Re: Angeln
Verfasst: Fr 25. Jul 2014, 20:41
Ich habe noch nen Text gefunden, den ich mal für einen lieben Menschen geschrieben habe.
Vieleicht will ja jemand lesen, wie aus mir ein Specimen Hunter geworden ist.
Es war einmal im Jahre95, als ich nach meiner ersten Frau und vor meiner jetztigen Frau eine Freundin hatte.
Diese hatte einen Vater (Werner) und 2 Schwager. Alle 3 waren Angler.
So kam es, dass ich eines Tages zum fischen eingeladen wurde und die 3 kennen lernte.
Bis zu diesem Zeitpunkt war ich Allround oder auch Kochtopfangler, der in seinen Gewässern nur mittelprächtige Karpfen fing und das auch eher zufällig.
Wir verabredeten uns also am Hausgewässer dieser 3 Leute, am Samstag um 15 Uhr. Das fischen ging bei denen immer von Sa 15 Uhr bis So 10 Uhr. Grund hierfür war die Tatsache, dass es sich um einen See inmitten eines Parks handelte, der tagsüber von Parkbesuchern und Ruderbootfahrern regelrecht überlaufen war. Besagter Werner war dort Parkaufsicht und ging mit seinen beiden Schwiegersöhnen an jedem Samstag in der Saison von April bis November zum fischen.
Zu erwähnen ist noch, dass dieser See eines der schwierigsten Gewässer ist, die ich jemals befischt habe. Das lag daran, dass früher nur die Obrigkeit dort fischen durfte (Bürgermeister usw) und der See erst später für die Allgemeinheit freigegeben wurde.
Durch Erzählungen von Werner, wusste ich, dass man dort früher in 6 Stundern bis zu 15 Karpfen fangen konnte.
Leider hatte die Parkleitung niemals Gewässerwirtschaft betrieben und die Allgemeinheit hatte alles abgefischt und mitgenommen was ging.
So kam was kommen musste. Ein See, der nur wenige aber sehr grosse Karpfen enthielt, die im laufe ihres Lebens schon mehrmals an der Angel waren und davon gekommen sind. Extrem scheue und misstrauische Karpfen. Schwer zu überlisten
Niemals fing ich dort einen Karpfen unter 9 Kg Das galt auch für die Welse, Zander, Karauschen usw.
Die 3 angelten schon Jahre dort und fingen zusammen im Jahr zwischen 3 und 5 Karpfen.
Dort also angekommen stellte meine Freundin mich vor und ich wurde herzlich aufgenommen. Anschließend bekam ich einen Angelplatz zugewiesen, der zwischen der dreien lag und bei dem es sich um eine Stelle handelte, die sie niemals benutzten.
Als ich meine Ausrüstung aufgebaut hatte, wurde die begutachtet und ich konnte das Mitleid in ihren Augen sehen.
Nachdem ich einen Blick auf ihre Ausrüstung geworfen hatte, wusste ich woher dieser Mitleidsblick kam.
Ich sah englische Karpfenruten, grosse Shimano Freilaufrollen, Carpdomes, Katalytöfen, Karpfenliegen, RodPods und elektrische Bissanzeiger. Richtige Cracks also, die ihre Ausrüstung als Status betrachteten.
Ich dagegen hatte 2 billige Karpfenruten mit mittlerer Stationärrolle und einen Campingstuhl plus normalen Kescher und kleinem Gerätekasten. DIe Jungs hier fuhren sozusagen Ferrari und in nen Golf
Das sie nicht übertrieben was die Ausrüstung anging, konnte ich bei den gezeigten Fotos der Karpfen sehen, war ich doch eher die Pfannengrösse gewohnt.
Sie fischten in etwa 100 Metern entfernung am gegenüber liegenden Ufer, wo es Stege gab, die von den Besuchern zum füttern der Enten genutzt wurden. Das wissen Karpfen auch und erscheinen dort bei Dunkelheit.
Ein Blick auf meine Rolle genügte um zu wissen, dass ich mit etwa 120 Metern Schnurfassung dort nicht fischen konnte, waren es doch Monsterkarpfen, die mit meinem Minigerät nicht zu halten waren.
Bittere Enttäuschung machte sich in mir breit, stand ich doch endlich an einem Gewässer, dass Riesenkarpfen beherbergte, von denen ich so lange geträumt hatte. Ich schlurfte mit hängenden Schultern zu meinem Angelplatz. Dort angekommen überdachte ich meine Lage. Einpacken und gehen kam für mich aus höflichkeit meinen Gastgebern gegenüber nicht in Frage.
Also montierte ich an meinen beiden Karpfenruten ein geflochtenes Vorfach mit Hairrig Gr 6 und Boilie von 16mm.
Ich verwendete ein 60 Gramm Laufblei, dass bei einer Flucht des Karpfens, nach etwa 40 cm von einem Klemmblei gestoppt wurde, so das der Haken durch den Aufprall des Bleies im Maul fassen konnte. Diese Montage lies ich etwa 2 Meter vor meinen Füssen ins Wasser, öffnete die Rollenbügel und verwendete Affenkletterer, so das die Schnur nicht vom WInd von der Rolle geblasen werden konnte und ich eine Bissanzeige hatte.
Stunden vergingen. Die drei hatten sich zum Schlafen in ihre Carpdomes zurück gezogen und verließen sich auf ihre piepsenden elektronischen Bissanzeiger.
Ich saß auf meinem Stuhl, fühlte mich elend, war müde, frohr erbärmlich und sehnte mir den Sonnenaufgang herbei.
Das ist definitiv kein schönes Angeln dachte ich so bei mir, als plötzlich einer der Affenkletterer in einem Affenzahn die Stange rauf und runter sauste. Ich weis heute nicht mehr was ich da für einen Anhieb hingepfuscht habe, aber ich stand auf einmal mit einer höllisch gekrümmten Rute da, hörte die Bremse singen und betete, dass die 0,28 Schnur halten möge.
Ein wahnsinns Drill. Ich fing später grössere Karpfen, aber dieser Drill war der beste meines Lebens.
An ein bremsen oder lenken des Fisches war nicht zu denken und wieder betete ich, dass er müde wird bevor die Schnur alle ist. Ich begnügte mich also mit beten und minimalem Gegendruck und es klappte. Ich gewann irgendwann durch "pumpen" Meter um Meter Schnur zurück. Ich hatte mehrfach laut gerufen, aber die Jungs schliefen tief und fest.
Als ich das Tier dann zum erstenmal zu Gesicht bekam, wurde mir schmerzhaft klar, dass mein Kescher definitiv zu klein war und der Blutdruck gab nochmal ne Schippe drauf.
Ich hab ihn dann doch noch nach einigen Versuchen keschern können und den Kescher dabei zerstört. Ein kleiner Preis.
Dann endlich wurden die anderen wach und Ingo machte ein Foto. Diesen Fisch setzte ich voller Ehrfurcht und so schonend wie möglich zurück. Er hatte stolze 12,5 Kg und lag damit um 6,5 Kg höher, als alles was ich vorher gefangen hatte.
Von uns 4 Leuten wurden in dieser Nacht 2 Karpfen gefangen. Beide von mir
Vieleicht will ja jemand lesen, wie aus mir ein Specimen Hunter geworden ist.
Es war einmal im Jahre95, als ich nach meiner ersten Frau und vor meiner jetztigen Frau eine Freundin hatte.
Diese hatte einen Vater (Werner) und 2 Schwager. Alle 3 waren Angler.
So kam es, dass ich eines Tages zum fischen eingeladen wurde und die 3 kennen lernte.
Bis zu diesem Zeitpunkt war ich Allround oder auch Kochtopfangler, der in seinen Gewässern nur mittelprächtige Karpfen fing und das auch eher zufällig.
Wir verabredeten uns also am Hausgewässer dieser 3 Leute, am Samstag um 15 Uhr. Das fischen ging bei denen immer von Sa 15 Uhr bis So 10 Uhr. Grund hierfür war die Tatsache, dass es sich um einen See inmitten eines Parks handelte, der tagsüber von Parkbesuchern und Ruderbootfahrern regelrecht überlaufen war. Besagter Werner war dort Parkaufsicht und ging mit seinen beiden Schwiegersöhnen an jedem Samstag in der Saison von April bis November zum fischen.
Zu erwähnen ist noch, dass dieser See eines der schwierigsten Gewässer ist, die ich jemals befischt habe. Das lag daran, dass früher nur die Obrigkeit dort fischen durfte (Bürgermeister usw) und der See erst später für die Allgemeinheit freigegeben wurde.
Durch Erzählungen von Werner, wusste ich, dass man dort früher in 6 Stundern bis zu 15 Karpfen fangen konnte.
Leider hatte die Parkleitung niemals Gewässerwirtschaft betrieben und die Allgemeinheit hatte alles abgefischt und mitgenommen was ging.
So kam was kommen musste. Ein See, der nur wenige aber sehr grosse Karpfen enthielt, die im laufe ihres Lebens schon mehrmals an der Angel waren und davon gekommen sind. Extrem scheue und misstrauische Karpfen. Schwer zu überlisten
Niemals fing ich dort einen Karpfen unter 9 Kg Das galt auch für die Welse, Zander, Karauschen usw.
Die 3 angelten schon Jahre dort und fingen zusammen im Jahr zwischen 3 und 5 Karpfen.
Dort also angekommen stellte meine Freundin mich vor und ich wurde herzlich aufgenommen. Anschließend bekam ich einen Angelplatz zugewiesen, der zwischen der dreien lag und bei dem es sich um eine Stelle handelte, die sie niemals benutzten.
Als ich meine Ausrüstung aufgebaut hatte, wurde die begutachtet und ich konnte das Mitleid in ihren Augen sehen.
Nachdem ich einen Blick auf ihre Ausrüstung geworfen hatte, wusste ich woher dieser Mitleidsblick kam.
Ich sah englische Karpfenruten, grosse Shimano Freilaufrollen, Carpdomes, Katalytöfen, Karpfenliegen, RodPods und elektrische Bissanzeiger. Richtige Cracks also, die ihre Ausrüstung als Status betrachteten.
Ich dagegen hatte 2 billige Karpfenruten mit mittlerer Stationärrolle und einen Campingstuhl plus normalen Kescher und kleinem Gerätekasten. DIe Jungs hier fuhren sozusagen Ferrari und in nen Golf
Das sie nicht übertrieben was die Ausrüstung anging, konnte ich bei den gezeigten Fotos der Karpfen sehen, war ich doch eher die Pfannengrösse gewohnt.
Sie fischten in etwa 100 Metern entfernung am gegenüber liegenden Ufer, wo es Stege gab, die von den Besuchern zum füttern der Enten genutzt wurden. Das wissen Karpfen auch und erscheinen dort bei Dunkelheit.
Ein Blick auf meine Rolle genügte um zu wissen, dass ich mit etwa 120 Metern Schnurfassung dort nicht fischen konnte, waren es doch Monsterkarpfen, die mit meinem Minigerät nicht zu halten waren.
Bittere Enttäuschung machte sich in mir breit, stand ich doch endlich an einem Gewässer, dass Riesenkarpfen beherbergte, von denen ich so lange geträumt hatte. Ich schlurfte mit hängenden Schultern zu meinem Angelplatz. Dort angekommen überdachte ich meine Lage. Einpacken und gehen kam für mich aus höflichkeit meinen Gastgebern gegenüber nicht in Frage.
Also montierte ich an meinen beiden Karpfenruten ein geflochtenes Vorfach mit Hairrig Gr 6 und Boilie von 16mm.
Ich verwendete ein 60 Gramm Laufblei, dass bei einer Flucht des Karpfens, nach etwa 40 cm von einem Klemmblei gestoppt wurde, so das der Haken durch den Aufprall des Bleies im Maul fassen konnte. Diese Montage lies ich etwa 2 Meter vor meinen Füssen ins Wasser, öffnete die Rollenbügel und verwendete Affenkletterer, so das die Schnur nicht vom WInd von der Rolle geblasen werden konnte und ich eine Bissanzeige hatte.
Stunden vergingen. Die drei hatten sich zum Schlafen in ihre Carpdomes zurück gezogen und verließen sich auf ihre piepsenden elektronischen Bissanzeiger.
Ich saß auf meinem Stuhl, fühlte mich elend, war müde, frohr erbärmlich und sehnte mir den Sonnenaufgang herbei.
Das ist definitiv kein schönes Angeln dachte ich so bei mir, als plötzlich einer der Affenkletterer in einem Affenzahn die Stange rauf und runter sauste. Ich weis heute nicht mehr was ich da für einen Anhieb hingepfuscht habe, aber ich stand auf einmal mit einer höllisch gekrümmten Rute da, hörte die Bremse singen und betete, dass die 0,28 Schnur halten möge.
Ein wahnsinns Drill. Ich fing später grössere Karpfen, aber dieser Drill war der beste meines Lebens.
An ein bremsen oder lenken des Fisches war nicht zu denken und wieder betete ich, dass er müde wird bevor die Schnur alle ist. Ich begnügte mich also mit beten und minimalem Gegendruck und es klappte. Ich gewann irgendwann durch "pumpen" Meter um Meter Schnur zurück. Ich hatte mehrfach laut gerufen, aber die Jungs schliefen tief und fest.
Als ich das Tier dann zum erstenmal zu Gesicht bekam, wurde mir schmerzhaft klar, dass mein Kescher definitiv zu klein war und der Blutdruck gab nochmal ne Schippe drauf.
Ich hab ihn dann doch noch nach einigen Versuchen keschern können und den Kescher dabei zerstört. Ein kleiner Preis.
Dann endlich wurden die anderen wach und Ingo machte ein Foto. Diesen Fisch setzte ich voller Ehrfurcht und so schonend wie möglich zurück. Er hatte stolze 12,5 Kg und lag damit um 6,5 Kg höher, als alles was ich vorher gefangen hatte.
Von uns 4 Leuten wurden in dieser Nacht 2 Karpfen gefangen. Beide von mir
