Etwas spät, aber dennoch, möchte ich meine erprobte Weinzubereitung hier ins Forum stellen; vielleicht bekommt die Eine oder der Andere unserer Weinliebhaber eine Anregung, weil's ja vermutlich jeder bissl anders macht:
Das Maischen mit den ziemlich sauberen Gummistiefeln hat sich seit Jahren bewährt; weil das ein Gemisch aus schwarzen, roten Johannisbeeren UND einem kg Weichseln ist, wäre ein Zerhacken mit einem Fleischwolf oder Ähnlichem schlecht (Kerne werden zerstört und ggf. wirklich giftig: Blausäure...).
übrigens 10 kg Früchte für 30l geplantem geistigen Getränk!
Und weiter:
Vom Hollunderwein, den ich abgezogen und auf Flaschen füllte, wurde der Bodensatz untergerührt (das ist Burgunderhefe – die leiste ich mir jedes Jahr und benutze sie für alle Weinansätze, die ja bis in den Herbst laufen

...).
Da setzt eine wirklich heftige Gärung ein, wenn alles passt und zwar schon nach ein paar Std..
Deshalb ein so großer Maischebehälter.
Der Schaum steigt da schon mal bis zu 20 oder 30 cm! (hatte ich schon mal auf'm Fußboden über Nacht).
Die Gärung sieht richtig schön aus und es sollte so 2mal umgerührt werden am Tag.
...und das riecht schon wirklich gut!
In die Maische kam übrigens bereits 1kg Zucker – die muss angenehm schmecken (der Säuregehalt der Beerenmischung stimmt; das weiß ich aus früheren Ansätzen); 10 g Hefenährsalz kommt auch rein, da die Gärung damit wirklich besser läuft.
So nach 2-3 Tagen kommt dann 10 Std. vor dem Abpressen Antigel dazu und zwar hier 15-20 g. Ohne dieses Enzym kriegst du nicht mal die Hälfte Saft aus der Pampe, weil da jede Menge Pektin drinne ist.
Die Presse . . .
ist ein wirklich geniales Teil, das ich mir da gebastelt habe. Allerdings muss ich zugeben, dass der Plan dazu nicht auf meinem Mist gewachsen ist;
den hab' ich aus dem Imkerforum und dort läuft das Teil als Honigpresse für die Alternativ-Bienenhalter, die keine Schleuder benutzen können.
Sie ist mit wenig Geld zu bauen und wurde von mir durch die abnehmbaren 'Füße' etwas verstau-freundlicher verändert.
Der Presstopf mit dem Presskorb war schon etwas anspruchsvoller zu basteln...
Das Abpressen mache ich gerne – Presstuch ist ein alter Synthetik-Store (Vorhang), der irre fest und sehr fein ist.
Wenn man an sowas nicht rankommt, muss man im Keltereibedarf aktiv werden. Allerdings hab' ich früher schon mit einfachen Leintücher abgepresst und das ging auch recht gut...
Bewährt hat sich auch, den abgepressten Trester abschließend mit kochendem Wasser zu übergießen und nochmals abzupressen.
Wichtig:
In ein separates Gefäß, da nullkommanix die Hefe absterben würde, wenn der heiße 'Nachsaft' dazukäme. Also erst auf Zimmertemp. abkühlen lassen.
So komme ich zu 11-12 l Saft und der war schon wieder total sauer, da der Zucker (Honig geht auch) anfangs ziemlichrasch zu Alkohol vergoren wird.
Um die Gärung gut laufen zu lassen, braucht's ja Zucker und das mache ich immer nach Geschmack:
Die Sauce muss angenehm schmecken – nicht zu süß und nicht zu sauer, dann funzt das!
Jetzt kommt die Chose in den Gärbehälter. Da bin ich wiedr bei den Imkern gelandet und benutze die sog. Hobbocks.
Die 40kg Hobbocks fassen gut 30l Flüssigkeit; das ist noch gut zu handeln und vor allem gut zu reinigen (nicht so zerbrechlich wie die Glasballons und kosten unter 7€!!!).
Im Deckel allerdings steckt ein 'Selbstbau-Gärverschluss', der aus Kunstkork, einem hohlen Glasfieberstab (von nem Zelt – es gehen aber auch die gelben Weidezaun-Plastik-Stäbe...) und 'ner Plaste-Essigflasche gebastelt ist. Einsatz ist ein Süßstoffbehälter, den man von entsprechenden Verwendern kriegen kann).
Die Teile funktionieren bestens und können auch mal runterfallen – ein Recyclingprodukt, das mich hinsichtlich meiner kleinbäuerlichen Mentalität glücklich macht!
Jetzt noch einige Modelle meiner Gärverschluss-Kreationen...
...die sind eben unterschiedlich für Hobbocks, 30l Kanister (aus dem Gastronomiebereich, lebensmittelecht...oder sagen wir -freundlich) und 5-l Weinflaschen, die ich gelegentlich für Weinexperimente als Kleinmengen benutze)
Den Inhalt des 30l-Hobbocks fülle ich dann mit Zuckerwasser auf 22 l auf ( 1 Teil Gluc. 2 Teile H20, wobei man wissen sollte, dass 1kg Gluc. ein Volumen von 0,6 l hat...).
Damit habe ich so 6 bis 7l Volumen Rest-Raum, der je nach Gärverlauf 3 mal mit Zuckerwasser 1:2 nachgefüllt wird.
Wenn die Gäraktivität nachlässt, wird nachgefüllt, wobei ich durch die notwendigen Geschmackskontrollen regelmäßig feststelle, dass das Getränk zunehmend an Gehalt gewinnt.
Etwas Fingerspitzengefühl braucht's dann beim Einstellen der Restsüße:
Wenn der Gärbehälter fast voll, das geistige Getränk kräftig (so 12-14 Vol.Proz.Alk.)und die Gäraktivität fast erloschen ist, fehlt oft noch die diskrete Süße, die ich mit 'ner Restzucker- oder Honigzugabe dazu“pansche“.
Ich schwefle nicht; allerdings darf dann die Flasche nach dem Abfüllen nicht dicht verschlossen werden, da sonst Explosionsgefahr droht.
Der Wein ist bestens verträglich, da nicht geschwefelt. Sicher gärt der etwas nach und wird aber genüsslich verbraucht, bevor er sauer werden könnte.
So – das war's in aller Kürze!
Fragen jederzeit über PN!
Grüße
Werner