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Re: Holzbackofen

Verfasst: Sa 18. Apr 2015, 10:03
von Benutzer 3370 gelöscht
Wir haben einen alten Brotbackofen in der Küche, den wir 2-3 Mal im Jahr anheizen. Meist zu einem Geburtstag, da gibt es dann Pizza im Baukasten (Jeder darf selbst belegen :) ) und zum Schluss wird noch Brot nachgeschoben. Leider wurde bei einer Sanierung eine zu kleine Ofentüre eingebaut, sodass das Einschießen in den riesigen Backraum etwas schwierig ist, und zusätzlich wurde beim Einbau der Rauchabzug vor der Ofentüre zugemauert :nudel: . Diese Reparatur steht für mich noch an, dann wollen wir alle Monate einmal ein gemeinsames Brotbacken veranstalten, Interessenten gäbe es ja genug.
Das mit dem Fleisch über Nacht garen hat mir ein Nachbar auch erzählt, der in Holland ähnliche Aktionen durchgeführt hat, er meinte ein Laserthermometer wäre gut, da kann man die Oberflächentemperatur in der Kuppel und am Boden sehr gut messen.
Der Holzverbrauch ist nicht so gigantisch (eine Kiste etwa 25 kg Weichholz) nur das Anfeuern muss man langsam mit kleinen Spänen machen damit der Kamin beginnt zu ziehen, sonst haben wir eine Rauchkuchl (zugemauerter Rauchabzug vor der Ofentüre :nudel: )
Ja und davon gibt es auch Bilder :lol:

Brotbackofen (9).JPG
Brotbackofen (3).JPG
Brot und Pizza für 20 Gäste an meinem Geburtstag letztes Jahr
Brot und Pizza.JPG

Re: Holzbackofen

Verfasst: Sa 18. Apr 2015, 14:45
von Minze
Wow, viel Arbeit und anscheinend sehr hungrige Gäste :lol: . Sieht jedenfalls klasse aus.

Re: Holzbackofen

Verfasst: Sa 18. Apr 2015, 16:21
von Holger
Toller Ofen. Ein Backofen im Haus, das ist mein Traum, kann aber wohl nicht umgesetzt werden. Im Ofen draußen backe ich 10 - 12mal im Jahr. Zuerst Brot, dann Blechkuchen und anschließend Fleisch. Am nächsten Tag trockne ich wenn der Garten es hergibt, alle verfügbaren Gemüse und mahle sie dann in der Getreidemühle. Ein tolles Äquivalent zu handelsüblichen Gemüsebrühen. Viel Spaß weiterhin mit deinem Ofen und probiers mal mit einem Braten beim nächsten Mal.

viele Grüße
Holger

Re: Holzbackofen

Verfasst: Sa 18. Apr 2015, 17:48
von Benutzer 3370 gelöscht
Minze hat geschrieben: anscheinend sehr hungrige Gäste :lol:
Die wissen, dass es bei uns immer leckere Sachen gibt und auch genug davon, darum essen sie 3 Tag zuvor nix :mrgreen:
Und die Ergebnisse aus dem Baukasten können sich sehen lassen :hunger: :essen:
pizza4.jpg


Ja das mit dem Braten steht schon auf dem Plan :) Das mit dem Dörren haben wir auch schon gemacht, das geht super.

Re: Holzbackofen

Verfasst: So 19. Apr 2015, 18:26
von zaches
http://www.lwl.org/LWL/Kultur/VOKO/LWL-Volkskundearchiv

bei der online REcherche "Brotbacken" eingeben......

Hat sich sehr gelohnt, diverse von den textes durchzuackern.

Der Schock: die archivierte Umfrage stammt aus den 50iger Jahren - schon dmals gab es in den Ort- und Bauernschaften keine oder kaum aktiven Backes' mehr.

Dafür erfährt man, daß man die Gerätestile aus frischem Eschenholz im warmen Ofen von Rinde und Bast befreit hat, um dann den glatten Stil für Spaten, SChaufel und Besen zu nehemn.

Re: Holzbackofen

Verfasst: So 19. Apr 2015, 18:30
von zaches
Kastenbrote gehen übrigens auch im Ofen:

Bild

Bild

Re: Holzbackofen

Verfasst: Di 21. Apr 2015, 21:36
von Haldir
Wow, zaches, das sieht ja nach nem sehr alten Ofen aus...darf ich fragen wie alt der ist?

Re: Holzbackofen

Verfasst: Mi 22. Apr 2015, 11:11
von Minze
Hier ein paar Fotos von unserem Backofen, klein aber oho :lol:
k-DSC00660.JPG
k-DSC00660.JPG (71.98 KiB) 4050 mal betrachtet
k-DSC00659.JPG
k-DSC00659.JPG (76.02 KiB) 4050 mal betrachtet
k-DSC00662.JPG
k-DSC00662.JPG (70.8 KiB) 4050 mal betrachtet

Re: Holzbackofen

Verfasst: Mi 22. Apr 2015, 11:49
von Wicheler
Haldir hat geschrieben: Dass wir am Anfang einiges an Lehrgeld zahlen werden müssen, ist mir bewusst, aber das wollen wir in Kauf nehmen.

Am meisten Sorgen macht mir tatsächlich der Brotteig, das habt ihr ja schon angesprochen...mal sehen wie das klappen wird.

Hallo,

so ein holzbefeuerter Backofen ist einfach nur geil!
Ich habe vor 12 oder 13 Jahren einen Lehmbackofen gebaut, in dem ich öfter Brot backe und auch schon mal eine Hackse reinschiebe. Die Restwärme kann man auch zum Dörren von Obst und Trocknen von Kräutern benutzen.

Das Anheizen ist gar nicht so schwierig, man sollte anfangs nur immer das gleiche Holz nehmen. Der Brennwert der verschiedenen Holzsorten ist sehr unterschiedlich und macht sich in der Wärme des Backofens gravierend bemerkbar. Wichtig ist, den Ofen früh genug zu heizen, die Wärme muß Zeit haben, bis in die Tiefe des Mantels zu dringen, sonst kühlt er zu schnell aus. Auch ein langsames Anheizen ist von Vorteil, denn dann kann ev. Feuchtigkeit aus dem Mantel austreten und führt nicht zu Spannungen und Rissen.
:opa: Früher wurde z.B. eine Brennessel in den heißen Ofen gehalten und die Sekunden gezählt, bis die Blätter welk herunterhängen. Geht sehr schnell.
......und ist der Ofen mal zu heiß, die Brote kann man ohne weiteres rausnehmen und den Ofen etwas abkühlen lassen.
......noch einen Tip, ein wenig Glut links und rechts an die Wand schieben, das gibt einen feinen, leichten Rauchgeschmack.


Ich backe gern mit selbstgemachtem Sauerteig, das gibt so richtiges deftiges Brot. Falls du Interesse hast, schreib ich mal eine Anleitung hier rein.

Viel Spaß beim Bauen und Backen
Wicheler

Re: Holzbackofen

Verfasst: Mi 22. Apr 2015, 20:31
von MeinNameistHASE
Hallo,

Meinen Glückwunsch zu der Entscheidung einen Holzbackofen zu bauen! (Wir haben uns leider noch nicht dazu durchringen können...)

Deshalb backe ich immer bei Bekannten mit, die einen Holzbackofen mit zwei Fächern (Doppelstock) haben. Beim Befüllen der Brennkammer ist es wichtig darauf zu achten, dass der Holzstoß so schnell wie möglich komplett brennt. Am Beginn heizen wir mit Reisig und dünnen Ästen ein, damit ein Glutbett entsteht. Auf dieses legen wir dann je nach geplanter Menge zwei bis drei mal je 5 dickere Holzstücke (ca 1m lang 8-12cm dick). Ist das letzte Holz verbrannt, wird der Rauchabzug geschlossen und die Glut mit der Aschekrücke zerkleinert und verteilt. Nach 30 min wird der Ofen ausgeräumt und gefegt bzw. ausgewischt/ausgehudelt. Zu diesem Zeitpunkt zeigt das Thermometer ca. 450°C. Nach einer weiteren Stunde Ruhezeit ist die Temperatur leicht abgesunken und wir backen erst das (extrem frühe) Mittagessen: Pizza und Zwibbelsploatz. Gerade durch das Ein- und Ausschießen geht Temperatur verloren. Unser Ziel ist es nach dem Ausschießen noch 320-350°C auf dem Thermometer zu haben. Dann wird das Brot eingeschossen, was je nach Menge und verfügbaren Helfern etwas dauert, wodurch wieder ein enormer Hitzeverlust durch zwei geöffnete Ofentüren entsteht. Wir achten beim Einschießen darauf, dass größere Brote (ca 2-2,5kg) nach hinten kommen und kleinere nach vor, weil diese oft leichter festbacken oder zu dunkel :aeh: geraten. Nach dem Umsetzen und Waschen der Brote ist der Ofen noch bei ca 160°C.

Alles in allem muss jeder seine eigenen Erfahrungen mit seinem Ofen machen. Bei größeren Mengen haben wir auch einiges an Lehrgeld bezahlt, jetzt klappts aber ganz gut, obwohl jeder Backtag anders ist: Mal eine andere Holzsorte, mal ein Wetterumschwung, die Laune und der Gemütszustand des Bäckers und der fleißigen Helferlein... Das alles hat Teil an Erfolg oder Misserfolg ;)

In diesem Sinne wünsche ich dir viel Spaß und viel Erfolg beim Backen

lg Jonas

PS: Wenns soweit ist würden wir uns bestimmt auch über Fotos freuen :pfeif: