also mir gefällt sehr, was ihr so erzählt

ich find das eher "historisch" interessant, auf früher-war-alles-besser hatte ich nicht abgezielt. aber eins wird finde ich schon deutlich - nämlich dass man auch mit wenig glücklich sein kann.
leider weiß ich nicht so recht, was ich beitragen kann.

meine opas habe ich leider nie kennengelernt. der eine kam einbeinig ausm krieg und ist irgendwann in den 60gern verstorben, von dem anderen weiß ich es grad nicht einmal. aber meine omas hab ich auch geliebt, besonders die mütterlicherseits.
also meine mutter kommt ursprgl. auch aus dem osten, meine oma lebte in cottbus. und ich weiß noch, dass es immer furchtbar aufregend war, wenn wir sie besucht haben. sobald die grenze näher kam, wurden meine eltern merklich nervös. bei der kontrolle hatten wir kinder mucksmäuschenstill zu sein. meist sind wir wohl recht zügig durchgewunken worden, aber einmal mussten wir aussteigen und das ganze auto wurde aufn kopf gestellt. und die beamten da haben immer super grimmig geguckt.
irgwie war es meiner erinnerung nach draußen immer dunkel, wenn wir an der grenze waren, ob das wirklich stimmt weiß ich aber nicht. jedenfalls trug das zur unheimlichen stimmung auch noch bei.
meinen vater wollten sie mal für die stasi anwerben, der war ja student damals, als er meine mutter kennenlernte. er sollte wohl westzeitschriften reinschmuggeln, wenn er sie besuchte. hat er natürlich nicht gemacht. meine mutter wollten sie nicht ausreisen lassen, bis mein vater dem honni einen brief schrieb. was da drin stand weiß ich bis heute nicht, er gibt sich da recht verschwiegen, aber danach durfte sie zu ihm in den westen. nur leider viele jahre erstmal nicht wieder in den osten, und meine oma nicht zu uns. das war dann die strafe. später hat meine oma immer die kompletten sommerferien bei uns verbracht. mehr als sechs wochen im jahr durfte man wohl nicht weg. und ich war froh dass sie da war, denn sie hat mich immer ggü. meinem vater verteidigt.

bei meiner oma gabs auch zwei kachelöfen und einen kohlenkeller. unten waren auch räume zum wäschewaschen etc und ich weiß noch, dass man da unten durch den ganzen wohnblock marschieren konnte, also die häuser alle verbunden waren. ist mir öfter passiert, dass ich im falschen hof wieder rauskam.
abends wurde ich auch in einer zinkwanne gebadet. und zwar jeden abend. das musste ich zuhause nicht so oft, und meine mutter erklärte mir, dass da so viel kohlenstaub in der luft ist, dass man jeden abend dreckig ist.
geschlafen hab ich dort in einer art schrankbett, das wurde allerdings an der langen seite hochgeklappt und war dann ein siteboard. das war vorher das bett meiner mutter. und die federn in der matratze haben immer irgendwo gedrückt.
meine eltern haben ein reihenhaus und einen entspr. kleinen garten, aber ein paar obststräucher gabs trotzdem, und ich durfte später die sandkiste zum hochbeet umfunktionieren. meine andere oma hatte einen schrebergarten, und hat uns immer mit dem eingemachten versorgt. wenn ich mal nen janker hatte, bin ich in den keller geschlichen, und hab mir ein glas mit eingelegten birnen oder kirschen oä gemopst. das hab ich aber meist nicht alleine aufgekriegt und musste dann doch meine elten bitten *lach* in dem schrebergarten habe ich auch die erste und einzige blindschleiche gesehen, die da über den kompost gekochen ist. das fand ich damals furchtbar aufregend.