Hy!
Gerade die Brennnesselsamen sind richtig bombiges Kraftfutter. Mein Opa hat mal einen Schwank aus seiner Jugend erzählt, wonach, wenn ein nicht mehr ganz taufrisches Pferd zu verkaufen war, dem ordentlich Brennnesselsamen ins Futter getan wurden, wovon es richtig feist wurde und glänzendes Fell bekam. Da konnte man wohl mal eben bis zu den doppelten Preis für den selben alten Klepper rausschlagen

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Ansonsten sind wie schon gesagt weniger die Wurzeln das Problem, die kann man ja gut raussortieren, wenn man den Kompost eh Stück für Stück bewegt, sondern die Samen. Ich für meinen Teil versuche dem bei mir auch existierenden Problem zu begegnen und die überufernden Nesselbestände zu reduzieren, indem ich außer den Raupen- Nesseln alles ernte was geht, bevor die Samen reif sind, und das ganze zweimal im Jahr (der zweite Durchgang steht unmittelbar an), denn seit ich hier kultiviere und Licht in die Sache bringe, haben sich die Nesselbestände auf unserem fetten, feuchten Boden hier schätzungsweise verdreifacht. Als kleines Beispiel, wie wir hier mit Stickstoff im Boden gesegnet sind:
- 2013 ein paar Sonnenblumen einfach in die da noch Wiese gepflanzt, ohne Dünger, ohne Vorbereitung, einfach reingeknallt. Die Teile wurden 3 m hoch, wenngleich stickstofftypisch etwas gurkig und gakelig.
- Dies Jahr, der Knüller schlechthin, Kürbisse in die ehemalige, schon nahezu zum Garten kultivierte Wiese gepflanzt. Ebenfalls ohne jeden Kompost oder Dünger, einfach rein da. Die beiden Teile, einen Meter auseinander gepflanzt, bedecken aktuell gut und gerne 25 m² (!), wenngleich sie nur 2 Kürbisse dran haben, was aber ebenfalls typisch ist für Stickstoff, weil der das vegetative Wachstum ungeheuer puscht, aber nicht Blüte und Fruchtansatz. Und das, obwohl die beiden am Anfang zwei/ drei Wochen im Wachstum stockten, weil das Wetter da recht kühl und regnerisch war. Wenn die von Anfang an losgewachsen wären, könnte ich da vor Kürbisranken wohl schon nicht mehr treten

... Aber um den ganzen Überschuss an Stickstoff da raus zu kriegen, ist Kürbis genau das richtige, die anderen fehlenden Komponenten ergänze ich durch Holzasche (Phosphor und Kalium) und allerhand Mulch.
Tja, und Holundersämlinge, die werden im ersten Jahr ohne weiteres 50 cm hoch. Der Boden hier ist echt irre! Und entsprechend wuchern Kriechender Hahnenfuß und Brennnesseln. Grauenvoll, egal wie lecker und gesund die letzteren auch sein mögen...
Was die Wurzeln angeht: Wer die frisch und roh auf den Kompost schmeißt, wäre natürlich irgendwie selber schuld, wenn die wieder loswuchern. Die packt man am besten erstmal zwei Wochen irgendwohin, wo richtig die Sonne draufbruzzelt, damit sie austrocknen und absterben. Erst DANN kann man sie gefahrlos auf den Kompost bringen, oder, da ebenfalls sehr heilkräftig, Pülverchen und Co. draus machen.