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Re: Das Demenzrisiko sinkt
Verfasst: Di 16. Feb 2016, 15:38
von DieterB
strega hat geschrieben:Sprachen lernen!
Die Theorie besagt, dass man oefters etwas ganz neues lernen sollte, damit sich die Signalbahnen im Hirn neu bilden.
Eine neue Sprache ist schon ein radikaler Schritt, vorausgesetzt man zwingt sich die Sprache auch aktiv zu benutzen. Bei Fremdsprachen gibt es immer die Versuchung, das rein intellektuel zu machen, also Grammatik und Vokabeln lernen ohne aktive Sprachkompetenz zu erwerben. Eine neue Sprache ist in gewisser Weise eine Vergewaltigung des eigenen phonetischen Systems. Es bedarf einer gewissen Ueberwindung, das wirklich zu machen.
Wenn ich wieder etwas mehr Zeit habe, werde ich versuchen, mein Chinesisch aufzufrischen. Frueher war ich schon mal bei fast 5,000 Schriftzeichen. Und Kaligraphie finde ich auch ganz toll. Es ist fast wie Meditation. Es gibt soviele Schriftzeichen, dass man sie niemals alle lernen kann. In Japan hab ich manchmal gesehen, wie aeltere Japaner zur Uebung die Schriftzeichen gedanklich nachgebildet haben, z.B. wenn sie in der Bahn sitzen und mit einem Finger die Strichfolge von Schriftzeichen in die Flaeche der andere Hand malten.
lg. Dieter
Re: Das Demenzrisiko sinkt
Verfasst: Di 16. Feb 2016, 17:52
von si001
strega hat geschrieben:Sprachen lernen!
Also bei meinem Vater wirkt
das nicht. Der hat(te) eine gute Ausbildung und war in seinem Berufsleben auch genügend geistig gefordert. Nach Feierabend hat er noch malocht, wie viele in der DDR. Als er in Rente ging, fing er an in der VHS Italienisch zu lernen.
Trotzdem kann er heute (mit 73) keinen noch so einfachen Plan mehr lesen. Der Standard-Demenztest "male mal die Zeiger in die vorgegebene Uhr, so dass sie halb 12 anzeigt", bekommt er nicht mehr hin.
Aber er "fährt" Auto!!! und ist auch sonst der King! Es ist zum K... Aber das ist ein anderes Kapitel. Er war nie einfach...
Re: Das Demenzrisiko sinkt
Verfasst: Di 16. Feb 2016, 19:39
von Little Joe
si001 hat geschrieben:Aber er "fährt" Auto!!! und ist auch sonst der King!
... falls es dich tröstet, ich kennn das.
Re: Das Demenzrisiko sinkt
Verfasst: Di 16. Feb 2016, 19:51
von sybille
Si, dieser Standard-Demenztest ist einfach nur ein Test und sagt nicht viel darüber aus was die Menschen wirklich noch können. Wenn mir jemand so aus dem Nichts heraus sagen würde ich solle eine Uhr mit Zeigern auf halb Zwölf zeichnen dann müsste ich auch erst überlegen und erst recht wenn mich jemand fragen würde ob das rechte oder linke Pedal am Auto die Bremse ist. Manche Dinge macht man einfach ganz automatisch richtig.
Aber es stimmt, es macht keinen Unterschied ob man sich im Alter noch weiterbildet oder nicht. Die Demenz kann Jeden treffen, lässt sich aber durch homöopatische Mittel aufhalten.
Re: Das Demenzrisiko sinkt
Verfasst: Di 16. Feb 2016, 21:05
von 65375
sybille hat geschrieben:Die Demenz kann Jeden treffen, lässt sich aber durch homöopatische Mittel aufhalten.
Hast Du da Erfahrungen? Hab bisher nur drüber gelesen. Homöopathie an sich ist mir nicht fremd und die oft überraschende (und überraschend schnelle!) Wirkung hat mich immer wieder begeistert.
Re: Das Demenzrisiko sinkt
Verfasst: Mi 17. Feb 2016, 18:02
von sybille
Ja, ich hatte 10 Jahre Demenzbetreuung gemacht und bei einer Familie (beide über 80) fiel mir auf das die demente Frau, die ich betreute, sich verschlechterte und sich in regelmässigen Abschnitten auch wieder verbesserte mit der Demenz. Auf Nachfrage bei ihrem Mann wollte er erst nicht so recht mit der Sprache raus da er vermutete das ich die Homöopathie als Unfug empfinde. Aber als ich ihm erklärte das es mich wundert das seine Frau sich immer wieder verbessert, sagte er mir sie wären schon seit über 20 Jahren alle 3 Monate bei einem Homöopathen und der hätte ihnen immer geholfen. Seitdem gehe ich auch zu diesem Homöopathen und er hat mir schon oft geholfen.
Wichtig ist das man sich genau erklären kann wenn er etwas fragt.
Re: Das Demenzrisiko sinkt
Verfasst: Sa 12. Mär 2016, 18:49
von Kirschkernchen
@ Dieter,
Wenn im Spiegel steht, daß das Demenzrisiko sinkt, würde ich mal mit einiger Sicherheit vom Gegenteil ausgehen. Ich rechne aufgrund der steigenden Summe der Belastungen eher damit, dass wir in kürze Demenzkranke mit 45-55 haben werden, nicht wie früher nur alte Leute.
Bitte denke dran, dass in diesem Satiremagazin auch Beiträge stehen wie dieser hier.
"...Umweltschützer haben im Urin von Kindern und Erwachsenen Glyphosat gefunden. Experten überrascht das nicht. In der Diskussion um mögliche Gesundheitsgefahren verstärkt die Untersuchung diffuse Ängste...."
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagno ... 80585.html
Re: Das Demenzrisiko sinkt
Verfasst: Sa 12. Mär 2016, 19:32
von sybille
Wenn im Spiegel steht, daß das Demenzrisiko sinkt, würde ich mal mit einiger Sicherheit vom Gegenteil ausgehen. Ich rechne aufgrund der steigenden Summe der Belastungen eher damit, dass wir in kürze Demenzkranke mit 45-55 haben werden, nicht wie früher nur alte Leute.
Davon gehe ich auch aus. Nicht nur wegen der Umweltbelastungen sondern auch wegen vermehrten beruflichen Belastungen und den vielen chemischen Medikamenten.
Re: Das Demenzrisiko sinkt
Verfasst: Sa 12. Mär 2016, 20:22
von DieterB
Kirschkernchen hat geschrieben:Wenn im Spiegel steht, daß das Demenzrisiko sinkt, würde ich mal mit einiger Sicherheit vom Gegenteil ausgehen. ...

die Luegenpresse ist ueberall ...
Re: Das Demenzrisiko sinkt
Verfasst: Mo 11. Apr 2016, 11:22
von emil17
Die Aussage, das Demenzrisiko sinke, sagt so gar nichts aus.
Denke Dir folgende Szenarien: (Das Dunkelziffer- und Definitionsproblem lassen wir mal weg)
a) es gibt tatsächlich weniger Demenzfälle, die aktenkundig werden. Dann wäre die Behauptung wohl richtig.
b) Die Bevölkerung wächst schneller als die Anzahl Demenzfälle. Dann wäre die Behauptung richtig, wenn man sich auf die prozentuale Häufigkeit bezieht, und falsch, wenn man sich auf die absolute Anzahl Fälle bezieht.
c) Die allgemeine Lebenserwartung steigt. Dadurch gibt es mehr ältere Leute. Wenn die Demenzkranken nicht länger dement bleiben, bevor sie sterben, als das früher der Fall war, nimmt der prozentuale Anteil demenzkranker Personen an der Bevölkerung bei gleich grosser Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, ab. Ist deswegen Demenz seltener geworden?
d) Die Diagnosen werden differenzierter. Viele Krankheiten, die früher Altersdemenz genannt wurden, werden heute als etwas anderes erkannt. Altersdemenz nimmt folglich als Diagnose ab.
e) Altersdemenz wird frühzeitiger erkannt und kann mit höherer Wahrscheinlichkeit verhindert oder gemildert werden. Dadurch nimmt der Anteil demenzkranker Patienten an der Bevölkerung ab.
Wie bei fast jeder Statistik: Denke dir aus, was du möchtest, und wähle die Grundgesamtheit und den Bezug (relativ oder absolut) so, dass die Aussage zustande kommt, die du bestätigt haben möchtest, ohne dass du Daten fälschen oder schönen oder unwahre Behauptungen aufstellen musst.