Pastinake hat geschrieben:Aber macht es denn Sinn, Wildpflanzen aus anderen Regionen im Garten auszusäen?
Im Garten säh ich ja sowieso Pflanzen aus anderen Regionen an
Ich hab auf unserm Grundstück immer wieder an verschiedenen Stellen versucht, diverse Wildpflanzen anzusiedeln. Wenn es dann klappt, wird die Pflanze heimisch und vermehrt sich auch. Bei uns wachsen jede Menge Buschwindröschen, Schneeglöckerl, Akelei und Waldgeißbart (bin mir bis heute nicht sicher, ob die vom Vorbesitzer sind oder "von selber gekommen").
Osterglocken, Krokus (aber nein: der denkt nicht daran, die angestammten Schneeglöckerl oder Zyklamen zu verdrängen), Bartnelken, wilder Dost, Fetthenne und Herzgespann haben wir angesiedelt.
Teilweise weil ich einfach unser Grundstück aufhübschen wollte, oder gegen Wühlmäuse (Osterglocken als Barriere - aber Pfefferminze wirkt da besser) oder weil es Heilpflanzen sind, die ich gerne in der Nähe haben wollte... Ja, auch für die Insekten.
Einen (Wald-Heil-Sumpf-??) Ziest hab ich aus der Gegend geholt, von neben dem Bach, wo viele wachsen. Der blüht jetzt schon jahrelang, erfreut das Auge und die Bienen - und irgendwann, wenn ich Zeit habe, werde ich mich mal drum kümmern, wie wir Menschen den nutzen können (Nahrung, Heilpflanze..?).
Die Brunnenkresse hat sich allerdings als sehr invasiv erwiesen und wächst uns den Teich zu - das gekaufte Mädesüß vermehrt sich inzwischen selber, wird aber absolut nicht lästig. nicht jede Pflanze hat das Zeug "invasiv" zu werden!
Invasiv ist dafür der wilde, einheimische insekten- und vogelfreundliche Pfaffenhut.
Meine Mutter ist so eine typische "Rasen und Rosen" - Gärtnerin, sie tät sich niiiiemals eine Blumenmischung in ihren Rasen sähen! Die wuchern dann ja alles voll...
Sie will einfach einen Rasen, der nur grün ist, Gott sei Dank nimmt sie kein Unkrautvertilgungsmittel, also wächst sowieso ziemlich viel in ihrem Rasen. Einzige Maßnahme ihrerseits: Sie mäht (inzwischen geht das schon über Jahrzehnte!!), entsorgt den Schnitt am Komposthaufen (der ist für den Garten - den Rasen düngt sie nie) und es entstehen dank Maulwurf regelmäßig kahle Stellen. Es blüht ganz schön in ihren Rasen und sie kann nichts dagegen tun
Na gut - sie will alles "bio" und weiß nicht sehr viel über Gärtnern, ich werde mich hüten, ihr zu sagen, dass sie das Gras kaputt macht, weil sie immer wieder so tief mäht und niemals düngt....
Von ihrem Rasen hab ich mir Quendel geholt, den will ich noch bei mir ansiedeln!
Meine Mutter könnte man nur so zu einer Bienenfreundin machen: eine hübsch blühende, ein bisschen empfindliche Pflanze verkaufen - ja nicht zu billig!! - und dazu sagen, dass sie die und die Pflegemaßnahme braucht, um nicht vom Unkraut überwuchert zu werden...
Auf die Art konnte ihr mal wer Borretsch andrehen, sie hat bald gemerkt, dass der sich wie irre vermehrt, ihn wieder rausgerissen, dann bei mir gesehen und wollte "diese hübsche Blume" unbedingt haben...
Also manche Menschen haben Angst vor allzu robusten Wildpflanzen....
