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Re: Beet anlegen ohne umgraben anstrengender als rigolen?

Verfasst: So 27. Okt 2013, 10:58
von Adjua
Little Joe hat geschrieben:Seh gard, Ajua hat zwischenzeitlich was geschrieben :mrgreen:
Adjua hat geschrieben:Pappe auf Gras legen und Mulch darüber
ich kenn das so, dass das Gras vorher so kurz wie möglich gemäht wird. Glaub nicht, dass man durch die Grasnarbe kommt, wenn das Gras noch richtig hoch steht.
Man kommt in keinem Fall durch, egal ob das Gras hoch oder niedrig ist. Die Wurzelschicht ist zu dick und die Erde zu schwer. Da musst du dich auf den Spaten stellen, auch wenn das Gras ganz kurz ist.

Re: Beet anlegen ohne umgraben anstrengender als rigolen?

Verfasst: So 27. Okt 2013, 11:00
von DieterB
Adjua hat geschrieben:Dieter, und wie machst du es bei neuen Beeten? Mit Mulch ist bei mir gegen Wurzelunkräuter nicht anzukommen.
Wildkraeuter reichern den Boden an und sind deshalb fuer die Bodenfruchtbarkeit wichtig. Ohne Wildkraeuter kannst du die Bodenfruchtbarkeit nur durch Duenger erhalten. Deshalb rotte ich Unkraeuter nicht aus. Ich versuche nur, Unkraeuter soweit zu unterdruecken, dass sie meine Nutzpflanzen nicht gefaehrden.

Das mach ich durch Mulchen, Abschneiden oder Herausziehen. Ich hab immer etwas Reserve-Mulch bereit. Wenn irgendwo zuviel Unkraut ist, werfe ich etwas Mulch darauf oder ich schneide es ab. Fuer grosse Flaechen hab ich eine Motorsense. Fuer kleinere Arbeiten nehm ich die Sichel oder ein Messer. Z. B., Grasbueschel zwischen deinen Nutzpflanzen kannst du dicht ueber dem Boden mit einem Messer abschneiden, dann waechst es nicht nach. Nur bei Pflanzen mit Pfahlwurzeln wie Sauerampfer oder bei Quecken werden die Wurzeln herausgezogen und auf einem separaten Komposthaufen deponiert. Wenn die Erde zu hart ist, musst du sie mit einer Grabgable etwas auflockern bis die Wurzel ganz herauskommt.

Lg. Dieter

PS: Zum Thema Quecken, weiss ich z. B. von einem japanischen Landwirt der Kawaguchi Anhaenger, dass er erfolgreich Karrotten in einem mit Quecken bewachsenem Feld anbaut. Das waere bei mir nicht moeglich, weil die Erde viel zu hart ist. Bei mir kann ich aber z. B. im Winter dicke Bohnen auf einem mit Quecken bewachsenem Feld anbauen, weil die Quecken im Winter eine Wachstumspause einlegen. Das Ideal ist es also, Nutzpflanzen zu finden, die zusammen mit deinen Wildkraeutern wachsen. Das wird in jedem Fall anders sein. Es geht also darum den eigenen Garten kennenzulernen und nicht darum irgendwelchen Methoden zu folgen. (Hallo Ben, hoerst du mich? :-)

Re: Beet anlegen ohne umgraben anstrengender als rigolen?

Verfasst: So 27. Okt 2013, 11:22
von Adjua
Dieter, ich bin auch sehr für Pflanzengemeinschaften und daher fasziniert vom Thema Untersaaten, die ich als Gesellschaft anstatt der Wildkräuter bevorzugen würde. (Also dieses Jahr gibt's noch keinen Mangel an Wildkräuter-Gesellschaft :) )

Die Wildkräuter sind halt an meinen Standort sooo viel besser angepasst als (fast) alle Kulturpflanzen und daher schwer im Vorteil. Mit Auszupfen kommst da nicht nach, das ist binnen eines Monats wieder zugewachsen und die dicken Wurzeln kannst nicht mehr ausgraben, sobald Kulturpflanzen drin sind. Ich hätt außerdem gerne Untersaaten, die dem Boden von der Wurzelstruktur her was bringen und wo ich weiß, wie sie in der Fruchtfolge wirken.

Und dann sollte das Ganze vom Arbeitsaufwand her nicht ausufern ...

Re: Beet anlegen ohne umgraben anstrengender als rigolen?

Verfasst: So 27. Okt 2013, 11:34
von Thomas/V.
Man kommt in keinem Fall durch, egal ob das Gras hoch oder niedrig ist. Die Wurzelschicht ist zu dick und die Erde zu schwer. Da musst du dich auf den Spaten stellen, auch wenn das Gras ganz kurz ist.
Ist bei mir auch so. Auch sonst stimme ich Dir zu. Einmal gründlich umgraben ect. ist zwar anstrengend, aber ist dann auch erfolgreicher als anderweitiges Herumgewurstle. Zumindest auf schweren Böden und dichter Grasnarbe.

Re: Beet anlegen ohne umgraben anstrengender als rigolen?

Verfasst: So 27. Okt 2013, 11:35
von Gelöschter Benutzer 54
ich hab auf schwerem boden ne grasnarbe die hundert jahre alt sein muss so dicht ist die.

mit pappe krieg ich die in einem winter weg, und dadurch das das bodenleben durch die pappe + mulch drauf soviel ich zusammenkratzen kann im winter lange zeit gute temperaturen vorfindet ist das blöde gras im april mitsamt seinen ekligen wurzeln zu kompost gemacht und geschichte.nachdems bei joe und bei mir funktioniert und in heissen und sehr kalten gegenden nicht so sehr, wirds vielleicht auch am klima bzw. winterverlauf liegen.

umgegraben hab ich auch mal, vor x jahren. so schnell kann man gar nicht schaun ist das gras wieder da, den wurzeln passiert ja kaum was beim umgraben, im gegenteil: sie kriegen etwas sauerstoff und fühlen sich verjüngt und kraftvoll. mach ich nie wieder.

Re: Beet anlegen ohne umgraben anstrengender als rigolen?

Verfasst: So 27. Okt 2013, 12:47
von smörrebröd
kraut_ruebe hat geschrieben:nachdems bei joe und bei mir funktioniert und in heissen und sehr kalten gegenden nicht so sehr, wirds vielleicht auch am klima bzw. winterverlauf liegen.
Danke für den Hinweis - ich war schon drauf und dran, das auch mal zu versuchen.

Bleibe jetzt wohl dabei, die Grasdecke "richtig" abzutragen. Ich sammle die Stücke auf einem Wall (Gras auf Gras bzw. Erde auf Erde) und decke diesen Wall mit einer durchlöcherten Folie ab. Im ersten Jahr hatte ich keine Löcher drin, das war nicht so schlau. Alles ist getrocknet, nichts ist verrottet. Nur die Ameisen hatten Spass und haben sich prima darin vermehrt.

Mit der Erde, die in diesem Wall entsteht, würde ich gern die Beete nach und nach wieder auffüllen. Bin gespannt, ob jetzt die nötige Feuchte gehalten werden kann, und ich mich im nächsten Jahr bedienen kann. Ansonsten fülle ich mit Gewächshauserde (die wollen wir jedes Jahr erneuern) auf und grabe bei der Gelegenheit um.

Wenn ich die Grasdecke grosszügig abgetragen habe, kommt kaum Unkraut nach - das ist jedenfalls meine Erfahrung.

Re: Beet anlegen ohne umgraben anstrengender als rigolen?

Verfasst: So 27. Okt 2013, 13:33
von Thomas/V.
Bleibe jetzt wohl dabei, die Grasdecke "richtig" abzutragen. Ich sammle die Stücke auf einem Wall (Gras auf Gras bzw. Erde auf Erde) und decke diesen Wall mit einer durchlöcherten Folie ab.
Ich empfehle, beides nicht getrennt, sondern vermischt zu kompostieren. Noch besser, wenn man es mit Mist mischt.
Gras alleine, vor allem, wenn es erstmal trocken ist, verrottet kaum, auch wenn es durch Regen feucht wird (oberflächlich). Ich habe einen Wall aus altem Heu, der auch nach Jahren noch sichtbare Grashalmstruktur hat. Das kann ich nur verbrauchen, wenn ich es vorsichtig mit auf den Komposthaufen geben, wo es dann "normal" verrottet.

Re: Beet anlegen ohne umgraben anstrengender als rigolen?

Verfasst: So 27. Okt 2013, 14:42
von Adjua
@Pappe, Das hängt sicher auch vom Klima ab. Bei uns ist monatelang geschlossene Schneedecke im Winter - Normalerweise Dezember bis April - danach ist alles braun, kommt aber in Nullkommanix wieder, sobald es wärmer wird. Ein bisschen Pappe beeindruckt das Zeugs, das unter diesen Umständen wächst, wohl gar nicht ...

Re: Beet anlegen ohne umgraben anstrengender als rigolen?

Verfasst: So 27. Okt 2013, 16:01
von ajal
DieterB hat geschrieben: Bei mir kann ich aber z. B. im Winter dicke Bohnen auf einem mit Quecken bewachsenem Feld anbauen, weil die Quecken im Winter eine Wachstumspause einlegen.
Säst du die Bohnen schon im Herbst? Ich wollte auch Dicke Bohnen zur Queckenverdrängung einsetzen. Vor allem weil wir auch eine verdichtete Schicht in 30cm Tiefe haben und die Hoffung das die Bohnen mit ihren Wurzeln da durch kommen. Ich dachte wir müssten bis zum Frühjahr damit warten.

Re: Beet anlegen ohne umgraben anstrengender als rigolen?

Verfasst: So 27. Okt 2013, 16:09
von Adjua
Dicke Bohnen kann man nur in mediterranen Gebieten im Winter anbauen. Wenn Dieter das kann, kann man das in .de noch lange nicht :)