Thomas/V. hat geschrieben::die Vorschläge dann in irgendwelchen Schubläden verschwanden.
Es wird getrickst und geschummelt was das Zeug hält, nur um den Aktionären jährlich 10% mehr Gewinn präsentieren zu können.
Kommt mir irgendwie bekannt vor... Nannte sich "Planerfüllung"
jeep, kann mich erinnern als im VEB meiner Mutter die Erfüllung des Jahresplanes in Gefahr war wurden die Planungszahlen einfach nach unten korrigiert.
Grüße Rati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
[Einstürzende Neubauten 1996]
Tut mir leid, aber das hört sich sehr danach an, als ob Blinde vom Licht reden.
Bei den Betrieben, von denen ich rede, sind 25 bis 35% der Betriebsausgaben Energiekosten.
Und die tun wirklich alles, um jeden möglichen Cent an Energiekosten zu sparen und investieren dafür ständig Millionenbeträge in effizientere Anlagen.
Wiegand Glas z.B. baut zur Zeit die beste (sprich am saubersten arbeitende) Altglassortieranlage der Welt. Mit dem Ziel, den Altglasanteil bei den Rohstoffen noch mal etwas hochkitzeln zu können, weil Altglas bei niedrigerer Temperatur schmilzt als Sand.
Und hätten sie nicht schon seit Jahren einen der höchsten Altglasanteile weltweit, könnten sie dank der hohen deutschen Energiekosten schon lange nicht mehr mithalten.
Diese Betriebe haben keine überbezahlten Manager, sondern sind Inhabergeführt. Und die Inhaber führen kein Großprotzleben, sondern wohnen in relativ normalen Häusern (mancher Arzt hat hier deutlich großzügiger gebaut) auf dem Dorf und reinvestieren in ihre Betriebe und in die regionale Infrastruktur. Steinbach am Wald z.B. hat nicht ohne Grund die beste Kinderbetreuung von Baby bis zum Jugendlichen in ganz Bayern.
Meldet euch ruhig mal zu einer Betriebsführung an und redet mit den Mitarbeitern. Die wissen, was sie an ihren Unternehmern haben und was in den Betrieben warum investiert wird.
Was bitte gewinnt Deutschland und was gewinnt die Umwelt dadurch, wenn wir noch mehr energieintensive Produktion ins Ausland verlagern? Die meisten Stahl-, Alu- und Glashütten haben wir eh schon verloren. Müssen wir auch noch den Rest mit Gewalt vertreiben und das Zeug komplett aus dem Ausland importieren?
Manfred hat geschrieben:Bei den Betrieben, von denen ich rede, sind 25 bis 35% der Betriebsausgaben Energiekosten.
Und die tun wirklich alles, um jeden möglichen Cent an Energiekosten zu sparen und investieren dafür ständig Millionenbeträge in effizientere Anlagen.
wenn sie die Verpulferung von Geldern in anderen Bereichen beenden würden, könnten sie dieses einsetzen und höhere Energiekosten locker begleichen, ohne mit Entlassung und Lohnkürzung zu drohen.
Grüße Rati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
[Einstürzende Neubauten 1996]
Rati hat geschrieben:wenn sie die Verpulferung von Geldern in anderen Bereichen beenden würden, könnten sie dieses einsetzen und höhere Energiekosten locker begleichen, ohne mit Entlassung und Lohnkürzung zu drohen.
Gegen Dummschwätzer ist einfach kein Kraut gewachsen...
Wenn ein Betrieb 30% seiner Ausgaben für Strom hinlegen muss und diese um 50% steigen, dann steigen seine Gesamtkosten um 15%.
Diese 15% müssten bei den restlichen 70% der Kosten wieder rein geholt werden.
Sprich der Betrieb müsste seine restlichen Ausgaben um 21,4% senken.
Wenn du ein derart genialer Unternehmensberater bist, dass du in äußerst effizienten, durchoptimierten Betrieben solche Kostensenkungen generieren kannst, wieso fährst du nicht heute noch rüber zu Wiegand und bist heute Abend Multimillionär?
Und am Montag fährst du zu Heinz und Gerresheimer und verdoppelst dein Vermögen noch mal?
Eben. Weil du es nicht kannst und auch niemand sonst. Weil es Dummschwätzerei ist.
Ich denke, das man natürlich nicht alle Betriebe über einen Kamm scheren kann und sollte.
Das Übel ist ja grade, das die Großindustrie, die wirklich das Potential hätte, erhebliche Energiemengen einzusparen, grade nicht zur Kasse gebeten wird (und nicht nur bei der Energie, sondern bei vielen anderen Dingen, inkl. Steuern, eben alles auf die Allgemeinheit abwälzt/wälzen läßt.
Die privaten Endverbraucher, Kleinbetriebe und Mittelständler sind wie immer die Gelackmeierten.
Ja. Das ist ja eben die Fehlkonstruktion der deutschen Energiewende.
Wollte man es wirklich sauber lösen. müsste man die Grenzen dicht machen und jedes Produkt das rein und raus geht energetisch bewerten.
Jedes Produkt das rein kommt, müsste je nach Energieaufwand für seine Herstellung mit einer Ökoenergiesteuer belastet werden.
Und jedes Produkt das raus geht, müsste je nach Energieaufwand eine Ökoenergiekostenerstattung erhalten, um es im Ausland gegenüber den dortigen Energiekosten wettbewerbsfähig zu machen.
Dann könnte man alle heimischen Betriebe ohne Wettbewerbsverzerrung (abgesehen von den Bürokratiekosten) mit Ökoenergiekosten belasten.
Das Problem ist: Ein solches Konstrukt kann und will niemand umsetzen.
Also werden die Kosten für die Energiewende immer unfair verteilt bleiben. Und Betriebe im internationalen Wettbewerb, egal ob groß oder klein, erleiden durch die Ökostromumlage einen Nachteil. Wenn die Stromkosten einen relevanten Anteil an den Gesamtkosten bilden, dann fallen diese Betriebe hinter ihre ausländische Konkurrenz zurück und müssten je man Geschwindigkeit dieses Zurückfallens früher oder später umsiedeln oder weichen. Spätestens wenn die Konkurrenz die nächsten großen Investitionsschritte geht, die der heimische Betrieb mangels Rendite nicht mehr mitgehen kann.
Thomas/V. hat geschrieben:Ich denke, das man natürlich nicht alle Betriebe über einen Kamm scheren kann und sollte.
Das Übel ist ja grade, das die Großindustrie, die wirklich das Potential hätte, erhebliche Energiemengen einzusparen, grade nicht zur Kasse gebeten wird (und nicht nur bei der Energie, sondern bei vielen anderen Dingen, inkl. Steuern, eben alles auf die Allgemeinheit abwälzt/wälzen läßt.
Die privaten Endverbraucher, Kleinbetriebe und Mittelständler sind wie immer die Gelackmeierten.
ich schrieb ja auch von Konzernen und von je größer de to schlimmer.
Grüße Rati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
[Einstürzende Neubauten 1996]