Wie soll das Forum sein?
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Kirschkernchen
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Re: Wie soll das Forum sein?
Als ich vor 22 Jahren anfing, in Foren zu schreiben, war der Ton vorsichtiger und die Beiträge privater. Dadurch entwickelte sich recht schnell lebhafter Kontakt per PN oder E-Mail, bishin zu persönlichen Treffen oder gar mehr. Die wachsende Verunsicherung und schwindende gewachsene Identifikationen oder zerstörte Wertgerüste führen heute oft dazu, dass nicht nur Realität im analogen Leben, sondern auch Texte unter anderen Gesichtspunkten aufgenommen werden. Heute versucht man privates zu vermeiden, um sich in einer immer öffentlicheren Welt weniger angreifbar zu machen, wie es auch busbeck beschreibt. Man fühlt sich schneller angegriffen, von bloßen Beschreibungen oder Überlegungen. Man will "den weg haben" , weil seine Worte stöhren. Was stöhren sie? Den Rest inneren Friedens in diesen Zeiten. Das Kartenhaus aus Autoritätsgläubigkeit, aus Zweifeln und Sorgen, Mißerfolgen und Enttäuschungen, letzte Hoffnungen in politische Tendenzen..., die fein säuberlich in Schubladen abgelegt und damit zumindest ruhig sind. Das sind direkte Folgen aus der permanenten medialen Verunsicherung, die das eigene Nervensystem oder Beziehungen in einen wackeligen Zustand bringen.
Man ist kaum noch in der Lage innere Zweifel zu ertragen oder etwas jetzt nicht genau zu wissen oder dem anderen seine eigenen Interessen zu belassen. Das ist auch schon die Antwort auf die Frage warum es so wichtig ist, uns permanent zu verunsichern, selbst zu lange schlafen darf ich nicht, das macht Diabetes. Diese flächendeckende Verunsicherung und Verwirrung ist der Nährboden für die ganzen Fronten in unserem Leben. Die Spaltung. Ist das Unfug? Einfach mal in Ruhe überlegen.
In Foren kann man sich selber dabei noch relativ leicht mäßigen, weil man das fiese grinsende Gesicht "des Gegners" nicht direkt vor sich hat oder erstmal eine Nacht über seine Antwort schlafen kann. Deshalb wäre soein Forum m.E. eher sogar eine Möglichkeit, seine Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Nicht nur das Denken durch das Aufschreiben, sondern auch Besonnenheit durch den zeitlichen Zwischenraum. Zwischen dem von außen kommenden Reiz und der eigenen Reaktion. Man hat Zeit, die Antwort zu verdauen und Zeit, die eigene Reaktion verhöltnismäßig und treffend zu formulieren. Was ich hier im Forum mag, sind Gestaltungsideen, in meinem analogen Umfeld sind die Leute zu sehr mit Überlebenskampf beschäftigt, da kann ich mir irgendwie kaum noch eine Idee mopsen.
Kirschkernchen
Man ist kaum noch in der Lage innere Zweifel zu ertragen oder etwas jetzt nicht genau zu wissen oder dem anderen seine eigenen Interessen zu belassen. Das ist auch schon die Antwort auf die Frage warum es so wichtig ist, uns permanent zu verunsichern, selbst zu lange schlafen darf ich nicht, das macht Diabetes. Diese flächendeckende Verunsicherung und Verwirrung ist der Nährboden für die ganzen Fronten in unserem Leben. Die Spaltung. Ist das Unfug? Einfach mal in Ruhe überlegen.
In Foren kann man sich selber dabei noch relativ leicht mäßigen, weil man das fiese grinsende Gesicht "des Gegners" nicht direkt vor sich hat oder erstmal eine Nacht über seine Antwort schlafen kann. Deshalb wäre soein Forum m.E. eher sogar eine Möglichkeit, seine Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Nicht nur das Denken durch das Aufschreiben, sondern auch Besonnenheit durch den zeitlichen Zwischenraum. Zwischen dem von außen kommenden Reiz und der eigenen Reaktion. Man hat Zeit, die Antwort zu verdauen und Zeit, die eigene Reaktion verhöltnismäßig und treffend zu formulieren. Was ich hier im Forum mag, sind Gestaltungsideen, in meinem analogen Umfeld sind die Leute zu sehr mit Überlebenskampf beschäftigt, da kann ich mir irgendwie kaum noch eine Idee mopsen.
Kirschkernchen
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Kerstines
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- Wohnort: im Osten, wo die Sonne aufgeht / na wschodzie, gdzie słońce wchodzi
Re: Wie soll das Forum sein?
Also aalglatt und nicht zu greifen, Menschen/User mit Ecken und Kanten sind mir persönlich lieber.busbeck hat geschrieben: So 11. Jan 2026, 22:41 Darüber hinaus darf ich mich damit brüsten, es gelernt zu haben, meine Sachen so zu formulieren, dass ich möglichst wenig Angriffsfläche biete ...
"Es sind die Fantasten, die die Welt in Atem halten. Nicht die Erbsenzähler." Erich von Däniken
Re: Wie soll das Forum sein?
habe ich da jetzt 'was missverstanden? Du plädierst für mehr Toleranz gegenüber unhöflich-agressiver Spache, um das Interesse von mehr Usern über deren voyeuristische Neigung zu generieren, so wie die "social-media"-Algorithmen? Wollen wir hier 'was verkaufen oder brauchen wir "Quote"?Manfred hat geschrieben: So 11. Jan 2026, 23:04 Wo Menschen aufeinander treffen, menschelt es.
Schau dir die ganze Film, Serien, Roman, Social-Media... -Branche an. Konflikte und Sex verkaufen sich und bringen Quote.
Furztrockene Sachbücher werden nur von wenigen Spezialisten gelesen oder gar nicht mehr.
Die ehemaligen Trockensachbuchautoren sind heute Vortragsredner und Youtuber und erreichen auch dabei nur den gewohnten Bruchteil an Einschaltquote von Konflikten und Sex.
Wer etwas mehr Unterhaltung einmischt, schafft es wenigstens ins Mittelfeld.
Wer ein trockenes Forum will, dem sollte klar sein, dass eine solche Nische schnell bis zum Aussterben zusammenschrumpft und sich überlegen, ob er nicht mehr Menscheln in Kauf nimmt, um solche sozialen Umfelder zu erhalten.
Ausgesuchte Höflichkeit und Sprache, etc. sind gekünstelte Welten und Brutkammern für Falschheit. Höfisches Getue und höfische Intrigen gehen Hand in Hand.
Nebenbei: "höflich" und "höfisch" sind zwei verschiedene Dinge. Unhöflich-aggressive Sprache ist eine "Brutkammer" für gesellschaftliche Spaltung, Radikalisierung und Gewalt
Re: Wie soll das Forum sein?
Eule hat geschrieben: Mo 12. Jan 2026, 10:08habe ich da jetzt 'was missverstanden?Manfred hat geschrieben: So 11. Jan 2026, 23:04 Wo Menschen aufeinander treffen, menschelt es.
Schau dir die ganze Film, Serien, Roman, Social-Media... -Branche an. Konflikte und Sex verkaufen sich und bringen Quote.
Furztrockene Sachbücher werden nur von wenigen Spezialisten gelesen oder gar nicht mehr.
Die ehemaligen Trockensachbuchautoren sind heute Vortragsredner und Youtuber und erreichen auch dabei nur den gewohnten Bruchteil an Einschaltquote von Konflikten und Sex.
Wer etwas mehr Unterhaltung einmischt, schafft es wenigstens ins Mittelfeld.
Wer ein trockenes Forum will, dem sollte klar sein, dass eine solche Nische schnell bis zum Aussterben zusammenschrumpft und sich überlegen, ob er nicht mehr Menscheln in Kauf nimmt, um solche sozialen Umfelder zu erhalten.
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komplett alles !
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Kein Gott, kein Staat, kein Vaterland !
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Re: Wie soll das Forum sein?
Ich denke, man muss nicht alles so eng sehen, dass man am Schluss aus Angst etwas falsch zu machen, verstummt.
für ein bisschen Spontanität sollte Platz bleiben.
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Kerstines
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Re: Wie soll das Forum sein?
Unbedingt, sonst können wir das hier nämlich schließen und vielleicht gerade mal noch als Museum erhalten!
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Re: Wie soll das Forum sein?
Ich frag mich schon von welchem "man" du da sprichst, denn solche "man"s kenne ich nicht, noch kann ich das auf mich beziehen. Im Forum verwende ich einen ganz normalen, möglichst sachlichen Ton, wie ich ihn auch gegenüber Fremden oder flüchtig Bekannten im direkten Gespräch halten würde. Wenn man in kleiner Runde mit lang-bekannten Foris diskutiert ist das natürlich etwas intimer, weil man sich ja schon irgendwie "kennt".Kirschkernchen hat geschrieben: Mo 12. Jan 2026, 09:00 Heute versucht man privates zu vermeiden, um sich in einer immer öffentlicheren Welt weniger angreifbar zu machen, wie es auch busbeck beschreibt. Man fühlt sich schneller angegriffen, von bloßen Beschreibungen oder Überlegungen. Man will "den weg haben" , weil seine Worte stöhren. Was stöhren sie? Den Rest inneren Friedens in diesen Zeiten. Das Kartenhaus aus Autoritätsgläubigkeit, aus Zweifeln und Sorgen, Mißerfolgen und Enttäuschungen, letzte Hoffnungen in politische Tendenzen..., die fein säuberlich in Schubladen abgelegt und damit zumindest ruhig sind. Das sind direkte Folgen aus der permanenten medialen Verunsicherung, die das eigene Nervensystem oder Beziehungen in einen wackeligen Zustand bringen.
Man ist kaum noch in der Lage innere Zweifel zu ertragen oder etwas jetzt nicht genau zu wissen oder dem anderen seine eigenen Interessen zu belassen. Das ist auch schon die Antwort auf die Frage warum es so wichtig ist, uns permanent zu verunsichern, selbst zu lange schlafen darf ich nicht, das macht Diabetes. Diese flächendeckende Verunsicherung und Verwirrung ist der Nährboden für die ganzen Fronten in unserem Leben. Die Spaltung. Ist das Unfug? Einfach mal in Ruhe überlegen.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
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Re: Wie soll das Forum sein?
Man kann natürlich alles übertreiben. Es geht nicht darum, Schleimspuren zu ziehen.Manfred hat geschrieben: So 11. Jan 2026, 23:04
Ausgesuchte Höflichkeit und Sprache, etc. sind gekünstelte Welten und Brutkammern für Falschheit. Höfisches Getue und höfische Intrigen gehen Hand in Hand.
Aber:
Leute, die in Diskussionsforen, wo es um die Sache gehen sollte, die primitivsten Höflichkeitsformen ausser Acht lassen, entweder gleich von Anfang an oder dann sobald sie in der Sachargumentation stecken bleiben, zeigen, dass sie nie die Absicht hatten, den anderen zu respektieren.
Höflichkeit muss nicht gekünstelt sein, aber sie ist so etwas ähnliches wie das Öl im Getriebe.
Im Netz gibt es gerade den gegenteiligen Trend. Man "redet Klartext", haut den Gegner in die Pfanne, zerstört ihn, und wie die Titel der YouTubeShorts so heissen, die aufscheinen, wenn der Algorithmus der Vorauswahl von YouTube beschlossen hat, einem politische Themen zu zeigen. Argumentiert wird da wenig, meist ist es reines Fertigmachen, und die Methoden sind altbewährt: Unfaires oder aus dem Zusammenhang gerissenes Zitieren, die Antwort des Diskussionsgegners gar nicht einbeziehen, sondern abschneiden. Damit soll wohl der Eindruck erweckt werden, der andere sei sprachlos oder wisse keine Erwiderung.
Eine Partei hat die gezielte Provokation bewusst ins Parteiprogramm geschrieben, was sie nicht davon abhält, sich dauernd bitterlich darüber zu beschweren, dass die anderen mit ihr nicht wollen. Wie man in den Wald ruft ...
Nein, es gibt keinen Grund, andere unhöflich zu behandeln. Muss man sich zwischen Ehrlichkeit und Höflichkeit entscheiden, dann läuft etwas falsch.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Re: Wie soll das Forum sein?
Emil ,
ich kann dir leider nicht folgen .
Aber so lange du deinen eigenen Text verstehst ist ja alles gut .
ich kann dir leider nicht folgen .
Aber so lange du deinen eigenen Text verstehst ist ja alles gut .
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Kein Gott, kein Staat, kein Vaterland !
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Re: Wie soll das Forum sein?
so weit ich mich erinnere, finanziert sich das Forum aus Spenden, nicht aus Werbeeinnahmen, wozu also "Quote"?
