Fragt sich nur: Welche Banken? Und für welches System?
Die Landwirtschaftspolitik in der EU muss so viele Interessen bedienen, da kann nur Mist bei rauskommen.
Exporterstattungen gibt es übrigens keine mehr.
Die Hähnchenreste gehen trotzdem weiter in den Export. Weil sie nachgefragt werden und billiger sind als anderen Fleisch in den Zielländern.
Aber Soja ist Südamerika ist hier in Europa auch billiger als heimisches Eiweißfutter.
Und Bioprodukte aus Osteuropa und China sind wegen der dort viel geringeren Lohnkosten und der geringeren Flächenkosten auch viel billiger als heimische.
Dass die auf unsere Märkte liefern dürfen, ist politisch gewollt.
Nur können heimische Produzenten dagegen halt nicht anstinken.
Als Landwirt muss man mit diesen Rahmenbedingungen irgendwie zurechtkommen oder man wird gegangen.
Die meisten werden gegangen.
Brandenburg dürfte das Bundesland sein, dass seine Agrarpolitik am stärksten auf Großbetriebe und mögl. geringe Subventionen ausrichtet. Zum einen weil der dortige Bauernverband von Großbetrieben dominiert wird, zum anderen weil es hinten und vorne an Geld fehlt.
Wer da irgendetwas romantisches Macht, wie Schäferei oder Bioanbau für die Direktvermarktung, der geht halt drauf.
Kann man Schade finden, oder man kann sagen: Das ist halt der Lauf der Dinge.
Brandenburg ist durch seine Situation anderen Bundesländern aber nur einige Jahre voraus. Angesichts wachsender Schuldenberge ist völlig klar, wo die Entwicklung hin geht. Es gibt seit Jahren keinen Inflationsausgleich mehr bei den Ausgleichszahlungen, die Mittel werden mehr und mehr in landwirtschaftsferne Bereiche (Tourismusförderung, Dorfsanierung, Navigationssateliten etc., Subventionen für Naturschutzverbände) etc. gesteckt,
und dann auch noch das Fördervolumen regelmäßig gekürzt.
Bei der Landwirtschaft kommt immer weniger an. Und das wird auch in Zukunft so bleiben. Evtl. können durch Umverteilung der Mittel einige Bereiche des Vertragsnaturschutzes und der Extensivlandwirtschaft noch länger aufrecht erhalten werden als andere, aber die Zeichen stehen klar auf Pleite der öffentlichen Kassen und auf Globalisierung.
Wer diesen Marktvoraussetzungen nicht gewachsen ist, der wird früher oder später weichen.
Ich werde weiter Mutterkühe und extensives Grünland erhalten, solange das durch Ausgleichszahlungen noch wirtschaftlich möglich ist. Aber eine echte Zukunftsperspektive für folgende Generationen sehe ich darin, zumindest in unserer Region, nicht mehr.
Deshalb befasse ich mich zur Zeit intensiv damit, wie kleine Landwirtschaftsbetriebe anderswo auf der Erde mit dieser Herausforderung umgehen.
Die allermeisten gehen drauf und machen Platz für Großbetriebe mit geringeren Stückkosten. Aber es gibt einige Nischenbrüter, die es schaffen zu überleben.
Und es ist ziemlich traurig sehen zu müssen, wie de Wandel hin zu industriellen Landwirtschaft überall auf der Erde die sozialen Strukturen und die wirtschaftlichen Strukturen auf dem Land zerstört und die Menschen in die Städte treibt. Und es ist traurig, die damit verbundene Umwelt- und Ressourcenzerstörung zu sehen. Wobei man aber klar sagen muss: Auch die Großlandwirtschaft lernt dazu und der Umgang mit den bewirtschafteten Böden wird tendenziell besser. Trotzdem geht für diese Betriebe kein Weg an großflächigen Rein- und Monokulturen vorbei, weil sie nur so ihre Rationalisierungsvorteile ausspielen können. Die Biodiversität und damit Vielfalt, Stabilität und Versorgungssicherheit einer klein strukturierten Landwirtschaft kann sie nicht bieten. Und schon gar nicht den sozialen und wirtschaftlichen Rahmen. Wo sich Großlandwirtschaft breit macht, da muss die Landbevölkerung weichen, mangels wirtschaftlicher Perspektive.