Dank Euch allen! Bin ja froh, dass da nicht eine absolut einfache Idee kommt und ich so etwas bedröppelt dastehe.
Gut, wir glauben nach Lage der Dinge, nur pauschal kanns was werden. Aber niedriger Satz. Erstmal!
Zu den Marktgebühren mach ich mir mal Gedanken mit meiner Frau. Da ist sie ja die Expertin.
Insgesamt, und das ist hier mit den Steuern immer so, ist das ein Kreis, wo man nicht weiß wo anfangen. Die Leute wollen keine Steuern zahlen, weil das Geld zu einem hohen Prozentsatz (privat) missbraucht wird, andererseits brauchen die Leute aber Infrastruktur um überhaupt Geschäfte betreiben (und das Land entwickeln) zu können. Und diese „gemeinnützige“ Infrastruktur läßt sich am besten über Steuern finanzieren. Daher würden wir, also die UNAB Kollegen, gerne Steuern akzeptieren, wenn dann endlich die Wege zu unseren Farmen verbessert würden oder wir Strom bekommen würden.
Die Möglichkeit wäre unserer Idee nach folgende. Wir machens dabei den Steuerleuten so einfach wie möglich. Also nur ein einmaliger Besuch.
Aufgrund der Lebenszeit eines Huhns (18-24 Monate) wird ein Steuermann also im 12 Monats Intervall immer Tiere sehen, so welche da sind. (Am besten kurz vor Weihnachten, denn da hat man die meisten Tiere in Verkaufsgröße). Logisch. Der Steuermann schaut also alle Existierenden Hühnerställe an, und sieht wieviele belegt sind. Hier gibt es im Normalfall Ställe mit 500 oder 1000 Tieren. Es zählt also alle belegten Ställe durch sagt, du hast 2000 Tiere und zahlst am Jahresende 400 EUR (pro 1000T./ 200 EUR). Das ist für jeden machbar, so diese Ordnung funktioniert und er Hühner hat. Man muss ja irgendwo anfangen. Und das wäre bei den Mitgliedern unserer Vereinigung. Wir wollen Steuern zahlen. Haben aber Bedingungen:
1.Der Staat, als Geldempfänger verpflichtet sich, naja, ist ja die Kommune, …, das die, also deren Polizei, hier Police municipal (sowas wie Ordnungsamt) das ganze Gebiet nach Farmen absucht und diese Steuer bei allen auf diese Weise einfordert. Mithelfen werden dabei viele, wenn man das oft genug übers Radio ansagt:
von der Eierhändlerin, also von unserer, bereits versteuerte und teure Eier verkaufenden Frau, die ja diesen Wettbewerbsnachteil ausgeglichen sehen will
über uns Hühnerhalter (Kollegen) und Tierärzte (Kükenlieferanten) der Fairness halber (und Beseitigung der Wettbewerbsverzerrung), evtl. auch ehemalige unzufriedene Angestellte
bis zu den staatlichen und kommunalen Behörden, die ja das Geld einsammeln und dadurch eventuell auch ein höheres Gehalt erlangen können. Denn das bessere Gehalt ist (wie auch bei Polizei und Zoll) unbedingt nötig, um Korruption wenigstens ansatzweise einzudämmen.
Man kann einen Hühnerstall nunmal nicht verbergen. Akustisch und optisch nicht. Und mit etwas Kleingeld kann man jedes Kind in jedem Dorf dazu bringen, alle Farmen zu zeigen. Gib dem Kleinen 1,50 EUR und man hat in Kürze alles zusammen.
2. Bedingung: Kein Eierimport! Solange, bis sich hier ein faires System mit festen Preisen und Bedingungen etabliert hat. Und wenn dann unbedingt ein Import sein soll, dann wie bereits im Senegal und Elfenbeinküste, Strafzoll drauf. Bspw. Senegal gibt es einen Strafzoll von 1,50 EUR pro kg gefrorenem Fleisch. Dadurch konnte sich dort die Rinderzucht entwickeln und Senegal ist heute immerhin ein kontinentaler Exporteur…
Wenn also Subventionen von ausserhalb auf dem LW Produkt drauf sind, dann einfach einen Strafzoll in derselben Höhe. Dann ists wieder fair. Und seit China, Brasilien und Südafrika hier ebenso importieren, hat Europa wenig Druckmittel wegen Gegenseitigkeit. Mit/ohne Strafzölle(n) kann man gut steuern.
Gegen die illegal und steuerfrei aus Nigeria eingeschmuggelten Eier (aus Obassanjos Eierimperium) macht man dann Stempel, wie in Europa… ein Versuch ist es wert. Die Stempel helfen auch hier, damit man die versteuerten Eier erkennen kann.
Das wärs eigentlich. Erstmal.
Ha, da fällt mir ein, die Stempel waren das Qualitätsmerkmal von den aus Polen importierten russischen Sanktionseiern im letzten Jahr. Und anfangs achteten die Leute auch auf diesen Stempel, wegen Qualität…. Allerdings haben einmal gekühlte Eier (1 Woche in Polen, 3 Wochen auf dem Meer im Container, 1 Woche im Zollbereich) die Eigenschaft, sobald sie von den Marktfrauen zum Verkauf in die pralle Sonne gestellt werden, nunja, irgendwie nach 1 Woche den Geschmack zu verlieren (ich habs mal höflich ausgedrückt ). Die Marktfrauen und Kunden dieser Eier haben zu Haus keinen Kühlschrank. Nach einigen Wochen war dieser Stempel dann das Erkennungszeichen, welche Eier man besser NICHT kauft bzw. welche sich gut für den Wahlkampf als Verzierung unangenehmer Politiker eignen
Aber, ganz schlau, Auf einmal gabs diese Poleneier dann ohne Stempel und wurden mit unseren Eiern vermischt. Aber da dann unsere Riesendemo von den Kollegen vorm LW-Ministerium und das war dann langsam vorbei, da die Lizenz des Importeurs nicht verlängert wurde.
Nochmal kurz zusammenfassend:
Also, mit recht geringen Pauschal-Steuer-Beträgen anfangen, kulant sein und auf Steuern verzichten, wenn die Tiere durch Unfälle, Krankheiten dezimiert wurden… und dann sieht man, wie es läuft und dann wird sich ja da ein Ablauf einstellen.
Der ABSOLUTE Vorteil wäre dabei, dass viele verschiedene Leute die illegalen Farmen suchen und man so langsam eine Ordnung hinbekommt. Das würde btw auch den kleinen, oft illegalen, Farmen nutzen, denn wenn sie ordentlich geschult würden, impfen würden und einen festen Eierpreis hätten, dann könnten viele von denen überhaupt erst auf lange Sicht überleben… Die meisten Farmen hier haben 100 bis 5000 Tiere. Nur ca. 20 Leute oder so haben mehr. (Nur 2 über 50mille und einer 200mille Tiere)
Ich find, es dürfte per Gesetz nur Farmen mit maximal 5000 Tiere in Bodenhaltung geben. Das kriegt man gerade noch alleine(mit Partner) hin und kennt die Kunden noch persönlich… das werd ich mal einbringen. Schaden kanns nicht;-)
Im Moment kann man sich bei den Steuerbehörden freiwillig melden, und dann kann man den Steuersatz verhandeln. Aber, wer Afrikaner kennt, der weiß: jeder viertel cent ist Gold wert und schon die Transportkosten (Moped) zum Steuerfachmann würden zuviel.
Kann Euch ja hier auf diesem Kanal auf dem laufenden halten…
@moorhexe:
Meinst Du, man kann Eiklar/Eigelb selber für den Hausgebrauch trocknen? Also Eipulver selber machen? Das wird hier aus Nordamerika importiert. Allerdings nun nicht in Riesenmengen…
Danke auch für Dein Interesse!
@Reisende: Du wirst lachen, diese Importeier wurden dann wirklcih gekocht verkauft. AUf dem markt in riesigen Aluminiumchüsseln gekocht, so 150 EIer und dann an die Modeptxis verkauft. Aber das waren nur die Eier, die weg mussten. Ein GEschäft lässt sich so auf lange SIcht damit nicht führen.
@Manfred:Ja, an Solarenergie bin ich auch dran. Aber hmmm, würden alle morgen kühlen können, dann hätten wir irgendwann das ganze Jahr über 0 Gewinn.
