Mit einem 19 mm HM Nutfräser (gibt es z.B. von Festool, 40€) ausgestattet machte ich mich ans Werk. Achja, darauf achten dass der Nutfräser stirnschneidend ist, sonst kann er nicht tauchen.
Erste Versuche "freihand" mit der Fräse die Löcher zu fräsen schlugen fehl. Der Motor wirkte zwar sehr vertrauenserweckend stark, man kann das Ding aber kaum führen, taucht in das Holz ein wie ein Rumpelbär. Weil eine Fräse kein Bohrer ist, begann die Fräse beim "Bohren" zu laufen, das ergab dann ovale Löcher. Ich begann die Fräse zu verfluchen, war aber immerhin schlau genug gewesen an einem der Abschnitte zu testen und nicht an der Platte selbst. Zur Fräse schreibe ich nochmal eine separate Rezension, weil ich möchte dass Leute die auch googeln können. Aber zurück zur Platte. Da ich freihand nicht weiterkam, entschloss ich mich aus eine 10 mm starken Multiplexplatte eine Schablone zu fertigen, die die Fräse sozusagen "immobilisieren" sollte. Mit der Kreissäge und Stichsäge sägte ich 4 Löcher aus, die einige Millimeter kleiner waren als die Grundplatte der Fräse.
Beim Sägen der Schablone mit der Kreissäge verkantete sie sich, weil sie nicht vernünftig fixiert war und ich erlebte das erste Mal, was es heißt wenn eine Handkreissäge zurückschlägt. Die Schablone flog 10m weit durch den Garten, aber bis auf eine fette Macke in der Führungsschiene ist nichts passiert. Ich hätte die Säge allerdings auch im Bauch haben können.

Ab diesem Zeitpunkt nahm ich mir vor, auch im privaten Bereich ähnliche Sicherheitsstandards anzusetzen wie im Job. Gerade das Sägen kleiner Teile mit der Handkreissäge ist echt gefährlich, da muss man sich ggf. erstmal 10 min eine Spannvorrichtung bauen um dann 10 sec zu sägen.
Mit einer Raspel passte ich die Grundplatte der Fräse exakt in die Multiplexplatte ein und hatte damit auch die Möglichkeit ein absolut regelmäßiges, rechtwinklig zueinander passendes Lochmuster zu fräsen. Mit einem großen Präzisionswinkel brauchte ich die Schablone nur noch rechtwinklig zur Platte ausrichten. Sehr praktisch!

Leider war das Fräsen nicht einfach. Die Platte brachte die Fräse regelmäßig an ihre Leistungsgrenze: In Stufe 4 regelte die Automatik panisch hoch und runter, die Fräse rupfte und die Löcher waren total zerfranst und schlecht:

In Stufe 5 zog sie jaulend durch, förderte allerdings brennendes (!) Sägemehl, was mir an einer Stelle total die Platte verkohlte, da ich es nicht absaugen konnte (es brannte ja). Nach ausgiebigem Fluchen baute ich die mittlerweile auch etwas angeschmolzene Staubabsaugung von der Fräse ab und blies während dem Fräsen das brennende Mehl von der Platte. Das ging, auch wenn es wirklich bestialisch stank, weil die Platten ja mit irgendeinem Kunstoff verleimt werden. Der Geruch hing noch wochenlang an der Platte.
