" kann ich mich Emil17 anschließen, ein Holzhaus sollte man nicht probieren, "Dicht" zu bekommen!!!! Holz ist erstens ständig am arbeiten, nimmt Luftfeuchte auf, deht sich aus, gibt Wasser wieder an die Luft ab, schrumpft usw. Somit müsste man es schon total versiegeln (wie Parkett) wenn man da was richtig "dicht" bekommen wollte (will das jemand, der aus Überzeugung in nem Blockhaus wohnt?!?). Fucgenabdichtung verhindert eigentlich nur, das der Wind durchpfeift.
Ich denke, man sollte mal drüber nachdenken, warum die Menschen in kalten Regionen (Sibirien, Skandinavien, Alaska usw) traditionell Holzhäuser gebaut haben.... Es dürfte nicht überall ein Mangel an Steinen geherrscht haben, nach dem Motto: So bauen nur arme Leute...
Da wir gerade dabei sind: Kann mir irgendjemand nen Tipp geben, was heute als Fugenabdichtung für Blockhäuser verwendet wird? Kann man das irgendwo beziehen?!?