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Re: Energie- und Stoffkreisläufe
Verfasst: Mo 11. Jan 2016, 23:31
von LangerMann
Hummel hat geschrieben:Ölkanne hat geschrieben:
Die Löslichkeit von Gasen in wässrigen Lösungen ist sehr gering.
Das ist von Gas zu Gas sehr verschieden!
Hast recht

Ich hätte schreiben sollen, der Luftgase.
Du hättest lieber gar nichts schreiben sollen, wenn Du Dich nicht auskennst. Die Löslichkeit von CO2 in Wasser ist gar nicht so schlecht und man nutzt das als Sodawasser oder bei Mineralwasser. Die Löslichkeit von Sauerstoff ist auch nicht so schlecht, darum können Fische und Bodenlebewesen und Pflanzenwurzeln gedeihen. Von der hanebüchenen "Löslichkeit in wässrigen Lösungen" mal ganz abgesehen. In Limo hast Du sowohl Zucker als auch CO2 gelöst. Meist verdrängt ein sich besser lösender Stoff schlechter lösliche Stoffe. Wenn Du weiteren Zucker in Limo schüttest, geht der Zucker in Lösung und das CO2 schäumt aus.
Re: Energie- und Stoffkreisläufe
Verfasst: Di 12. Jan 2016, 01:49
von Nachtkerze
Hö, hö, hö!
Nigelnagelneu hier im Forum und dann gleich solche Töne?
Wenn Du so klug und weise bist, dann ist Dir sicher auch klar, daß mit der Gründüngung von Leguminosen
kraut oder
-blättern kein Stickstoff gedüngt wird. In den Grünteilen dieser Pflanzen ist nämlich gar kein Stickstoff enthalten.
LangerMann hat geschrieben:
Der Eintrag von Stickstoff in so ein Kreislaufsystem erfolgt also über eiweißreiche Futterstoffe. Im Grunde schaffen nur die Wurzelknollenbakterien bei Leguminosen einen sonstigen Stickstoffeintrag.
Deshalb ist Gründüngung nur mit Kraut/Blättern/Häckselgut von Klee, Robinien, Lupinen, etc. möglich oder notwendig
Dafür müssen's schon die Wurzelüberreste sein. Kraut und Blätter der Leguminosen sind genauso gut oder schlecht zum Mulchen wie andere Gründüngungspflanzen.
Re: Energie- und Stoffkreisläufe
Verfasst: Di 12. Jan 2016, 04:50
von cfun
Deshalb ist Gründüngung nur mit Kraut/Blättern/Häckselgut von Klee, Robinien, Lupinen, etc. möglich oder notwendig (wobei natürlich der Umweg über einen Tiermagen gegangen werden kann). Was meint ihr dazu?
Nachtkerze hat geschrieben:
Dafür müssen's schon die Wurzelüberreste sein. Kraut und Blätter der Leguminosen sind genauso gut oder schlecht zum Mulchen wie andere Gründüngungspflanzen.
Das ist/wäre mir ja ganz neu. Pflanzen brauchen Stickstoff doch zum Zellaufbau (Aminosäuren, DNA), d.h. bauen Stickstoff in ihre Biomasse ein, daher kann m.E. jede Pflanze als Dünger verwendet werden (obwohl sie sich natürlich mehr oder weniger gut eignen). Leguminosenschrot wird z.B. als Dünger verwendet (ich vermute, weil es sehr eiweißhaltig ist), aber auch Gerste, Zuckerrüben, Obsttrester (ich vermute wegen dem Zuckergehalt) ....
Außerdem sind Gründünger ja nicht nur als Stickstoffdünger gedacht. Sie ziehen auch andere Nährstoffe aus tiefen Bodenschichten, die für Flachwurzler nicht mehr erreichbar sind (Comfrey z.B.) oder sie fixieren Nährstoffe im Boden (durch die Wurzeln).
Und ganz abhängig von Leguminosen ist die Welt auch nicht. Neben dem schon erwähnten Blitzeinschlag gibt es auch frei lebende stickstoffbindende Bodenorganismen.
EDIT:
https://de.wikipedia.org/wiki/Stickstoff
Freilebende Mikroorganismen: Die nichtsymbiotische Stickstoffbindung beruht auf der Fähigkeit einiger freilebender Mikroorganismen (zum Beispiel Azotobacter und Cyanobakterien), Luftstickstoff zum Aufbau von körpereigenem Eiweiß zu verwenden. Bei ackerbaulicher Nutzung wird die Größenordnung der Bindung von atmosphärischem Stickstoff durch freilebende Mikroorganismen mit 5–15 kg/ha und Jahr angenommen.
Autoabgase werden dort auch erwähnt

Re: Energie- und Stoffkreisläufe
Verfasst: Di 12. Jan 2016, 08:40
von Hummel
LangerMann hat geschrieben:Sodawasser oder bei Mineralwasser.
Unter Druck. Wenn du die Flasche aufmacht, perlt das Gas aus.
LangerMann hat geschrieben:Die Löslichkeit von Sauerstoff ist auch nicht so schlecht, darum können Fische und Bodenlebewesen und Pflanzenwurzeln gedeihen.
Fische haben andere Atmungsmechanismen als Säugetiere, um u.a. mit dem geringerem Sauerstoffgehalt klar zukommen.
Sauerstoffmangel im Ozean und in Seen ist tatsächlich ein Problem, nämlich dann, wenn zu viel Pflanzenmaterial absinkt und unter Sauerstoffverbrauch zersetzt wird.
Re: Energie- und Stoffkreisläufe
Verfasst: Di 12. Jan 2016, 10:56
von Hummel
Falscher Urheber. Kann ein Mod bitte die Zitate bei mir ändern?

Re: Energie- und Stoffkreisläufe
Verfasst: Di 12. Jan 2016, 13:12
von Benutzer 4754 gelöscht
Das frische, oberirdische Grün von Leguminosen wird genauso viel Stickstoff enthalten wie z.b. Rasenschnitt, das interessante an Leguminosen sind ihre Wurzeln, bzw die Knölchenbakterien in den Wurzelverdickungen.
Autoabgase werden dort auch erwähnt

Ab auf die Autobahn!
Aber nur mit einem Benziner ohne Kat oder ein Diesel ohne SCR aber bitte aufgeladen

Re: Energie- und Stoffkreisläufe
Verfasst: Di 12. Jan 2016, 13:56
von fuxi
Was genau willst du eigentlich sagen?
LangerMann hat geschrieben:Wenn ich so lese, dass Pflanzenjauchen als Dünger empfohlen werden, steigen mir die Grausbirnen auf
[...]
Natürlich ist es sinnvoll mit Brennesseln oder -jauche zu düngen,[...]
LangerMann hat geschrieben:In der Hydroponik wird Fischkot als Dünger verwendet.
In der
Aquaponik. In der Hydroponik ist die Quelle der Nährlösung nicht näher festgelegt.
Der Rest wurde ja bereits von anderen auseinandergenommen...
Re: Energie- und Stoffkreisläufe
Verfasst: Di 12. Jan 2016, 17:01
von LangerMann
Nachtkerze hat geschrieben:Wenn Du so klug und weise bist, dann ist Dir sicher auch klar, daß mit der Gründüngung von Leguminosenkraut oder -blättern kein Stickstoff gedüngt wird. In den Grünteilen dieser Pflanzen ist nämlich gar kein Stickstoff enthalten.
Ach Du grüne Neune. Wozu brauchen denn Pflanzen dann Stickstoffsalze? Nur für die Wurzeln? Und warum enthält dann Winterspinat zuviel Nitrate? Und dann gäbe es noch die eiweißreichen Futterpflanzen, etwa die Saatluzerne, die Süßlupine. Und in Afrika führen in den Boden eingebuddelte Akazienblätter zu Mehrerträgen.
Und dann lese ich
da über Robinien: "Aufforstungsbestände sind wegen der proteinreichen Blätter sehr verbissgefährdet".
Uni-Bielefeld: Zitat: "Neben der einzigartigen Fähigkeit zur Ausbildung von zwei verschiedenen Wurzelsymbiosen zeichen sich Leguminosen durch die Bildung ungewöhnlich proteinreicher Blätter bzw. Samen aus. Anhand dieser Merkmale kann zwischen Futter- und Körnerleguminosen unterschieden werden. Eine bekannte Vertreterin der Futterleguminosen ist die Luzerne,"
Ganzpflanze und Blattmasse verschiedener Grünleguminosen als Eiweißquelle in der Schweinefütterung (pdf) Zitat "Für die ökologische Schweinehaltung stellt die Blattmasse von Grünleguminosen im Hinblick auf die Versorgung der Monogastrier mit essentiellen Aminosäuren eine vielversprechende Alternative dar."
Na so was.
Nachtkerze. Was für ein passender Nickname.
Re: Energie- und Stoffkreisläufe
Verfasst: Di 12. Jan 2016, 22:43
von Nachtkerze
Reden wir über Stickstoff oder über Proteine?
Leguminosen binden mittels Symbiose der Knöllchenbakterien Stickstoff. In der Wurzel. Ausschließlich in der Wurzel.
Das ist ein komplizierter Prozeß, zu dem keiner der beiden Symbiosepartner allein in der Lage ist. Denn dazu braucht's außer molekularem (Luft-) Stickstoff auch noch Sauerstoff (aber nicht zuviel) und eine Energiequelle. Letztere stellt die Pflanze zur Verfügung mit Kohlenstoffverbindungen, die sie durch Photosyntese gewonnen hat. So entstehen Ammoniak und Ammonium, die sofort in Aminosäuren umgewandelt werden, die dann von den Pflanzen zu Proteinen und anderen Dingen verbaut werden. Und dann eben auch in den Blättern landen.
Aber auch Pflanzen, die keine Leguminosen sind, verbauen Proteine. In grünen Pflanzenteilen sind immer (na gut, da bin ich mir nicht ganz sicher, also: Im Normalfall) Proteine enthalten. Manche andere Pflanzen erzeugen sogar 'ne ganze Menge Eiweiß.
Prominenteste Beispiele: Nüsse aller Art. Daher die Nährwirkung für Tiere und die Düngewirkung.
LangerMann hat geschrieben:Nachtkerze. Was für ein passender Nickname.
Ja, finde ich auch.
Re: Energie- und Stoffkreisläufe
Verfasst: Mi 13. Jan 2016, 01:46
von LangerMann
Nachtkerze hat geschrieben:Reden wir über Stickstoff oder über Proteine?
Der ist gut. Proteine bestehen aus Aminosäuren und Aminosäuren enthalten chemisch betrachtet Aminogruppen, also NH2-Gruppen. Und NH2-Gruppen enthalten Stickstoff. Da Harnstoff (NH2-(C=O)-NH2) über die Blätter (Harnstoffblattdüngung) und Aminosäuren über Blatt und Wurzeln aufgenommen werden, reden wir über Stickstoffdüngung mithilfe eiweiß- und Aminosäuren hältiger Rinden, Holz, Sprosse und Blätter. Zumindest ich rede darüber.