ina maka hat geschrieben:Ich halte Wald für eine sehr nutzbare Sache und außerdem für sehr gut gegen Wüsten. Meine erlebten Erfahrungen zeigen das auch so - was soll ich da noch sagen?
Schau dir die Bilder im 4. Beitrag auf der ersten Seite an.
Es gibt sicher Standorte, wo man mit Bäumen etwas gegen Wüsten ausrichten kann, z.B. wenn es für die Bäume erreichbares Grundwasser gibt.
Aber das Entscheidende bei der Bekämpfung der Wüsten ist es, den Boden gegen die Sonneneinstrahlung und Winderosion zu schützen und die Niederschlage die dort fallen effektiv zu machen, d.h. sie zu versickern und vor Verdunstung ohne Nutzen zu schützen.
All das erfüllt funktionierendes Grünland sehr gut und da auch auf Standorten, die für Bäume viel zu trocken sind. Damit das Grünland funktioniert, braucht es die nötigen Tiere. Und diese Tiere müssen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Fehlen die Tiere, stirbt das Gras an Überalterung und Selbstbeschattung und fehlenden Keimmöglichkeiten für den Nachwuchs. Und werden die Tiere falsch gelenkt, stirbt das Gras an Überweidung.
Für mich kommt Weidehaltung nicht in Frage, aus diversen Gründen,
Du brauchst auch keine. An deinem Ort, wie fast überall in Mitteleuropa, kann man die Flächen einfach in Ruhe lassen und die Sukzession kümmert sich darum und es entsteht früher oder später Wald.
Bei uns funktioniert das wunderbar. Anderswo funktioniert es halt nicht, weil dort andere Bedingungen herrschen. Siehe die Bilder aus den US-Nationalparks auf der ersten Seite. Da wurden die Weidetiere vor Jahrzehnten beseitigt, um das Land vor Überweidung zu schützen. Schaut dann ein paar Jahre gut aus, weil die vorhanden Pflanzen mehr Masse entwickeln. Und dann stirbt alles ab, weil die vorhandenen Pflanzen überaltern und keine neuen mehr nachkommen können.
Menschlicher Mist und Kindergetrampel oder Fussballspiel können auch einen gewissen Weideeffekt erzeugen, oder nicht?
Ja. Natürlich. Durch Mahd + Vergärung in Bioreaktoren oder bewässerten Komposthaufen oder Stalltieren und Rückdüngung und gezielte Bodenverletzung und anderen technischen Mitteln kann man das auf kleiner Fläche alles simulieren, auch in Regionen mit sprödem Klima. Aber halt nicht auf den ganzen 2/3 der Erdoberfläche, die von der Wüstenbildung betroffen sind. Selbst mit vielen Milliarden Euro und allen Traktoren der Welt ist das nicht auf Dauer zu leisten, zumal ein großer Teil davon mit Traktoren gar nicht bearbeitbar ist. Die einzige bisher bekannte und bezahlbare (da sich selbst finanzierende, solange die Tiere vermarktet werden können) Maßnahme, mit der man diese riesige Fläche dauerhaft pflegen kann, sind Weidetiere. Wer andere oder gar bessere Vorschläge hat, wie man das auf der Fläche billiger umsetzen kann, ist jederzeit willkommen. Nicht nur Allan wäre heilfroh, wenn eine bessere Methode gefunden würde.
Ich glaube nicht, dass unser Hirn so gestrickt ist, sondern ich denke, wir sind so erzogen worden.
Unser Hirn ist so gestrickt, dass fast alles möglich ist, aber sehr sehr wenig vorgegeben....
Erziehung und Kultur spielen da sicher mit rein. Die Vermutung einer genetischen Veranlagung liegt halt durch den Vergleich mit anderen Werkzeugnutzenden Tiere nahe. Wie da der wissenschaftliche Stand ist, kann ich nicht sagen.
Das behaupten sooo viele von sich . und wahrscheinlich wollen es auch viele tun. Inklusive ich und inklusive die Permakultur - was jetzt?
Die Permakultur-Leute haben ja auch große Erfolge vorzuweisen, wenn es darum geht, Niederschläge effektiv zu machen und das Wasser effektiver zu nutzen. Aber diese Methoden (Swales, Mulch, etc.) sind alle sehr aufwändig und teuer und arbeitsintensiv und daher auf größerer Fläche nur schwer umsetzbar. Beispiele wurden hier im Forum ja verlinkt. Löss Plateau in China, und Swale-Projekte in Indien etc.
Und die Permakultur-Ethik steht in keinem Widerspruch zu HM. Das lässt sich beides seht gut kombinieren.
oder Wälder gefällt hat.(Amazonas)
Dort herrscht kein sprödes Klima. Das Problem dort ist die schnelle Umsetzung der Nährstoffe. Dort reicht es auch aus, die Flächen still zu legen. Der Wald kommt zurück. Er braucht nur relativ lange, weil er erst langsam die nötigen Nährstoffe wieder zusammensammeln muss.
Und meine Kritik an der Stilllegung in geeignetem Klima bleibt auch: Die Bewirtschafter der Flächen können sich das in der Regel nicht leisten. Und im großen Umfang können wir uns das als ansässige Bevölkerung nicht leisten, weil wir auf die Erträge der Flächen angewiesen sind. Deshalb müssen auch wir lernen, die Flächen während der Bewirtschaftung zu regenerieren. Aber dafür gibt es ja gute Ansätze und wir lernen ständig dazu.