Letzte Woche haben wir endlich Holunder gepflückt. So spät waren wir bisher noch nicht dran. Als wir Ende August pflücken wollten, waren an unserer Lieblingsstelle in der prallen Sonne noch zu viele Beeren grün. Da die meisten anderen Stellen deutlich weniger in der Sonne sind, haben wir die Pflücksession dann verschoben. Dann regnete es, dann hatten wir keine Zeit, dann regnete es und dann waren wir schon fast zu spät. Naja, knappe 16 kg sind es dann doch noch geworden. Bisher haben wir immer in mehreren Durchgängen gesammelt und "versaftet". Da ich mitlerweile eine für unseren Bedarf besser ausgerüstet bin, (vor allem bei den Kesseln) haben wir beschlossen, dieses Jahr den Hollersaft in einem Rutsch zu machen. Die ganzen Beeren auf einmal zu sehen war für mich dann schon witzig :

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Oder sagen wir eher, dass ich mir so für mich hin gedacht habe : Schreck-Schwere-Not, da werde ich wohl die halbe Nacht in der Küche stehen.
Ein bisschen zur "Holundergeschichte" bei der Krabbe
Das ist jetzt erst das 5. Jahr wo wir Holundersaft machen. Von zu Hause kannte weder ich noch mein Mann Hollundersaft. Die Anregung habe ich hier im Forum bzw im Vorgängerforum bekommen.
2009 : 17 kg Beeren zu 9l Saft, mit der Flotten Lotte. 62% Ausbeute
Eine irrsinnige Arbeit und vor allem der Dreck in der Küche

. Aber Saft ist sehr lecker!
2010 : 18 kg Beeren zu 11l Saft, mit dem Dampfentsafter. 57% Ausbeute
Nicht nochmal mit der Flotten Lotte! Die Beerenpresse für meinen Motorblock scheint ideal zu sein. Nur das die Firma war aufgekauft worden ist und
die Beerenpresse nicht mehr zu haben ist. Mist. Also dann doch einen Dampfentsafter. Nach Nachfragen im Forum entscheiden wir uns für den Multitopf
(das sind die Teile mit dem Ablassrohr nach oben raus und dem sehr dichten Deckel)
Beim ersten Versuch mit dem Dampfentsafter waren wir sehr enttäuscht. Zum einen schmeckte der Saft anders. Und die Ausbeute war nicht so hoch wie
wir es uns erhofft hatten. Im Forum hatte man mich ja schon gewarnt, dass der Multitopf nicht so ergiebig Saften würde wie ein normaler Entsafter. Aber
ich brauchte gleichzeitig einen grössren Einkochtopf. Da wir nicht viel Platzt haben hier, habe ich mich dann halt für den Multitopf entschieden. Mein
Mann wollte es genau wissen. Wir haben dann ein "Vergleichsentsaften" gemacht. Für die Flotte Lotte hatte ich die Beeren ja mit Wasser gekocht. Das
Wasser, wenn es bei jedem Kochvorgang natürlich auch nicht viel war, ist natürlich im Saft geblieben. Fazit mit der Flotten Lotte 62% Ausbeute und
mit dem Dampfentsafter 57% Ausbeute. Also schon weniger. Kurzerhand habe ich die Ausbeute dann noch mit dem Durchdrehen des Tresters vom
Dampfentsafter zu Kompott erhöht.
2011 leider nix notiert.
2012 16l
Die Beerenpresse gibt es wieder! Nach langen Diskussion wird sie gekauft. Anwendung muss man erst mal lernen. Mit einer Schraube kann man sehr gut
den Pressdruck einstellen. Das heisst, man beeinflusst wie viel feste Stoffe, wie zum Beispiel Schale, mit in den Saft kommen. Die Kernchen werden fast
alle heraus gefiltert. Aber der Saft schmeckt klasse! Viel besser als der Saft aus dem Dampfentsafter.
2013 13l von 16,5 kg 90% Ausbeute
Dieses Jahr war das Pressen einfach Traumhaft. 16,5 kg Beeren wurden in 30 Minuten gepresst! Bis hierhin gab es kaum Verschmutzungen in der Küche.
Das einzigste was fürs nächste Jahr für das Pressen noch verbessert werden kann ist eine höhere Saftauffangschale und eine grössere Einfüllschale.
Das aufkochen und Abfüllen des Saftes mache ich, wie letztes Jahr mit dem Multitopf. Saft, Zucker und Gewürze in den Topf; Deckel drauf; kochen lassen
bis dass das Ventil anfängt zu zischen und dann ganz einfach Abfüllen. Klappt sogar in meiner Mini-Küche tadellos und ohne grossen Schmutz, da der
Abflusshahn oben raus kommt und ich somit die Flaschen auf dem gleichen Niveau wie den Topf stellen kann. Hatte letztes Jahr ganz toll geklappt.
Der Topf fasst ja auch 15l Saft, also ganz easy ein Durchgang und fertig. Endlich mal vor Mitternacht ins Bett kommen.
Hatte ich jedenfalls gedacht. Das Ventil fängt an zu zischen, wir lassen noch ein bischen kochen, damit der Saft überall wirklich gut heiss ist. Da kommt
doch tatsächlich ein bisschen Saft aus dem Ventil. Nicht schlimm, schnell eine Flasche drunter und abfüllen. So geht der Druck dann ja auch schnell wieder
runter. Die zweite Flasche war nicht halb voll

als eine Fontäne mit Holunderbeersaft aus dem Ventil schiesst und uns und die Küche beregnet

Eins muss man uns lassen, selbst wenn wir
nicht daran gedacht haben, dass Holdungerbeersaft gerne schäumt und Schaum mehr Platzt beansprucht als Saft, ein gutes Team sind wir dann doch
gewesen. Mein Wassermann hat im Reflex den Topf vom Herd gezogen und ich ein Abtrockenhandtuch auf das Ventil geschmissen. Es gab zum Glück keine
Verletzten (Verbrennungen) aber die Küche sah aus.
Nach einer einstündigen Putzaktion war das Chaos dann zum Glück wieder gelichtet. So sauber war es schon lange nicht mehr hinter Kühlschrank und Herd!
Sogar die Flecken auf der Tapete haben wir wieder wegbekommen und Dank Sauerstoffbleiche ist auch das Geschirrtuch auch wieder einsatzfähig. Uff
So weit so gut von der Holudenderfron. Den Saft werden wir noch mehr geniessen als sonst.
