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Re: Holzbackofen

Verfasst: Sa 18. Apr 2015, 16:21
von Holger
Toller Ofen. Ein Backofen im Haus, das ist mein Traum, kann aber wohl nicht umgesetzt werden. Im Ofen draußen backe ich 10 - 12mal im Jahr. Zuerst Brot, dann Blechkuchen und anschließend Fleisch. Am nächsten Tag trockne ich wenn der Garten es hergibt, alle verfügbaren Gemüse und mahle sie dann in der Getreidemühle. Ein tolles Äquivalent zu handelsüblichen Gemüsebrühen. Viel Spaß weiterhin mit deinem Ofen und probiers mal mit einem Braten beim nächsten Mal.

viele Grüße
Holger

Re: Holzbackofen

Verfasst: Sa 18. Apr 2015, 17:48
von Benutzer 3370 gelöscht
Minze hat geschrieben: anscheinend sehr hungrige Gäste :lol:
Die wissen, dass es bei uns immer leckere Sachen gibt und auch genug davon, darum essen sie 3 Tag zuvor nix :mrgreen:
Und die Ergebnisse aus dem Baukasten können sich sehen lassen :hunger: :essen:
pizza4.jpg


Ja das mit dem Braten steht schon auf dem Plan :) Das mit dem Dörren haben wir auch schon gemacht, das geht super.

Re: Holzbackofen

Verfasst: So 19. Apr 2015, 18:26
von zaches
http://www.lwl.org/LWL/Kultur/VOKO/LWL-Volkskundearchiv

bei der online REcherche "Brotbacken" eingeben......

Hat sich sehr gelohnt, diverse von den textes durchzuackern.

Der Schock: die archivierte Umfrage stammt aus den 50iger Jahren - schon dmals gab es in den Ort- und Bauernschaften keine oder kaum aktiven Backes' mehr.

Dafür erfährt man, daß man die Gerätestile aus frischem Eschenholz im warmen Ofen von Rinde und Bast befreit hat, um dann den glatten Stil für Spaten, SChaufel und Besen zu nehemn.

Re: Holzbackofen

Verfasst: So 19. Apr 2015, 18:30
von zaches
Kastenbrote gehen übrigens auch im Ofen:

Bild

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Re: Holzbackofen

Verfasst: Di 21. Apr 2015, 21:36
von Haldir
Wow, zaches, das sieht ja nach nem sehr alten Ofen aus...darf ich fragen wie alt der ist?

Re: Holzbackofen

Verfasst: Mi 22. Apr 2015, 11:11
von Minze
Hier ein paar Fotos von unserem Backofen, klein aber oho :lol:
k-DSC00660.JPG
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k-DSC00659.JPG (76.02 KiB) 4116 mal betrachtet
k-DSC00662.JPG
k-DSC00662.JPG (70.8 KiB) 4116 mal betrachtet

Re: Holzbackofen

Verfasst: Mi 22. Apr 2015, 11:49
von Wicheler
Haldir hat geschrieben: Dass wir am Anfang einiges an Lehrgeld zahlen werden müssen, ist mir bewusst, aber das wollen wir in Kauf nehmen.

Am meisten Sorgen macht mir tatsächlich der Brotteig, das habt ihr ja schon angesprochen...mal sehen wie das klappen wird.

Hallo,

so ein holzbefeuerter Backofen ist einfach nur geil!
Ich habe vor 12 oder 13 Jahren einen Lehmbackofen gebaut, in dem ich öfter Brot backe und auch schon mal eine Hackse reinschiebe. Die Restwärme kann man auch zum Dörren von Obst und Trocknen von Kräutern benutzen.

Das Anheizen ist gar nicht so schwierig, man sollte anfangs nur immer das gleiche Holz nehmen. Der Brennwert der verschiedenen Holzsorten ist sehr unterschiedlich und macht sich in der Wärme des Backofens gravierend bemerkbar. Wichtig ist, den Ofen früh genug zu heizen, die Wärme muß Zeit haben, bis in die Tiefe des Mantels zu dringen, sonst kühlt er zu schnell aus. Auch ein langsames Anheizen ist von Vorteil, denn dann kann ev. Feuchtigkeit aus dem Mantel austreten und führt nicht zu Spannungen und Rissen.
:opa: Früher wurde z.B. eine Brennessel in den heißen Ofen gehalten und die Sekunden gezählt, bis die Blätter welk herunterhängen. Geht sehr schnell.
......und ist der Ofen mal zu heiß, die Brote kann man ohne weiteres rausnehmen und den Ofen etwas abkühlen lassen.
......noch einen Tip, ein wenig Glut links und rechts an die Wand schieben, das gibt einen feinen, leichten Rauchgeschmack.


Ich backe gern mit selbstgemachtem Sauerteig, das gibt so richtiges deftiges Brot. Falls du Interesse hast, schreib ich mal eine Anleitung hier rein.

Viel Spaß beim Bauen und Backen
Wicheler

Re: Holzbackofen

Verfasst: Mi 22. Apr 2015, 20:31
von MeinNameistHASE
Hallo,

Meinen Glückwunsch zu der Entscheidung einen Holzbackofen zu bauen! (Wir haben uns leider noch nicht dazu durchringen können...)

Deshalb backe ich immer bei Bekannten mit, die einen Holzbackofen mit zwei Fächern (Doppelstock) haben. Beim Befüllen der Brennkammer ist es wichtig darauf zu achten, dass der Holzstoß so schnell wie möglich komplett brennt. Am Beginn heizen wir mit Reisig und dünnen Ästen ein, damit ein Glutbett entsteht. Auf dieses legen wir dann je nach geplanter Menge zwei bis drei mal je 5 dickere Holzstücke (ca 1m lang 8-12cm dick). Ist das letzte Holz verbrannt, wird der Rauchabzug geschlossen und die Glut mit der Aschekrücke zerkleinert und verteilt. Nach 30 min wird der Ofen ausgeräumt und gefegt bzw. ausgewischt/ausgehudelt. Zu diesem Zeitpunkt zeigt das Thermometer ca. 450°C. Nach einer weiteren Stunde Ruhezeit ist die Temperatur leicht abgesunken und wir backen erst das (extrem frühe) Mittagessen: Pizza und Zwibbelsploatz. Gerade durch das Ein- und Ausschießen geht Temperatur verloren. Unser Ziel ist es nach dem Ausschießen noch 320-350°C auf dem Thermometer zu haben. Dann wird das Brot eingeschossen, was je nach Menge und verfügbaren Helfern etwas dauert, wodurch wieder ein enormer Hitzeverlust durch zwei geöffnete Ofentüren entsteht. Wir achten beim Einschießen darauf, dass größere Brote (ca 2-2,5kg) nach hinten kommen und kleinere nach vor, weil diese oft leichter festbacken oder zu dunkel :aeh: geraten. Nach dem Umsetzen und Waschen der Brote ist der Ofen noch bei ca 160°C.

Alles in allem muss jeder seine eigenen Erfahrungen mit seinem Ofen machen. Bei größeren Mengen haben wir auch einiges an Lehrgeld bezahlt, jetzt klappts aber ganz gut, obwohl jeder Backtag anders ist: Mal eine andere Holzsorte, mal ein Wetterumschwung, die Laune und der Gemütszustand des Bäckers und der fleißigen Helferlein... Das alles hat Teil an Erfolg oder Misserfolg ;)

In diesem Sinne wünsche ich dir viel Spaß und viel Erfolg beim Backen

lg Jonas

PS: Wenns soweit ist würden wir uns bestimmt auch über Fotos freuen :pfeif:

Re: Holzbackofen

Verfasst: So 26. Apr 2015, 12:16
von Jul
Hallo,
ich habe auch einen Holzbackofen, da gehen 12 bis allerhöchstens 14 Brote a 650g Teiggewicht rein.
Wenn das Brot um 9 Uhr morgens fertig sein soll dann ->
- setzt ich am Tag vorher den Teig an
- heize am Backtag um 4 Uhr den Ofen ein, erst zwei alte Obstkisten mit VIEL KLeinholz, dann größeres Holz drauf (damit der Ofen anständig zieht muss man erst z.B. die rechte Seite aufschichten und Linke frei lassen, damit auch in den hinteren Bereich des Ofens genug Sauerstoff kommt, sonst brennt das Feuer nur vorne an der Tür, da sich über der Tür außerhalb des Backraumes der Kamin befindet)
- während der Ofen anfängt zu heizen, Forme ich die Brote und stelle sie an einen warmen Ort.
- dann schichte ich die brennenden Holzstücke auf die Linke Seite und lege nach
- Wenn das einigermaßen herunter gebrannt ist (1-1,1/2 Stunden) schiebe ich alles in den hinteren Teil des Ofens und backe mir vorne ein paar Pizzen zum Frühstück
- Dann verteile ich die Glut über die gesamte Fläche des Ofens und warte noch einmal ca. 20 Minuten
- Nun ziehe ich die Glut heraus, dafür habe ich mir eine Schublade vom Blechbatscher machen lassen... die lässt sich leicht durch die Küche nach draußen bringen.
- Jetzt mache ich den Ofen sauber und lasse ihn 20 Minuten abstehen.
- Dann schiebe ich eine Blechschüssel mit kochendem Wasser ganz nach hinten und wische den Ofen nochmal feucht aus
- Zu diesem Zeitpunkt müssen die Brote schon bereit stehen, damit man schnell beschicken kann. Die Roggenbrote kommen nach hinten, Weißbrot ganz vorne hin.
- Gleich nachdem die Brote eingeschoben wurden spritze ich sie kräftig mit einer Blumenspritze ab, nach 5 Minuten Backzeit nochmal.
- Das Weißbrot bäckt insgesamt ca. 25 Minuten, alles andere 10 Minuten länger
- Und dann ist's fertig und man muss nur noch die eingesaute Küche putzen^^

Wegen der Temperatur haben mir die alten Leute aus dem Ort gesagt, dass der Ofen einmal vollständig sauber gebrannt sein muss. Beim Anheizen wird er ja schwarz und wenn er dann heiss genug wird, wieder hell. Da dürfen dann auch unten am Boden keine Rußränder mehr sein.
Bis jetzt hat das ganz gut hingehauen, der Ofen hatte ca. 230 Grad beim Einschieben.

Vor dem ersten Backen war ich auch ziemlich besorgt ob das was wird, nach allem was ich so im Internet gelesen hatte.
Dann wurde ich positiv überrascht, das erste Brot war schon recht gut gelungen... Vermutlich hatte ich einfach Glück :mrgreen:
Und seitdem probiere ich mit verschiedenen Mehlen, Mischungen, Geschmacksrichtungen herum, die Teigmenge zu verändern habe ich mich noch nicht getraut...
Ganz wichtig ist dass das Brot auch wirklich gut aufgegangen ist und der Ofen auch ganz sauber ausgebrannt ist, einmal war er noch zu kühl, da hatte ich noch einen schwarzen Rand unten. Das Brot habe ich im Elektroherd fertig gebacken, das ging dann schon auch noch...

Euch jedenfalls viel Erfolg beim Bauen und Backen :)

Re: Holzbackofen

Verfasst: Do 30. Apr 2015, 20:34
von Haldir
Danke nochmal für die vielen Tipps!

Bilder gibt's natürlich, sobald wir begonnen haben :)

Wicheler, über ne kleine Anleitung würd ich mich freuen, wenn du mal die Zeit dafür hast ;)