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Re: Hausecke schlecht isoliert
Verfasst: Di 30. Nov 2010, 15:15
von Spottdrossel
ina maka hat geschrieben:hallo!
Spottdrossel hat geschrieben:aber nach alter Väter Sitte ist es natürlich ein unbeheiztes Bad an der Nordseite.
Gehört da nicht die Speisekammer hin?
das Bad, ehrlich? oder fehlt da nur ein Zwinkersmiley?
Ganz original war das Scheißhaus im Keller über der Jauchegrube (immerhin mußte man nicht über´n Hof wandern) und im Haus gab es 1 Wasseranschluß, vermutlich in der Küche.
Ich weiß nicht, wie es in Ö gehandhabt wurde, aber zumindest in D kenne ich es nur so, das die Bäder dann "hinten raus" eingerichtet wurden (nicht selten in der ehemaligen Speisekammer, weil da die Küche mit Wasser in der Nähe war), die schönen, sonnigen Zimmer wollte man ja zum Wohnen nutzen.
Das moderne Wellness-Tageslichtbad wird man in einem Altbau kaum finden, es sei denn, jemand hatte einen Haufen Zimmer zur Verfügung und konnte großzügig umbauen.
Re: Hausecke schlecht isoliert
Verfasst: Di 30. Nov 2010, 15:47
von luitpold
BernhardHeuvel hat geschrieben:luitpold hat geschrieben:heizen heizen heizen.
einfach die raumtemperatur erhöhen, damit die wandoberflächentemperatur raufkommt.
...aussenliegender wärmedämmung...
Und dann?
Wo geht die Feuchtigkeit dann hin?
Durch die Feuchtigkeits
sperre hindurch bis zum Taupunkt in der Wand?
Bernhard
hallo bernhard,
wenn die wand warm genug ist dann bleibt der hauptanteil der feuchtigkeit in der raumluft und kann abgelüftet werden.
ist die wand kalt kondensiert die luftfeuchtigkeit und läuft die kalte wand runter. bei fliesenbelag saugen dann die fugen wie ein docht das wasser auf und verteilen es im wandaufbau. im idealfall trocknet das dann irgendwann ab, problematisch bei fliesen, da ist die rücktrockenmöglichkeit sehr eingeschränkt. es dauert bis die wandfläche über die fliesenfugen rücktrocknet, der docht funktioniert nur bei ablaufenden wasser gut.
im problemfall entsteht schimmel, anliegende holzteile werden angegriffen....
conclusio, warme wandoberfläche verhindert einmal viele bauschäden.
lg
luitpold
Re: Hausecke schlecht isoliert
Verfasst: Di 30. Nov 2010, 15:58
von Spottdrossel
Re: Hausecke schlecht isoliert
Verfasst: Di 30. Nov 2010, 17:15
von emil17
Aber in kalten Wintern nicht besonders gemütlich. Es bildet sich in der Mitte ein stetig wachsender Stalagmit, weil das hinzukommende Zeug vorzu anfriert, und das Loch wird dauernd enger, weil der Wasserdampf, der aus der noch warmen Masse entweicht, dort anfriert. Dafür gibts auch bei Wohnungen mit vielen Bewohnern keinen Stau vor dem Häusl.
Hab ich im Winter 1984/85 selbst erlebt
Re: Hausecke schlecht isoliert
Verfasst: Di 30. Nov 2010, 21:30
von Benutzer 72 gelöscht
hallo!
luitpold hat geschrieben:bei fliesenbelag saugen dann die fugen wie ein docht das wasser auf und verteilen es im wandaufbau. im idealfall trocknet das dann irgendwann ab, problematisch bei fliesen, da ist die rücktrockenmöglichkeit sehr eingeschränkt
weshalb es problematisch sein kann, in einem Altbau "einfach so" mal Fliesen an die Wand klatscht ... (eigene Erfahrung bei Elternwohnung)
liebe Grüße!
Re: Hausecke schlecht isoliert
Verfasst: Mi 1. Dez 2010, 16:25
von BernhardHeuvel
luitpold hat geschrieben:wenn die wand warm genug ist dann bleibt der hauptanteil der feuchtigkeit in der raumluft und kann abgelüftet werden.
Also doch heizen, heizen, heizen, lüften, lüften, lüften....wobei das Lüften dem Heizen ja entgegenwirkt, also die Wasseraufnahmefähigkeit wieder sinkt...
Und meiner Erfahrung nach mit einer Wohnung, die 1999 nach neuesten Dämm- und was-weiß-ich-für-Standards gebaut wurde und in der ich für drei Jahre wohnte - solche baulichen Fehlkonstruktionen können mit Lüften+Heizen nicht ausgeglichen werden. Pfusch am Bau ist und bleibt Pfusch am Bau. Da bringt es nichts noch mehr rumzupfuschen.
luitpold hat geschrieben:ist die wand kalt kondensiert die luftfeuchtigkeit und läuft die kalte wand runter. bei fliesenbelag saugen dann die fugen wie ein docht das wasser auf und verteilen es im wandaufbau. im idealfall trocknet das dann irgendwann ab, problematisch bei fliesen, da ist die rücktrockenmöglichkeit sehr eingeschränkt.
Meine Meinung: Alles rausreißen und mit anderen Materialien neu aufsetzen => mit Materialien, die zusammen passen. Alles Andere kann meines Erachtens nur Kosten verursachen - aber keinen nachhaltigen positiven Effekt erreichen.
Viele Grüße
Bernhard
Re: Hausecke schlecht isoliert
Verfasst: Mi 1. Dez 2010, 21:30
von luitpold
BernhardHeuvel hat geschrieben: luitpold hat geschrieben:wenn die wand warm genug ist dann bleibt der hauptanteil der feuchtigkeit in der raumluft und kann abgelüftet werden.
Also doch heizen, heizen, heizen, lüften, lüften, lüften....wobei das Lüften dem Heizen ja entgegenwirkt, also die Wasseraufnahmefähigkeit wieder sinkt...
nicht übertreiben, wenn der raum und die wände entsprechend warm sind ist das ja keine wissenschaft, einfach mehrmals täglich einige minuten lüften, nicht zu lange, damit die wände nicht übermäßig abkühlen, ist ja nicht so schwer.
BernhardHeuvel hat geschrieben: Meine Meinung: Alles rausreißen und mit anderen Materialien neu aufsetzen => mit Materialien, die zusammen passen.
gemach gemach, kalte wandoberflächen und wasserdampf passen nie zusammen da ist das material ziemlich egal. also vor einer vermeintlichen radikallösung einfach einmal die raumtemperatur um 2° anheben. sind oft welten unterschied.
das „richtige“ material wird nur dann so wichtig wenn viele ungünstige rahmenbedingungen zusammentreffen. „stimmt“ der u-wert der wand, ist fast egal woraus diese errichtet wurde.
bevor ich es vergesse, optimal wärmegedämmte wände sind dann natürlich vorteilhaft, weil die wandoberflächentemperatur sehr viel leichter zu erreichen und zu halten ist. wärmegedämmte wände weisen auch ein sehr viel besseres verhalten hinsichtlich der feuchtigkeitsaufnahme auf. und ja es wurde zigmal bewiesen eine gut ausgeführte wärmedämmung ist wirtschaftlich und innert weniger jahre, (oft nur 2-3 jahre) ist der energieaufwand für die herstellung der WD eingespielt.
lg
luitpold
Re: Hausecke schlecht isoliert
Verfasst: Do 2. Dez 2010, 08:41
von emil17
ein altes, ungedämmtes, aussen angebautes Bad aus dünnen Ziegelwänden oder Beton würde ich innen dämmen. Dafür kommt leider fast nur Polystyrol in Frage. Dann die grünen Gipskartonplatten drüber, mit Flüssigfolie (die Abdichtfarbe) streichen, drüberfliesen. Den Boden zusätzlich dichten. Ein Gulli in Raummitte ist praktisch (planschende Kinder, geplatzter Waschmaschinenschlauch, usw.)
Lüftungsmöglichkeit (Ventilator) nicht vergessen!
Selbstverständlich kann man dauernd heizen und lüften, aber da verheizt man ein Vermögen und wenns draussen wirklich kalt ist werden die Wände nie trocken.
Jede "atmungsaktive" Wand oder Innenputz ist bei den anfallenden Feuchtigkeitsmengen im Bad bald gesättigt und dann wirkungslos.
Re: Hausecke schlecht isoliert
Verfasst: So 19. Dez 2010, 22:44
von Nordlicht
Es war die Tage ja etwas kühler bei uns und wir haben mehr darauf geachtet. Zunächst versuchen wir wenig Feuchtigkeit entstehen zu lassen, also weiterhin brav die Fliesen nach dem Duschen von der Feuchtigkeit befreien.
Zudem öfters lüften (haben zwei kleinere Fenster). Nachts steht die Tür zum Flur offen. Dort stehen zwar einige Liter Wasser (große Aquarien), aber die Luftfeuchtigkeit liegt derzeit bei ca. 36% und fühlt sich trockner an als im Bad (ehemals 54%). Der Luftaustausch sorgt dafür, dass die Wand nicht oder nur sehr wenig beschlagen ist.
Wenn wir das jetzt noch etwas optimieren (Lüften, Heizen, Tür öffnen, Wasser vermeiden), wird es bestimmt noch besser...
Der Raum war auch vor der Sanierung ein Bad, ebenfalls gefliest, im dekorativen hellblau
