Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

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WasserKater
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Re: Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

#11

Beitrag von WasserKater »

Tscharlie hat geschrieben: Mi 4. Feb 2026, 07:34 Ich habe schon ein paar m² Land fruchtbar gemacht.
Das wichtigste für mich war Zeit. Nicht die Arbeitszeit die man reinhängt, sondern die Zeit die es braucht dass ein Boden so wird, dass er zur Umgebung passt, meinen Ansprüchen entspricht und dauerhaft immer besser wird.
Sonst könnte man ja einfach die Erde austauschen lassen, das wäre kein großer Aufwand in ein bis zwei Tagen ist das geschehen.
Da Du nicht von Brennnesselwüste oder Brachland sprichts, ist der Boden wohl nicht überdüngt.
Viel Mist = Brennnessel.
Noch mehr Mist = Brachland ohne Bewuchs. Das habe ich gerade hier ein ca. 50 m² Stück war ein Wachtelauslauf, da wächst praktisch gar nichts, blanke Erde. Jetzt nach 2 Jahren Kartoffelanbau mit Zwiebeln wird es besser jetzt kommt auch hier Beikraut vor.

Die Fläche würde ich heuer regelmäßig mähen und den Schnitt, angetrocknet, als Mulchschicht für die Flächen nehmen auf denen die Beete entstehen sollen, dann spart man sich dort später das umgraben. Das kann man auch da so machen wo später die Bäume stehen sollen, einfach die zukünftigen Baumscheiben mulchen.

Himbeeren fühlen sich auf der Ost-West-Südseite unter Fichten sehr wohl, das würde wunderbar passen, denn Himbeeren, Brombeeren sollte man nur dort pflanzen wo man rundherum Mähen kann oder es egal ist wenn die Wurzelausläufer sich auf den Weg in den Wald machen. Bitte also keine Himbeeren ect. an die Grundstücksgrenze setzten, wenn man den Nachbarn schätzt. Bei Stachel-, Johannisbeeren ist das unproblematisch.

Ach ja auch noch wichtig, den Nachbarn erklären dass der Garten "sich auf den Weg macht" einer zu werden, denn die Unordnung die zuerst entsteht irritiert das Umfeld zuerst, wenn sie Bescheid wissen, dann wird interessiert beachtet was jetzt wieder neu geschieht. So war es bei uns die letzten 40 Jahre immer.
Das sind wirklich wertvolle Erfahrungen! Das Mulchen und Mähen haben wir uns auch schon vorgenommen für dieses Jahr. Mehr wird nicht drin sein. Eigentlich hätte ich die Bäume dieses Jahr gern schon gesetzt, da wir aber weder Brunnen noch ein Haus mit Anschluss haben, wir das wohl nichts wegen des Gießens. Ich werde sie wohl nächstes Jahr setzen und hatte mir da online-Baumschulen rausgesucht (das gibt mir ein Gefühl von Sicherheit, wenn ich die Bewertungen dazu lesen kann). Hier werden ja immer auch Bäumchen mit einer Größe von 1,60m (bspw.) angeboten. Ab und an findet man die Kommentare, die einen Hoffnung geben, dass ich da in einem Jahr schon etwas ernten kann. Wie ist deine Erfahrung und kannst du eine Baumschule in Ost/Mitteldeutschland empfehlen?

Dass ich Himbeeren auch unter die Fichten setzen könnte, ist super gut zu wissen! Auch den Hinweis mit dem "der Garten ist auf dem Weg ein Garten zu werden" ist sicherlich sehr hilfreich, um sich im Dorf nicht gleich unbeliebt zu machen :eek: :nudel:
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Rohana
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Re: Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

#12

Beitrag von Rohana »

Fichten sind kein Säurezeiger per se, aber die Pflanzen die auf deinem Boden (gut/vermehrt) wachsen werden auf gewisse Verhältnisse deuten, also schau mal ganz genau hin sobald kein Schnee mehr liegt, *was* da eigentlich wächst.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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WasserKater
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Re: Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

#13

Beitrag von WasserKater »

wörpedahler hat geschrieben: Mi 4. Feb 2026, 08:09 Ok, ich bin hier wieder die Spaßbremse:
Hast du dir die rechtliche Seite angeschaut? Gibt es ein Landschaftsschutzgebiet? Ist die Fläche als landwirtschaftliche Fläche eingetragen?
Nur weil es dir gehört, darfst du nicht alles machen. Man kann das natürlich ignorieren, aber im schlimmsten Fall gibt es hinterher Ärger, ein Bußgeld und du musst alles wieder rückbauen.

Bei den Bäumen kann ich dir aus Erfahrung sagen: Man möchte immer viel unterschiedliches Obst haben, aber nicht alles wird sich bei dir wohlfühlen. Auch wenn es teuer ist, bin ich da auf der Seite: Ausprobieren und rausfinden. Rechner aber mit ein paar Ausfällen oder unglücklichen Bäumen.
Eine formlose Anfrage beim Amt hat uns positiv gestimmt. Unser direkter Nachbar hat eine Art Dreiseitenhof, die anderen Nachbarn halten Hühner und Enten. Der Nachbar daneben ist der besagte Reiterhof. Bezüglich der Errichtung verschiedenster Gebäude werde ich mich natürlich vorab informieren, ich sehe aber keine Gründe, die dagegen sprechen. Alle öffentlich einsehbaren Verordnungen widersprechen unseren Ideen nicht. Wenn du das Thema hier so ansprichst... hast du denn ein "typisches Problem" identifiziert, das "Neusiedler" gerne ignorieren und dann total enttäuscht sind?? :hmm:
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WasserKater
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Re: Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

#14

Beitrag von WasserKater »

Manfred hat geschrieben: Mi 4. Feb 2026, 16:14 Die Gemeinden weisen auf Bauland inzwischen auch gerne Ausgleichsflächen aus, damit sie keine zusätzlichen Ausgleichsflächen benötigen.

Pferdekoppel ist ein sehr weiter Begriff.
Wenn das hauptsächlich Pionierpflanzen wachsen, wird das so ein völlig übernutzter Mini-Auslauf gewesen sein?
Die sind in Golge gerne sehr gut gedüngt und von der Oberfläche her stark verdichtet. Das Bodenleben bewegt sich im bakteriellen Bereich, wodurch bei Umbruch das Unkraut freudig keimt.
Müsste ich da dran, würde ich mir einen Bauern suchen, der mir die Fläche mit Pflug und Kreiselegge bearbeitet und bei der Gelegenheit mögl. gleich einen pilzlastigen Kompost mit einmischen.
Bodenprobe macht Sinn. Falls eine Aufkalkung empfohlen wird (Verdichtung führt meist zu Versauerung), kannst du diese auch gleich mit einmischen. Und dann eine Gründungsmischung drauf, wenn du dieses Jahr eh nicht viel Zeit hast, dich um die Fläche zu kümmern.
Die Idee mit dem Bauern ist ja super! Dann muss ich mir solche Geräte nicht selbst anschaffen und kann gleich Kontakte knüpfen. Hast du einen Tipp für "pilzartigen Kompost"?

Nach der Bodenprobe weiß ich auf jeden Fall mehr...
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Re: Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

#15

Beitrag von WasserKater »

Tscharlie hat geschrieben: Mi 4. Feb 2026, 16:31 Bäume pflanze ich seit 30 Jahren nach der Art eines befreundeten Landwirts, der sehr viel Erfahrung hat, unter anderem Bergwaldbesitzer von vielen Hektar.

Es wird soviel Boden ausgehoben, dass die Wurzeln darin gerade Platz haben, der Aushub kommt in eine Schubkarre, Baum mit Pflock befestigen und an kurz festhalten, dann den Aushub den man mit Wasser zu Matsch gemacht hat ausgießen. Fertig.

Begründung des Landwirts für dieses Vorgehen: Der Boden bleibt unberührt, die Wurzeln können dort sofort festen Halt finden.
Ich selbst habe so um die 30 Obstbäume so gepflanzt, alle sind gut angewachsen und haben gut getragen.

Wenn man den Eindruck hat der Baum braucht etwas, dann wird das mit Kompost über die Fläche die etwa der Kronengröße entspricht aufgestreut.
Na den Tipp habe ich mir gleich mal abgespeichert, das klingt ja super!! :engel:
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Re: Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

#16

Beitrag von WasserKater »

emil17 hat geschrieben: Mi 4. Feb 2026, 17:00
WasserKater hat geschrieben: Di 3. Feb 2026, 21:03 Meine Hecken sollen aus Beerensträuchern, überwiegend Brombeere ...
Überlege Dir das gut. Aus Brombeere wird sehr leicht und ganz von selber "überwiegend Brombeere". Das Gegenteil ist schon schwieriger.

Ich habe mit Baumpflanzungen aus Faulheit ähnliche Erfahrung gemacht - auf steilem und steinigem Land ohne Zufahrt kann man nicht gut viel Erde austauschen.
Je schlechter der Boden, desto kleiner sollen die Pflänzlinge sein. Einmal weil der Verlust geringer ist, als wenn ein grösserer Baum eingeht, und dann gewöhnen sich die besser an die nicht optimalen Bodenverhältnisse. Grössere Bäume, zumal wenn sie noch lange in zu kleinen Gefässen oder auf überdüngtem Boden standen (wie oft bei Baumarktware der Fall), sind verwöhnt und die Wurzeln wachsen ungern in den benachbarten nährstoffarmen Mutterboden hinein. Die wachsen dann zuerst scheinbar gut, bleiben aber bald stecken und wenn man sie wieder wegnimmt, sieht man, dass kaum Wurzeln aus dem Pflanzballen herausgewachsen sind.
Wichtig ist ein starker Pflanzschnitt, auch wenn es schmerzt, so viel wegzwicken zu müssen. In den ersten Jahren fleissig giessen.
Je nach Lage ist auch Verbissschutz wegen Wildschäden nötig.

Auf armen Böden haben Obstbäume gegenüber der Wurzelkonkurrenz von Fichten und Birken keine Chance. Da muss man sehr weit davon wegbleiben, wenn es etwas werden soll.
Hmmmmm.... Da werde ich wohl sehr aufpassen müssen. Ich habe vor die Bäumchen von einer Baumschule zu kaufen, damit die eben nicht diese Baumarkt-Probleme mitnehmen...
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Re: Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

#17

Beitrag von unkrautaufesserin »

Nimm lieber eine lokale Baumschule.
Erstens kriegst Du die Bäume viel schneller in den Boden, das spart Streß.
Zweitens kannst Du Dich wegen Sorten und Bodenverträglichkeit beraten lassen.
Und drittens sind die Bäume besser an die klimatischen Bedingungen bei Dir angepaßt. Ist nämlich ein Unterschied, ob so ein Baumbaby im Oberrheingraben leben darf oder in die Berliner Kaltsteppe umziehen muß...
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WasserKater
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Re: Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

#18

Beitrag von WasserKater »

unkrautaufesserin hat geschrieben: Mi 4. Feb 2026, 20:02 Nimm lieber eine lokale Baumschule.
Erstens kriegst Du die Bäume viel schneller in den Boden, das spart Streß.
Zweitens kannst Du Dich wegen Sorten und Bodenverträglichkeit beraten lassen.
Und drittens sind die Bäume besser an die klimatischen Bedingungen bei Dir angepaßt. Ist nämlich ein Unterschied, ob so ein Baumbaby im Oberrheingraben leben darf oder in die Berliner Kaltsteppe umziehen muß...
Danke! Eine kurze Google Recherche ergab, dass eine ziemlich beliebte und gut bewertete Baumschule nur 15min mit Auto entfernt ist, das ist ja super! :grinblum:
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Re: Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

#19

Beitrag von emil17 »

An sich ist Spätherbst eine gute Pflanzzeit, sobald das Laub herunter ist. Nach Pflanzen und Angiessen eine gute Schicht Laub oder Stroh auf den Wurzelteller geben, dann noch ein, zwei Fichtenäste drüber damit das Laub nicht wegfliegt. Die können dann im Frühjahr wieder weg.
Das kann dir aber die Baumschule genau sagen, wie du es machen sollst.
Vor dem Pflanzen einen Plan machen, sonst stehen sie nachher an einem Ort wo es stört. Wenn es Bauland ist, eine Fläche mit Zufahrt von Bäumen freihalten, falls man später einmal etwas bauen will.
Pläne geraten am besten und Ideen kommen, wenn man das im Hinterkopf hat und sich einige Zeit mit dem Grundstück abgegeben hat.
... und Leben ist das, was passiert, während man Pläne macht ...
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Tscharlie
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Re: Alte Pferdekoppel / Acker fruchtbar machen

#20

Beitrag von Tscharlie »

Wir haben hier eine gute Bio-Baumschule.
Aber das ist ganz weit weg.

Wie fangt Ihr das Regenwasser auf? Eine Zisterne ist zwar teuer wird aber über Jahrzehnte Geld sparen.

Und hier ganz aktuell haben die 5 neunen (Frühjahr 2025 gepflanzten Bäumchen) reiche Ernte geschenkt.
1 Apfel und eine Birne. Immerhin!

Sonst ist das abhängig von der Obstsorte, der Baumsorte, so nach 2-3 Jahren kann man die ersten Früchte ernten.

Ich habe schon seit Jahrzehnten eher kleine Bäume gepflanzt, soviel Obst brauchen wir nicht und in meinem Alter, jetzt 68, ist die Pflege einfacher und wahrscheinlich werde ich nicht fitter.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Gandhi
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