Rallymann hat geschrieben:Ich hab noch was.
Wenn Du den Hund mit 7 Wochen bekommen hast und er jatzt 1 Jahr alt ist, überdenke deine Wenigkeit im Umgnang mit dem Hund und überdenke deine Position im Rudel.
In dem Jahr, seit ihr ihn habt, hat er entschieden, dass er dir, euch nicht vertrauen kann.
Vergiss die Herkunft des Hundes und vergiss, dass er einen schlechten Start hatte. Er hat das schon lange vergessen.
Menschliche Empfindungen wie Mitleid sind hier fehl am Platze.
Kennst Du einen Hund, der Mitleid gegenüber einem anderen Hund hat, oder auf dessen Ängste eingeht?
Kein anderer Hund würde solche Empfindungen gegenüber deinem Hund haben, oder zum Ausdruck bringen.
Ein zuviel an menschlicher Liebe und Zuneigung, wird von einem Hund als schwäche angesehen und ein schwacher Mensch gibt nun mal keine Sicherheit.
Überdenke wie Du deinen Hund in Angstsituationen behandelst und überlege, ob ein anderer Hund sich so verhalten würde wie Du es tust.
Das ist der beste Beitrag in dem ganzen Thread.
Aber kein Mensch muss oder soll sich wie ein Hund verhalten. Es genügt einfach MENSCH zu sein und dem Hund die Orientierung am Menschen zu ermöglichen.
Ich habe meinen ersten Rüden in einer Zoohandlung gekauft. Der Wurf wurde dort in der 5. Woche abgegeben und der Hund saß dann bis zur 9. Woche in einem 1x1m großen Käfig in der Wand.
Er war entsetzlich verwurmt, rachitisch und die Impfung hatte sich am Rücken zu einem Abszess abgekapselt. (Und JA ich wusste das beim Kauf.)
Anschließend saß er dann mal bis zum Ende des 5. Monats in Heim-Quarantäne, bis der Tierarzt zufrieden war.
Danach kümmerte ich mich langsam darum, ihn an Spaziergänge zu gewöhnen. Am Anfang schrie und erbrach er im Auto, hatte beim Anblick der Straße extremes Herzrasen etc. etc. Jede Ameise war eine beängstigende Angelegenheit.
Und ich lernte damals: Vergiß die Hundeschulen und -trainer, die kosten nur sinnlos viel Geld.
- Der Hund braucht klare Regeln und einen ordentlichen Grundgehorsam, wie du ihn eben haben willst. Du definierst, was er wie können muss - aber das hat er zu 100% zu können.
- Kein Bedauern. Er erinnert sich nicht an seine Kindheit und braucht sie nicht auf der Therapeuten-Couch aufarbeiten.
- Der Tierarzt ist dein bester Ansprechpartner. Je gesünder der Hund, desto ruhiger ist er auch.
Du gehst - und der Hund folgt. Wenn du sicher bist, ist er es auch.
Kleine Runden für den Anfang kann man dir nicht mehr raten, da der Hund ja schon 1 Jahr bei dir ist.
Aber du solltest ihm konsequent abverlangen, wie er sich zu benehmen hat. Es gibt keinen einzigen Grund für Theater an der Leine.
Tausende Hunde aus schlechter Haltung, aus Zoohandlungen, Rennställen, Labors haben auch in höherem Alter noch gelernt, normale Haushunde zu sein.
Das war mein ehemals ängstlicher Zoohandlungs-Rüde mit 7 Jahren und dem ersten Kamel seines Lebens:
Er starb mit 10 Jahren an Knochenkrebs.
Ich lasse sie absitzen, gehe vor, beschimpfe und trete die böse Mülltüte, hole meinen Hund.
Er hat gesehen, dass WIR viel stärker sind als die böse Mülltüte, schnuppert nur mal dran und alles ist gut. Chefin hat Mülltüte so richtig fertig gemacht!
An einer Mülltüte geh ich ruhig vorbei, denn es ist ja wohl nicht ganz normal, Emotionen gegen so ein Ding zu richten.
Sollte ein Welpe zögern, gehe ich an dem Ding vorbei und lasse ihn mit HIER! folgen. Einige Wochen später, wenn "Fuss bereits erlernt ist, heißt es bei zögerlichem Verhalten schon "FUSS! Aber zack!"